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    Das Schlüsselwort heißt Versöhnung

    Vatikanstadt (DT/KNA) Die Christen in Ägypten sollten sich nach Ansicht des neuen koptisch-katholischen Patriarchen Ibrahim Isaac Sidrak nicht vor Angst aus der Gesellschaft zurückziehen. Durch eine solche Isolation verlören sie ihre Freiheit und Offenheit, sagte er dem vatikanischen Pressedienst Fides am Wochenende in einem Interview. Ägypten sei ein Land, in dem Christen auch heute frei und im guten Kontakt mit Muslimen leben könnten. Allerdings kämen seit einiger Zeit Strömungen aus Saudi-Arabien und den Golfstaaten an den Nil, die den ägyptischen Islam und das Zusammenleben der Religionen veränderten. Vor diesem Trend hätten nicht nur Christen, sondern auch Muslime Angst, so das neue Kirchenoberhaupt der mit Rom unierten Kopten.

    Vatikanstadt (DT/KNA) Die Christen in Ägypten sollten sich nach Ansicht des neuen koptisch-katholischen Patriarchen Ibrahim Isaac Sidrak nicht vor Angst aus der Gesellschaft zurückziehen. Durch eine solche Isolation verlören sie ihre Freiheit und Offenheit, sagte er dem vatikanischen Pressedienst Fides am Wochenende in einem Interview. Ägypten sei ein Land, in dem Christen auch heute frei und im guten Kontakt mit Muslimen leben könnten. Allerdings kämen seit einiger Zeit Strömungen aus Saudi-Arabien und den Golfstaaten an den Nil, die den ägyptischen Islam und das Zusammenleben der Religionen veränderten. Vor diesem Trend hätten nicht nur Christen, sondern auch Muslime Angst, so das neue Kirchenoberhaupt der mit Rom unierten Kopten.

    Der Patriarch berichtete, dass einige islamische Prediger ihre Gläubigen vor dem Weihnachtsfest gewarnt hätten, den Christen zum Fest zu gratulieren. Trotzdem hätten sogar mehr Muslime als in den Vorjahren den Christen zu ihrem Hochfest Grüße überbracht. Allerdings beobachte er den Trend, dass Christen sich verstärkt in ihre eigenen Kreise zurückzögen und eine Parallelwelt etwa mit eigenen Sportvereinen gründeten, statt den Kontakt zu den muslimischen Landsleuten zu suchen. Hohe Erwartungen setzt Sidrak in den neuen koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros, das Oberhaupt der größten christlichen Gemeinschaft in Ägypten. „Seine ersten Gesten, seine Offenheit, seine Besuche und seine spirituelle Sensibilität geben Anlass zu großer Hoffnung“ auch für die Einheit der Christen, sagte der katholische Patriarch. Er selbst sehe seine Hauptaufgabe darin, seinen Gläubigen angesichts von Unsicherheit Vertrauen und Zuversicht zu vermitteln, so Sidrak. Das Schlüsselwort müsse „Versöhnung“ sein.