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    MAGDALENA VON CANOSSA.

    Der „Engel“ Napoleons

    Obwohl die heilige Magdalena von Canossa am 1. März 1774 in Verona in eine reiche Familie hineingeboren wurde, war ihr keine glückliche Kindheit beschieden. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihr Vater, der Graf von Canossa, bei einer Wanderung nach einem Unfall. Ihre Mutter ging eine neue Ehe ein und ließ ihre fünf Kinder aus erster Ehe im Stich, die nun der Obhut eines Verwandten übergeben wurden. Dort wurde Magdalena von einer französischen Gouvernante betreut, unter deren Misshandlungen sie schwer zu leiden hatte. Magdalena war von schwächlicher Konstitution und wurde häufig krank.

    Obwohl die heilige Magdalena von Canossa am 1. März 1774 in Verona in eine reiche Familie hineingeboren wurde, war ihr keine glückliche Kindheit beschieden. Als sie fünf Jahre alt war, starb ihr Vater, der Graf von Canossa, bei einer Wanderung nach einem Unfall. Ihre Mutter ging eine neue Ehe ein und ließ ihre fünf Kinder aus erster Ehe im Stich, die nun der Obhut eines Verwandten übergeben wurden. Dort wurde Magdalena von einer französischen Gouvernante betreut, unter deren Misshandlungen sie schwer zu leiden hatte. Magdalena war von schwächlicher Konstitution und wurde häufig krank.

    Mit siebzehn Jahren nahm sie mehrere Anläufe, um in den Karmel aufgenommen zu werden. Sie verbrachte jeweils einige Monate in den Karmelitenklöstern von Verona und Treviso, stellte jedoch fest, dass das zurückgezogene Leben dort nicht ihre wirkliche Berufung war. Sie kehrte wieder nach Hause zurück. Dort, im gräflichen Palast ihres Onkels in Verona, führte sie den Haushalt und begegnete dem französischen Kaiser Napoleon, der Magdalena einen „Engel“ nannte. Die junge Frau kümmerte sich seit 1800 in der politisch und sozial unruhigen Epoche um obdachlos gewordene Kinder und gab ihnen Unterkunft, Nahrung und Ausbildung. Napoleon stellte ihr das ehemalige Augustinerinnen-Kloster von Verona zur Verfügung, in dem sie sich mit einigen gleichgesinnten Gefährtinnen niederließ und 1808 das „Institut der Töchter der Liebe“ gründete. Die Schwestern dieser Gemeinschaft lebten nach der Regel des heiligen Vinzenz von Paul und wurden im Volksmund schon bald „Canossianerinnen“ genannt. Karitativ und missionarisch waren sie in fünf Bereichen tätig: sie erteilten Kindern Schulunterricht und gaben Katechismusstunden, sie machten Krankenbesuche und unterstützten den Klerus durch das Organisieren von Exerzitien sowie von „geistlichen Übungen“ für wohlhabende Damen aus der Stadt, um sie zur Nächstenliebe und zum Dienst an den Notleidenden in der Gesellschaft zu sensibilisieren.

    Als Rom ihr Werk am 23. Dezember 1828 approbierte, existierten bereits fünf Häuser – in Verona, Venedig, Mailand, Bergamo und Trient. Am 23. Mai 1831 eröffnete Magdalena in Venedig den männlichen Zweig ihres Ordens. Während sie noch neue Niederlassungen plante, starb sie am 10. April 1835 mit neunundfünfzig Jahren in Verona. Pius XII. sprach Magdalena am 7. Dezember 1941 selig. Am 2. Oktober 1988 wurde sie von Johannes Paul II. heiliggesprochen.