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    Dialog richtig verstehen

    Fulda (DT/KNA) Der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, hat vor falschen Erwartungen im Dialogprozess zur Zukunft der Kirche gewarnt. Es gebe Themen, die weder voraussetzungslos noch ergebnisoffen diskutiert werden könnten, hob der Bischof am Dienstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Fulda hervor. Algermissen sagte, es sei für ihn selbstverständlich, dass sich die Kirche immer wieder ändern müsse; der Glaube an die Kraft des Heiligen Geistes erfordere das. Eine andere Kirche allerdings, die einige provozierten, sei mit ihm nicht zu machen. Unter Hinweis auf einen Werteverlust in Politik und Gesellschaft warnte Algermissen die katholischen Christen davor, sich in die „sakrale Nische der Tradition“ zurückzuziehen und einen allgemeinen Niedergang in Politik und Gesellschaft zu beklagen. Vielmehr gelte es, selbstbewusst an die Öffentlichkeit zu gehen. „Bekennermut ist gefragt, nicht Indifferentismus und feige Anpassung“, unterstrich Algermissen. „Wenn wir das leisten, können wir Sauerteig sein und dienen der Gesellschaft am besten.“

    Heinz Josef Algermissen ist seit zehn Jahren Bischof von Fulda. Foto: dpa

    Fulda (DT/KNA) Der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, hat vor falschen Erwartungen im Dialogprozess zur Zukunft der Kirche gewarnt. Es gebe Themen, die weder voraussetzungslos noch ergebnisoffen diskutiert werden könnten, hob der Bischof am Dienstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Fulda hervor. Algermissen sagte, es sei für ihn selbstverständlich, dass sich die Kirche immer wieder ändern müsse; der Glaube an die Kraft des Heiligen Geistes erfordere das. Eine andere Kirche allerdings, die einige provozierten, sei mit ihm nicht zu machen. Unter Hinweis auf einen Werteverlust in Politik und Gesellschaft warnte Algermissen die katholischen Christen davor, sich in die „sakrale Nische der Tradition“ zurückzuziehen und einen allgemeinen Niedergang in Politik und Gesellschaft zu beklagen. Vielmehr gelte es, selbstbewusst an die Öffentlichkeit zu gehen. „Bekennermut ist gefragt, nicht Indifferentismus und feige Anpassung“, unterstrich Algermissen. „Wenn wir das leisten, können wir Sauerteig sein und dienen der Gesellschaft am besten.“

    Algermissen wird am kommenden Montag den 10. Jahrestag seiner Ernennung zum Bischof von Fulda begehen. Am stärksten beeindruckt hätte ihn während dieser Zeit die „Glaubensstärke und der Mut vieler Priester und Ehrenamtlicher, die auch auf schwierigen Wegen und schier unerträglichen Tagen den Weg mitgegangen sind“. Ernüchterung habe es hingegen gegeben, „wenn Engstirnigkeit, böse Rede und Heimtücke vergiftet haben“. Die größte Erschütterung verbinde Algermissen mit der „Schande des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige und andere kirchliche Mitarbeiter“. Was ich im Jahr 2010 zur Kenntnis nehmen musste, kostete mich schlaflose Nächte, ließ Ekel in mir hochkommen, war für mich bis dahin undenkbar.“