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    Debatte um Limburg

    Hamburg/Rom/Bonn/Aachen/Stuttgart (DT/KNA) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, ist bedrückt über die Situation im Bistum Limburg. Vor Journalisten zeigte sich Zollitsch am Freitag in Stuttgart zugleich dankbar für den Besuch des römischen Kardinals Giovanni Lajolo. Zollitsch brachte seine Hoffnung auf ein neues Miteinander in der Diözese zum Ausdruck.

    Hamburg/Rom/Bonn/Aachen/Stuttgart (DT/KNA) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, ist bedrückt über die Situation im Bistum Limburg. Vor Journalisten zeigte sich Zollitsch am Freitag in Stuttgart zugleich dankbar für den Besuch des römischen Kardinals Giovanni Lajolo. Zollitsch brachte seine Hoffnung auf ein neues Miteinander in der Diözese zum Ausdruck.

    Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer stellte sich hinter Tebartz-van Elst. „Er hat meine volle Unterstützung und meine volle Solidarität“, sagte Voderholzer der internationalen Nachrichtenagentur „Catholic News Agency“ (CNA) im Vatikan. Er kenne ihn gut und halte den Limburger Bischof für einen bescheidenen und anspruchslosen Menschen. Voderholzer nimmt derzeit an einer Konferenz im Vatikan teil. Die Diskussion über die Vorwürfe, dass sich der Limburger Bischof ein luxuriöses neues Haus gebaut habe, nannte Voderholzer einen „Riesenzirkus“. Das Ganze sei „eine sehr komplizierte Geschichte“. Er habe gehört, dass sich alle, die das neue Diözesanzentrum schon besichtigt hätten, fragten, „warum man daraus einen solchen riesigen Zirkus und so ein Theater gemacht hat“. Scheinbar gebe es „andere Gründe, die ich nicht klar erkennen kann“. Im Limburger Konflikt seien „Kräfte am Werk“, die er nicht identifizieren könne. Deshalb sei die ganze Diskussion für ihn auch „rätselhaft“.

    Der Münchener Kardinal Reinhard Marx hatte am Mittwoch deutliche Kritik am Limburger Oberhirten geübt, aber zugleich dessen Gesprächsangebot an die Katholiken begrüßt. Marx widersprach in einem „Zeit“-Interview Einschätzungen, nur die Medien hätten den Bischof in Bedrängnis gebracht. Zwar habe es immer wieder Berichte gegeben, „in denen ein gewisses Interesse aufschien, der Kirche zu schaden“. Dennoch liefen „Medienkampagnen ins Leere, wenn da nichts ist“, sagte Marx. Deshalb seien Aufklärung und Offenheit wichtig. Der Münchner Erzbischof begrüßte zugleich, dass der Bischof in seinem Brief an die Gläubigen zum Gespräch eingeladen habe. Auch der Besuch von Kardinal Giovanni Lajolo lasse ihn hoffen, dass „man in guter Weise aufeinander zugeht“.

    Mit Blick auf die Ermittlungen gegen den Limburger Bischof wegen einer möglichen eidesstattlichen Falschaussage mahnte der Münchner Kardinal: „Im Übrigen gelten auch für Bischöfe wie für alle Gläubigen die Gebote von Transparenz und Wahrhaftigkeit.“

    Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff begrüßte das Engagement des Vatikan. Er sei dankbar, dass Rom Kardinal Lajolo geschickt habe, sagte der Bischof am Donnerstag vor Journalisten. Wenn die Dinge so verfahren seien, könne der Streit nicht aus eigener Kraft gelöst werden. Der Streit in Limburg tue der Kirche insgesamt nicht gut.

    Verständnis bekundete Mussinghoff für den Ruf nach Transparenz. Die Öffentlichkeit sollte möglichst bald und umfassend über die Kosten des diözesanen Begegnungszentrums informiert werden. Kritik übte er an den Medien, die teilweise nicht korrekt über den Konflikt berichtet hätten.