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    Brückenbauer zwischen West und Ost

    München (DT) „Wir sind rund 200 000 altorientalische Christen in Deutschland. Ihnen wollen wir eine Stimme hierzulande geben und zugleich auf die Lage der Christen im Nahen Osten aufmerksam machen“: Damit beschreibt der syrisch-orthodoxe Christ Simon Jacob die Zielsetzung des neu gegründeten „Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland ZOCD“, dessen Vorsitzender er ist. Mit der gerichtlichen Registrierung ist der Verein kürzlich rechtswirksam geworden. Der offizielle Festakt zur Gründung soll im Juli in München erfolgen, wo der Zentralrat seinen Sitz hat. Der Vize-Fraktionschef der Union im Bundestag, Johannes Singhammer, wird dazu erwartet, ebenso die Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche. „Die Initiative für den Zentralrat ging auf die Konrad-Adenauer-Stiftung zurück. Sie hatte Engagierte aus den altorientalischen Christen vor drei Jahren zu einer Begegnung zusammengerufen. Jetzt ist daraus der Zentralrat entstanden.“ Dieser organisiert diejenigen Kirchen in Deutschland, die wegen ihrer Ablehnung des Konzils von Chalzedon von 451 und seiner Zwei-Naturen-Lehre als altorientalisch bezeichnet werden. Dazu gehören die koptisch-orthodoxe Kirche, die syrisch-orthodoxe und – mit einer noch etwas anderen Vorgeschichte – die Apostolische Kirche des Ostens. Von Ägypten über Syrien und die Türkei bis in den Irak und Iran reicht die ursprüngliche geografische Ausdehnung dieser Kirchen, deren Diaspora sich heute in aller Welt findet.

    München (DT) „Wir sind rund 200 000 altorientalische Christen in Deutschland. Ihnen wollen wir eine Stimme hierzulande geben und zugleich auf die Lage der Christen im Nahen Osten aufmerksam machen“: Damit beschreibt der syrisch-orthodoxe Christ Simon Jacob die Zielsetzung des neu gegründeten „Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland ZOCD“, dessen Vorsitzender er ist. Mit der gerichtlichen Registrierung ist der Verein kürzlich rechtswirksam geworden. Der offizielle Festakt zur Gründung soll im Juli in München erfolgen, wo der Zentralrat seinen Sitz hat. Der Vize-Fraktionschef der Union im Bundestag, Johannes Singhammer, wird dazu erwartet, ebenso die Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche. „Die Initiative für den Zentralrat ging auf die Konrad-Adenauer-Stiftung zurück. Sie hatte Engagierte aus den altorientalischen Christen vor drei Jahren zu einer Begegnung zusammengerufen. Jetzt ist daraus der Zentralrat entstanden.“ Dieser organisiert diejenigen Kirchen in Deutschland, die wegen ihrer Ablehnung des Konzils von Chalzedon von 451 und seiner Zwei-Naturen-Lehre als altorientalisch bezeichnet werden. Dazu gehören die koptisch-orthodoxe Kirche, die syrisch-orthodoxe und – mit einer noch etwas anderen Vorgeschichte – die Apostolische Kirche des Ostens. Von Ägypten über Syrien und die Türkei bis in den Irak und Iran reicht die ursprüngliche geografische Ausdehnung dieser Kirchen, deren Diaspora sich heute in aller Welt findet.

    Jacob will die Vertretung der altorientalischen Christen aber nicht exklusiv verstanden wissen. „Wir mussten irgendwo ansetzen und haben uns für die Kirchen der altorientalischen Tradition und des ostsyrischen Ritus entschieden. Die Kirchen der byzantinischen Tradition gehören deshalb nicht zu den Gründungsmitgliedern. Wir schließen aber niemanden aus. Jeder ist willkommen, bei uns mitzuarbeiten. In unserem Beirat finden sich Katholiken und Protestanten. Außerdem vertreten wir ja auch die chaldäische Kirche, die unserer Tradition entspringt, aber mit Rom uniert ist.“ Jacob betont, dass dogmatische Unterschiede nicht den caritativen und kulturellen Einsatz für die orientalischen Christen in Deutschland und im Nahen Osten behindern dürfen. „Das können wir uns heute gar nicht mehr leisten.“

    Jacob, der bis vor kurzem Integrationsbeauftragter der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland war, sieht sich und seinen Verein als Brückenbauer. „Wir sind zwar zumeist hier in Deutschland geboren, viele schon in der dritten und vierten Generation, und betrachten uns als gut integrierte Mitglieder der deutschen Gesellschaft. Gleichzeitig kennen alle der im Zentralrat Engagierten die Mentalität, Kultur und Sprache des Nahen Ostens. Das hilft uns, in beiden Welten zuhause zu sein und vermitteln zu können.“ Jacob plant, Kontakt zu den muslimischen Verbänden in Deutschland aufzunehmen und in einen Dialog zu treten. „Diese, etwa der Zentralrat der Muslime, haben eine besondere Verantwortung. Sie müssen in ihren Herkunftsländern von der Toleranz und Freiheit berichten, die sie hier in Deutschland so selbstverständlich genießen. Das könnte helfen, diese Werte auch im Nahen Osten zu verbreiten, an deren Mangel die dortigen Christen so leiden.“

    Besonderes Augenmerk liegt derzeit auf der Lage der Christen in Syrien. Ende März waren deshalb Vertreter des Zentralrats bei Bundesinnenminister Friedrich, um diesen hinsichtlich der Aufnahme syrischer Flüchtlinge zu beraten. Jacob sieht die im Zentralrat organisierten Kirchen deshalb hier besonders in der Verantwortung, die Neuankömmlinge zu integrieren. Dazu hat der Zentralrat eigens einen Flüchtlingsbeauftragten berufen. „Alle syrischen Flüchtlinge sind schutzbedürftig. Aber die Christen Syriens sind besonders wehrlos. Sie haben es wegen ihrer Religion in den Flüchtlingslagern der Region oft besonders schwer. Ihnen müssen wir helfen. Der Bundesinnenminister hat deshalb mit Recht ihre besondere Hilfsbedürftigkeit festgestellt“, so Jacob.

    www.zocd.de