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    CDU will ökumenische Bekenntnisschulen

    Siegen (DT/KNA) Die nordrhein-westfälische CDU will landesweit eine christlich-ökumenische Bekenntnisschule als neue Schulform gesetzlich verankern. Dafür votierten am Samstag auf dem Landesparteitag in Siegen die Mehrheit der 670 Delegierten. In ihrem neuen schulpolitischen Konzepts bekennen sich die Christdemokraten zwar weiterhin zum Erhalt der konfessionellen Bekenntnisschulen. Zugleich sprachen sie sich aber dafür aus, neben den bestehenden Bekenntnis- und Gemeinschaftsschulen künftig „als neue Schulart“ auch die Gründung ökumenischer Bekenntnisschulen zuzulassen.

    Siegen (DT/KNA) Die nordrhein-westfälische CDU will landesweit eine christlich-ökumenische Bekenntnisschule als neue Schulform gesetzlich verankern. Dafür votierten am Samstag auf dem Landesparteitag in Siegen die Mehrheit der 670 Delegierten. In ihrem neuen schulpolitischen Konzepts bekennen sich die Christdemokraten zwar weiterhin zum Erhalt der konfessionellen Bekenntnisschulen. Zugleich sprachen sie sich aber dafür aus, neben den bestehenden Bekenntnis- und Gemeinschaftsschulen künftig „als neue Schulart“ auch die Gründung ökumenischer Bekenntnisschulen zuzulassen.

    Gemeinschaftsschulen statt Bekenntnisschulen

    Die Partei begründet ihren Vorstoß damit, dass in den letzten Jahren aufgrund rückläufiger Schülerzahlen immer mehr katholische und evangelische Bekenntnisschulen besonders im Grundschulbereich zu Gemeinschaftsschulen umgewandelt worden seien.

    Dabei sei das „klare christliche Wertprofil“ dieser Schulen verloren gegangen. Bei der neuen ökumenischen Bekenntnisschule gehöre die christliche Ausrichtung zum Profil, heißt es in dem CDU-Leitantrag. Feste Bestandteile seien das Feiern christlicher Feste und ein gemeinsames Morgengebet, „ohne jedoch an eine spezielle christliche Konfession in der Schülerschaft gebunden zu sein“. In ihrem neuen Schulkonzept mit dem Titel „Jedem Kind gerecht werden“ rückt die Landes-CDU von der bisherigen Privilegierung der Hauptschule ab, deren Bestand derzeit noch durch die NRW-Landesverfassung garantiert wird. Stattdessen befürworten die Christdemokraten die Gründung von „Verbundschulen“ mit Haupt- und Realschulzweig, „wo aufgrund rückläufiger Schülerzahlen eigenständige Haupt- und Realschulen nicht mehr nebeneinander bestehen können“. Nur so könne auch künftig „wohnortnah ein differenziertes Schulangebot gewährleistet“ werden. Allen Schülern mit einem Hauptschulabschluss solle landesweit „eine Ausbildungsgarantie“ gegeben werden.

    Uneingeschränkt tritt die NRW-CDU für das Gymnasium in seiner bestehenden Form ein. Für die Gründung von Gymnasien solle künftig aber nicht mehr eine Dreizügigkeit notwendig sein, sondern bereits eine Zweizügigkeit ausreichen.

    Weiter bekennen sich die Christdemokraten erstmals auch zur Gründung von Gesamtschulen. Voraussetzung dafür sei, dass dort Schüler „wohnortnah“ zur mittleren Reife oder zum Abitur geführt werden können und Bedarf für eine mindestens vierzügige Gesamtschule bestehe. Die von der rot-grünen Landesregierung favorisierte Gemeinschaftsschule als Regelschule wird weiterhin strikt abgelehnt. Die Schulen in freier Trägerschaft hält die CDU „in einer vielfältigen Schullandschaft für unentbehrlich“.

    Landesvorsitzender will politische Kämpfe beenden

    Der CDU-Landesvorsitzende Norbert Röttgen bot SPD und Grünen „einen Schulformfrieden“ in Nordrhein-Westfalen an. Über das Thema sei in den letzten Jahren „genug Krieg geführt“ worden. Die Schule sei kein geeigneter Ort „für Ideologien und parteipolitischen Kampf“. Jetzt müsse es endlich zu „Berechenbarkeit und Verlässlichkeit“ in der Schullandschaft kommen. Mit ihrem neuen Konzept habe sich die CDU „entsprechend bewegt“. Gleiches erwarte er nun von Rot-Grün, sagte Röttgen.

    Der Generalssekretär der NRW-CDU, Oliver Wittke, erklärte, mit ihrem neuen Schulkonzept sei seine Landesspartei „in der Realität angekommen, ohne dem Zeitgeist nachzulaufen“. Insbesondere habe die CDU auf die schwindende Akzeptanz für die Hauptschule reagiert.