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    Die Frage nach dem Leid

    München/Köln (DT/KNA) Der Flugzeugabsturz in Südfrankreich hat die Predigten bayerischer Bischöfe zum Auftakt der Karwoche geprägt. „Die schrecklichen Bilder dieses Flugzeugunglücks begleiten uns, die furchtbaren Fantasien und Vorstellungen, was mit einem Menschen los ist, der 150 Menschen in den Tod bringt“, sagte der Münchner Kardinal Reinhard Marx am Palmsonntag. Für die Angehörigen der Opfer bedeute das ein „unermessliches Leiden“. Viele Menschen fragten sich, wie es Trost geben könne angesichts solcher Katastrophen, sagte Marx und fuhr fort: „Nicht, indem wir unsere Aktivitäten verstärken!“ Natürlich müssten Sicherheitsvorkehrungen weiter verbessert werden. „Aber Trost, Heil, Versöhnung, Sühne für diese schreckliche Tat: Die kann niemand von uns leisten, die kann nur dann gedacht werden, wenn Gott alles ins Spiel bringt, was ihm möglich ist, und das ist er selbst.“

    München/Köln (DT/KNA) Der Flugzeugabsturz in Südfrankreich hat die Predigten bayerischer Bischöfe zum Auftakt der Karwoche geprägt. „Die schrecklichen Bilder dieses Flugzeugunglücks begleiten uns, die furchtbaren Fantasien und Vorstellungen, was mit einem Menschen los ist, der 150 Menschen in den Tod bringt“, sagte der Münchner Kardinal Reinhard Marx am Palmsonntag. Für die Angehörigen der Opfer bedeute das ein „unermessliches Leiden“. Viele Menschen fragten sich, wie es Trost geben könne angesichts solcher Katastrophen, sagte Marx und fuhr fort: „Nicht, indem wir unsere Aktivitäten verstärken!“ Natürlich müssten Sicherheitsvorkehrungen weiter verbessert werden. „Aber Trost, Heil, Versöhnung, Sühne für diese schreckliche Tat: Die kann niemand von uns leisten, die kann nur dann gedacht werden, wenn Gott alles ins Spiel bringt, was ihm möglich ist, und das ist er selbst.“

    Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte, Leiden und Tod Jesu verpflichteten dazu, „mit den Angehörigen der Opfer zu trauern und Mitleid zu haben, teilzunehmen an ihrem Leid und ihrem Schmerz, an ihren Fragen und ihrer Verzweiflung“. Besonders denke er an die jungen Menschen, die mitten aus dem Leben gerissen worden seien. „Wir finden keine Antwort auf die Frage, warum sie sterben mussten.“ Christen beteten für die Verstorbenen, denen das ewige Leben zuteilwerden solle. Das Drama des Leidens und des Todes Jesu mache offenbar, dass im Menschen auch die Neigung zum Bösen vorhanden sei, führte der Erzbischof weiter aus. Ebenso könnten Verzweiflung und innere Verwirrung zu schrecklichen Taten führen. „Das Drama der Karwoche ermutigt auch, Hilfe zu suchen bei Menschen und bei Gott, sobald man Krankheit wahrnimmt und verkehrte Neigungen mächtig zu werden drohen“, sagte der Erzbischof mit Blick auf den Copiloten der Germanwings-Maschine, der nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen an einer schweren seelischen Erkrankung litt.

    Krisen in der Welt weisen auf Brüchigkeit irdischen Lebens

    Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann sagte, das tragische Unglück des Airbus A320 in Südfrankreich, aber auch das Leiden im Nahen Osten, in Nigeria und anderen Krisengebieten weltweit verwiesen auf die Brüchigkeit irdischen Lebens. „Wenn wir die übergreifende Dimension des Leidens und Sterbens Christi als Durchbruch zu einem beständigen, in Gott verankerten Leben erkennen, wird dem Schmerz der tödliche Stachel genommen, und unser Einsatz, das Leid zu mindern, vehement gestärkt.“

    Auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki stellt sich die Frage, warum ein allmächtiger und liebender Gott ein Unglück wie den Flugzeugabsturz in Frankreich zulassen kann. Genauso bleibe die Frage, warum weltweit Menschen leiden und sterben müssten, sagte er am Sonntag dem Kölner domradio. Zugleich wies er zu Beginn der Karwoche aber darauf hin, dass Jesus Christus gekreuzigt und Gott selber in den Tod gegangen sei. Dies helfe dabei, trotz aller Empörung, Klage und Trauer sich Gott anzuvertrauen und zu beten. Der Kardinal kritisierte die Berichterstattung nach dem Absturz. Im Minutentakt hätten die Medien immer wieder die gleichen Bilder und Informationen geliefert. „Es gibt Momente, da schweigt man besser“, so der Erzbischof. Es sei auch gut, „wenn die Hinterbliebenen und Angehörigen der Opfer des Flugzeugabsturzes liebe und gute Menschen finden, die schweigend da sind“. Es müsse indes auch „Platz sein für Klage, Anklage – und wie ich finde auch für Empörung – wenn ein einziger Mensch so vielen völlig unschuldigen Menschen dieses unendliche Leid zufügt“.