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    Der Tagesheilige: 5. September: Der selige Florent Dumontet de Cardaillac

    Am 1. Oktober 1995 sprach Papst Johannes Paul II. 64 Märtyrer selig, die als „Märtyrer von Rochefort“ in die Kirchengeschichte eingingen, unter ihnen auch den seligen Florent Dumontet, der am 5. September 1794 starb. Sie gehören zu den 829 katholischen Priestern und Ordensleuten, von denen mindestens 505 während der Französischen Revolution als Bekenner Christi das Martyrium erlitten.

    Das Gedenkkreuz für die Märtyrer von Rochefort, das man aus Steinen auf der Insel Madame errichtet hat. Foto: IN

    Am 1. Oktober 1995 sprach Papst Johannes Paul II. 64 Märtyrer selig, die als „Märtyrer von Rochefort“ in die Kirchengeschichte eingingen, unter ihnen auch den seligen Florent Dumontet, der am 5. September 1794 starb. Sie gehören zu den 829 katholischen Priestern und Ordensleuten, von denen mindestens 505 während der Französischen Revolution als Bekenner Christi das Martyrium erlitten.

    Ihr Blutzeugnis geht zurück auf die Zivilkonstitution des französischen Klerus, die am 12. Juli 1790 von der französischen Nationalversammlung verabschiedet wurde. Ziel war eine französische Nationalkirche, die in den Staat integriert war. In diesem System gab es natürlich keinen Papst mehr. Bischöfe und Pfarrer wurden vom Volk gewählt, wobei nicht nur den Katholiken, sondern unter anderem auch Protestanten und Atheisten ein Stimmrecht eingeräumt wurde. Der Klerus wurde aufgefordert, einen Eid auf die Konstitution zu leisten. Von 134 Bischöfen legten nur vier den Eid ab. Von 70 000 Priestern verweigerten 46 000 – das waren zwei Drittel des gesamten Klerus – ihre Zustimmung. 1791 lehnte Papst Pius VI. in scharfer Form die Zivilverfassung ab und forderte von den Geistlichen, die sich der Konstitution noch nicht unterworfen hatten, bei ihrer Verweigerungshaltung zu bleiben. Die schismatischen Priester und Bischöfe rief er dazu auf, ihren Eid zu widerrufen. Das revolutionäre Frankreich blieb also gespalten zwischen den konstitutionellen Priestern und den noch zahlreicheren sogenannten „Eidverweigerern“. Da diese nicht ihren Glauben verleugnen wollten und die Autorität des Papstes weiterhin anerkannten, bezahlten viele ihre Standhaftigkeit mit dem Gang zum Schafott. Die Guillotine erwies sich jedoch als nicht effektiv genug. Daher beschloss die Nationalversammlung im Mai 1792 die Verbannung der widerspenstigen Kleriker nach Guyana, dessen Klima als besonders mörderisch galt. Im Frühjahr 1794 wurden diejenigen Priester und Ordensleute, die bis dahin noch nicht exekutiert, untergetaucht oder emigriert waren, auf Pferdekarren nach Nantes, Bordeaux oder Rochefort gebracht. Die 829 Häftlinge, die nach Rochefort deportiert wurden, verteilte man auf zwei Gefängnisschiffe (französisch „pontons“): auf die „Les Deux Associés“ und die „Washington“, die früher den Sklaventransporten dienten. Die Priester wurden zwölf Stunden täglich unter Deck wie Vieh zusammengepfercht: Jedem stand ein halber Kubikmeter Raum zur Verfügung. Sie mussten ausgestreckt liegen bleiben und durften nicht aufstehen. Nicht nur die Enge quälte sie, auch die unzureichende Ernährung und der Wassermangel sowie die allmähliche Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Typhus und Fleckfieber führten schließlich zum grausamen Tod der meisten Insassen vor allem in der Zeit von Juni bis September 1794.

    Einer von ihnen war der selige Florent Dumontet de Cardaillac, der am 8. Februar 1749 in Saint-Médard als Sohn des Marquis de Cardaillac geboren wurde. Nach seiner Priesterweihe wurde er zum Domherrn und Generalvikar der Diözese Castres sowie zum Beichtvater des späteren König Ludwig XVIII. ernannt. Festgenommen aufgrund seiner Weigerung, den Eid auf die Zivilkonstitution zu leisten, landete er mit dem Gefängnisschiff „Les Deux Associés“ auf der Insel Madame. Dort betreute er in einem Lazarett aufopferungsvoll Kranke, denen es noch schlechter ging als ihm. Am 5. September 1794 starb er auf der Insel, wo er, wie auch 253 seiner Gefährten, begraben wurde.