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    Das Wesentliche im Mittelpunkt

    Rom (DT) Ein anfangs friedliches und festliches Weihnachtsfest mit Benedikt XVI. in Rom hat durch die Attentate in Nigeria dann doch eine Trübung erfahren. Es war das Fest des ersten christlichen Märtyrers, des heiligen Stephanus, als der Papst beim Gebet des „Engels des Herrn“ seine Trauer über „die absurden Anschläge“ auf mehrere Kirchen bekundete und allen Betroffenen sein Mitgefühl aussprach. In absoluten Zahlen sind die Christen heutzutage auf der Welt die am meisten verfolgte Religionsgruppe – und diese Tatsache macht auch vor dem Weihnachtsfest mit dem Papst in Rom nicht Halt. „Mögen die Hände der Gewalttäter innehalten, die Tod säen, und mögen auf der Welt Gerechtigkeit und Frieden herrschen“, erklärte Papst Benedikt vor den etwa fünfzigtausend Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz. „Die Gewalt ist ein Weg, der nur zu Schmerz, Zerstörung und Tod führt“, sagte der Papst eindringlich. Nur Respekt, Versöhnung und Liebe könnten zum Frieden führen. Benedikt XVI. appellierte an alle gesellschaftlichen Kräfte des westafrikanischen Landes, sich für Sicherheit und Ruhe zu engagieren. Die Aussöhnung und die Liebe seien der einzige Weg, der zum Frieden führe.

    Unter frühlingshaft blauem Himmel erteilte der Papst den Segen „Urbi et Orbi“. Foto: dpa

    Rom (DT) Ein anfangs friedliches und festliches Weihnachtsfest mit Benedikt XVI. in Rom hat durch die Attentate in Nigeria dann doch eine Trübung erfahren. Es war das Fest des ersten christlichen Märtyrers, des heiligen Stephanus, als der Papst beim Gebet des „Engels des Herrn“ seine Trauer über „die absurden Anschläge“ auf mehrere Kirchen bekundete und allen Betroffenen sein Mitgefühl aussprach. In absoluten Zahlen sind die Christen heutzutage auf der Welt die am meisten verfolgte Religionsgruppe – und diese Tatsache macht auch vor dem Weihnachtsfest mit dem Papst in Rom nicht Halt. „Mögen die Hände der Gewalttäter innehalten, die Tod säen, und mögen auf der Welt Gerechtigkeit und Frieden herrschen“, erklärte Papst Benedikt vor den etwa fünfzigtausend Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz. „Die Gewalt ist ein Weg, der nur zu Schmerz, Zerstörung und Tod führt“, sagte der Papst eindringlich. Nur Respekt, Versöhnung und Liebe könnten zum Frieden führen. Benedikt XVI. appellierte an alle gesellschaftlichen Kräfte des westafrikanischen Landes, sich für Sicherheit und Ruhe zu engagieren. Die Aussöhnung und die Liebe seien der einzige Weg, der zum Frieden führe.

    Begonnen hatte die Weihnachtszeit im und rund um den Vatikan herum in mehreren Etappen. Zunächst war der aus der Ukraine gekommene Christbaum neben dem Obelisken auf dem Petersplatz entzündet worden – nicht am 8. Dezember, wie das in Italien üblich ist, auch nicht zum Weihnachtsfest, sondern am Freitagabend vor dem vierten Advent. Am Heiligen Abend dann wurde die Krippe auf dem Petersplatz den Blicken der Schaulustigen freigegeben. Und um 22 Uhr begann im Petersdom die Christmette mit dem Papst. Wären die Anschläge in Nigeria nicht gewesen, es hätte ein völlig unspektakuläres Weihnachtsfest im päpstlichen Rom werden können – aber eben so, wie es Benedikt XVI. schätzt und bevorzugt: Dem Sinn und der Bedeutung der Feier eines Heilsgeheimnisses der Kirche durch eine würdig gefeierte Liturgie und durch die Verkündigung Ausdruck zu geben, ohne auf Sonderaktionen zurückzugreifen, die vielleicht medienwirksam erscheinen mögen, aber dem Inhalt des Festes nichts hinzufügen.

    Die auf Latein gebetete und gesungene Liturgie, der genau einstudierte Chorgesang, die vor dem Papst auf den Knien empfangene Kommunion, die Konzentration in der Predigt auf das Wesentliche: Damit will Benedikt XVI. Zeichen setzen. Während manche auf Dekrete der Liturgiekongregation warten, mit der liturgische Missbräuche eingedämmt und Reformen der Liturgiereform „verordnet“ werden, wie etwa die Zelebration „versus Dominum“, hin zum Herrn – in keiner Liturgie des Papstes fehlt auf dem Altar das Kreuz, auf den sich der Blick des Zelebranten und der Gläubigen richtet –, geht Papst Benedikt bisher zumindest eher den Weg des Beispiels. Solche feierlichen Messfeiern wie die am Heiligen Abend im Petersdom sollen das liturgische Gespür in der ganzen Weltkirche befruchten. Einen „Farbklecks“ gab es jedoch bei der Christmette: Koreanische Kinder waren dabei, brachten in traditionellen Kostümen Gaben zum Altar, sie waren mit einer größeren Jugendgruppe aus Südkorea zu Weihnachten in die Ewige Stadt gekommen.

    Bilderbuchwetter mit Sonne, blauem Himmel und weißen Wölkchen überspannte dann den Petersplatz, als Benedikt XVI. am Mittag des Weihnachtstags die Benediktsloggia des Petersdom betrat und seine Weihnachtsbotschaft an alle Völker der Erde verlas. Auch hier wieder wie bei der Predigt in der Christmette das Wesentliche im Mittelpunkt: Gott ist Mensch geworden, der Sohn der Jungfrau Maria ist der Retter für alle. In seiner Botschaft vor dem Segen „Urbi et Orbi“ hatte Papst Benedikt jedoch auch Krisen und Nöte dieser Erde im Blick: Thailand und die Philippinen, er mahnte zur Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Israelis und Palästinensern, erwähnte die Lage in Syrien, im Irak und in Afghanistan.

    Papst Benedikt selber verbringt die Weihnachtstage in beschaulicher Ruhe, mit seinen beiden Sekretären, den vier Frauen der Gemeinschaft der „Memores Domini“; in diesen Tagen trifft auch Bruder Georg im Apostolischen Palast ein. Man hört Musik, plaudert, meditiert vor der Krippe, die schon in den dreißiger Jahren im Hause Ratzinger stand. Heute holt Papst Benedikt der Alltag wieder ein: die letzte Generalaudienz in diesem Jahr. Dennoch war und ist es ein ruhiges Weihnachtsfest im Vatikan. Aber der Papst und seine Familie wissen auch, dass es an vielen Ecken und Enden der Erde brennt – wie in Nigeria, wo es an gleich mehreren Orten ein blutiges Weihnachtsfest gegeben hat.