• aktualisiert:

    Deutsche Bischöfe kritisieren PID-Urteil

    Münster/Würzburg (DT/KNA) Der Münsteraner katholische Bischof Felix Genn hat sich bestürzt über das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofes zu Gentests an Embryonen geäußert. „Der Mensch ist Mensch von Anfang an, es gibt keine Stufenfolge des Menschseins“, sagte er am Sonntag im Dom zu Münster. Wenn nach Auffassung der Richter die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) nicht gegen das Embryonenschutzgesetz verstoße, stehe schnell die Frage im Raum: „Gibt es unwertes menschliches Leben?“ Das Gericht hatte am Dienstag grünes Licht für die genetische Untersuchung und Aussonderung geschädigter Embryonen im Rahmen der künstlichen Befruchtung gegeben. Genn sagte dazu, es gebe „Unverfügbarkeiten, die nicht in unserer Macht stehen“. Durch die Aussonderungen von Embryonen sei das Lebensrecht des Embryos und damit die Menschenwürde allgemein in Gefahr. In den Augen Gottes sei jedes menschliche Leben heilig. Genn äußerte sich in einem Festgottesdienst aus Anlass des 25-jährigen Priesterjubiläums von Domkapitular Martin Hülskamp.

    Münster/Würzburg (DT/KNA) Der Münsteraner katholische Bischof Felix Genn hat sich bestürzt über das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofes zu Gentests an Embryonen geäußert. „Der Mensch ist Mensch von Anfang an, es gibt keine Stufenfolge des Menschseins“, sagte er am Sonntag im Dom zu Münster. Wenn nach Auffassung der Richter die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) nicht gegen das Embryonenschutzgesetz verstoße, stehe schnell die Frage im Raum: „Gibt es unwertes menschliches Leben?“ Das Gericht hatte am Dienstag grünes Licht für die genetische Untersuchung und Aussonderung geschädigter Embryonen im Rahmen der künstlichen Befruchtung gegeben. Genn sagte dazu, es gebe „Unverfügbarkeiten, die nicht in unserer Macht stehen“. Durch die Aussonderungen von Embryonen sei das Lebensrecht des Embryos und damit die Menschenwürde allgemein in Gefahr. In den Augen Gottes sei jedes menschliche Leben heilig. Genn äußerte sich in einem Festgottesdienst aus Anlass des 25-jährigen Priesterjubiläums von Domkapitular Martin Hülskamp.

    Auch der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann kritisierte das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofes. Es sei für ihn völlig unverständlich, dass solche Gentests an künstlich befruchteten Embryonen durchgeführt werden dürften, sagte Hofmann am bereits Samstag in Würzburg beim Pontifikalgottesdienst mit Kranken und Behinderten. Schließlich hätten diese Untersuchungen nur den Zweck, befruchtete Embryonen bei auffälligem genetischen Befund auszusondern und damit zu töten. Nach den Worten Hofmanns besteht damit die große Gefahr, Tür und Tor zur Herrschaft des Menschen über den Menschen zu öffnen. Nicht nur mit Bedauern, sondern mit Protest müssten Christen solchen Schritten wehren. Das Grundgesetz schütze zwar die Unantastbarkeit menschlichen Lebens, aber bei der PID versage es. Hier aber werde die Menschenwürde des Schwächsten, weil Kleinsten, freigegeben. Die menschliche Würde gelte aber für alle, betonte der Bischof: Für Junge und Alte, Gesunde und Kranke, Weiße und Schwarze, Arme und Reiche.