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    Dass Stürme die Kirche nicht erschüttern

    Liebe Brüder und Schwestern!

    Liebe Brüder und Schwestern!

    Der Abschnitt aus dem Evangelium, über den die Liturgie uns an diesem siebten Sonntag im Jahreskreis nachdenken lässt, berichtet über einen Gelähmten, dem vergeben und der geheilt wurde (Mk 2,1–12). Während Jesus predigte, war da unter den vielen Kranken, die zu ihm gebracht wurden, ein Gelähmter auf einer Tragbahre. Als der Herr ihn sah, sagte er: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ (Mk 2,5). Und da einige der Anwesenden empört waren, als sie diese Worte hörten, fügte er hinzu: „Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!“ (Mk 2,10–11). Und der Gelähmte ging geheilt fort. Dieser Bericht aus dem Evangelium zeigt, dass Jesus nicht nur die Macht hat, den kranken Leib zu heilen, sondern auch, die Sünden zu vergeben; ja, die körperliche Heilung ist das Zeichen der geistlichen Heilung, die durch Seine Vergebung erfolgt. Tatsächlich ist die Sünde eine Art Lähmung des Geistes, aus der nur die Macht der barmherzigen Liebe Gottes uns befreien kann und uns erlaubt, wiederaufzustehen und erneut den Weg des Guten zu beschreiten.

    Auf den heutigen Sonntag fällt auch das Fest der Kathedra Petri, ein wichtiger liturgischer Festtag, der das Amt des Nachfolgers des Apostelfürsten herausstellt. Die Kathedra Petri symbolisiert die Autorität des Bischofs von Rom, der zur Ausübung eines besonderen Dienstes gegenüber dem ganzen Volk Gottes berufen ist. Gleich nach dem Martyrium des heiligen Petrus und des heiligen Paulus wurde der Kirche von Rom die Rolle des Primats über die gesamte katholische Gemeinschaft zuerkannt, eine Rolle, die bereits im zweiten Jahrhundert vom heiligen Ignatius von Antiochien (An die Römer, Vorrede: ed. Funk, I, 252) sowie vom heiligen Irenäus von Lyon (Gegen die Häresien III, 3, 2–3) bezeugt wird. Dieses einmalige und besondere Amt des Bischofs von Rom ist durch das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt worden. „Darum gibt es auch in der kirchlichen Gemeinschaft zu Recht Teilkirchen – so lesen wir in der dogmatischen Konstitution über die Kirche –, die sich eigener Überlieferungen erfreuen, unbeschadet des Primats des Stuhles Petri, welcher der gesamten Liebesgemeinschaft vorsteht (vgl. Ignatius v. A., Ad Rom., Vorrede: ed. Funk I, 252.), die rechtmäßigen Verschiedenheiten schützt und zugleich darüber wacht, dass die Besonderheiten der Einheit nicht nur nicht schaden, sondern ihr vielmehr dienen“ (Lumen gentium, 13).

    Liebe Brüder und Schwestern, dieses Fest bietet mir die Gelegenheit, Euch zu bitten, mich mit Euren Gebeten zu begleiten, damit ich treu die hohe Aufgabe erfüllen kann, die die göttliche Vorsehung mir als Nachfolger des Apostels Petrus anvertraut hat. Rufen wir dafür die Jungfrau Maria an, die wir gestern hier in Rom unter dem schönen Titel der „Muttergottes vom Vertrauen“ gefeiert haben. Sie bitten wir auch, uns zu helfen, mit der gebotenen seelischen Bereitschaft die Fastenzeit zu beginnen, die am kommenden Mittwoch mit dem Ritus der Auflegung des Aschenkreuzes anfängt. Möge Maria unser Herz öffnen, dass wir uns bekehren und fügsam auf das Wort Gottes hören.

    Die Pilger deutscher Sprache begrüßte der Papst mit den Worten:

    Ganz herzlich begrüße ich alle Gläubigen deutscher Sprache, die mit uns den Engel des Herrn gebetet haben. Heute ist das liturgische Fest der Kathedra Petri, das im Petersdom auch am Sonntag als Hochfest gefeiert wird. Christus hat Petrus als den Felsen erwählt, auf dem er seine Kirche aufbauen wollte. Als Apostel sollte er in der ganzen Welt – universal – als Hirte und Lehrer dienen, und dieses Apostelamt wirkt in seinen Nachfolgern durch alle Zeiten fort. Bitten wir den heiligen Petrus um seinen Fürsprache, dass Verwirrung und Stürme die Kirche nicht erschüttern und wir am unverfälschten Glauben festhalten, in der Einheit bleiben und in Liebe miteinander leben. Der Herr leite und stärke euch mit seinem Segen.