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    Der Apostel des Allgäus

    Neben den heiligen Glaubensboten Gallus und Kolumban, die den Süden Deutschlands und den Bodenseeraum christianisierten, gilt der heilige Magnus oder „Sankt Mang“, wie er auch genannt wird, als der „Apostel des Allgäus“.

    Neben den heiligen Glaubensboten Gallus und Kolumban, die den Süden Deutschlands und den Bodenseeraum christianisierten, gilt der heilige Magnus oder „Sankt Mang“, wie er auch genannt wird, als der „Apostel des Allgäus“.

    Über das Leben des in der Umgebung seiner Wirkungsstätte Füssen äußerst populären Heiligen berichtet uns die um 895 von einem anonymen Autor verfasste und im 11. Jahrhundert überarbeitete „Vita St. Magni“, nach der „Maginold“, wie er ursprünglich hieß, rätoromanische oder alemannische Wurzeln hatte. Demnach ist der um 699 bei Sankt Gallen am Bodensee in der Schweiz Geborene von dort aus gemeinsam mit seinen Gefährten Tozzo und Theodor um 738 als Missionar ins östliche Allgäu gezogen. Beauftragt wurde er von Bischof Wikterp von Augsburg, dem ersten urkundlich gesicherten Oberhirten der Stadt. Der Benediktiner Magnus hielt sich zunächst in Vorarlberg auf und gründete anschließend in Füssen eine kleine Mönchsgemeinschaft. Immer mehr Schüler schlossen sich ihm an, so dass sich um die einst kleine Gruppe, auch dank der Schenkungen des Frankenkönigs Pippin des Jüngeren, ein bedeutendes Kloster entwickelte.

    Die Legende erzählt von einem Drachen, der die Umgebung bedrohte. Ausgestattet mit Kruzifix und Weihwasser gelang es dem Mönch, der zum Abt des Klosters geworden war, das Ungeheuer und auch andere Raubtiere, wie riesige Schlangen, zu vertreiben. Dabei half ihm sein Wanderstab, der Magnusstab, der auch in andere Landesteile, so nach Württemberg, nach Wien und bis nach Südtirol ausgeliehen wurde, um dort Maikäfer- und Mäuseplagen zu bannen. Im Mittelpunkt anderer Überlieferungen steht ein Bär, der ebenfalls bezwungen wurde, oder die Austreibung böser Geister aus dem Lech. Die Bändigung der Natur durch Rodung der Wälder und Trockenlegung der Sümpfe und die Verbreitung der Frohen Botschaft unter den Einheimischen, die germanischen Göttern anhingen, werden in den Attributen des Heiligen deutlich, mit denen er auf Kunstwerken dargestellt wird. Denn die Drachen und Ungeziefer können allegorisch gedeutet werden und stehen für die heidnische Umwelt, aber auch für die Naturgewalten, auf die Magnus und seine Gefährten bei ihrer Ankunft trafen. Der heilige Magnus starb an einem 6. September um das Jahr 750 (oder 772) in Füssen. Der in Silber gefasste Magnusstab wird in der Füssener Basilika St. Mang aufbewahrt. Noch heute findet in Füssen um den 6. September zu Ehren des Benediktiners das Magnus-Fest mit Prozessionen statt.

    St. Mang wurde gelegentlich zu den Nothelfern gezählt, er ist der Patron des Allgäus, der Städte Füssen und Kempten. Er wird verehrt als Beschützer des Viehs und soll gegen Würmer und Rattenplagen helfen.