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    Botschafter: Papstbesuch in Moskau ist vorstellbar

    Wien (DT/KAP) Der russische Vatikan-Botschafter Alexander Awdejew hat im Gespräch mit katholischen Journalisten betont, dass ein Besuch von Papst Franziskus in Moskau – oder andernorts in dem eurasischen Land – vorstellbar sei. Das berichtete „Pro Oriente“ am Mittwoch. Als „sehr gut“ schätzt Awdejew demnach die Beziehungen zwischen Papst Franziskus und Präsident Wladimir Putin ein. Es habe schon zwei persönliche Begegnungen gegeben, auch telefonische Kontakte, insbesondere am 80. Geburtstag des Papstes. Awdejew nahm Bezug auf eine Aussage eines russisch-orthodoxen Bischofs. Dieser habe ihm kürzlich gesagt, dass jeder Tag „uns ein bisschen mehr dieser Begegnung annähert“. Es gebe zwar noch keinen Termin, „aber der Grundsatz ist da“, so der Diplomat.

    Wien (DT/KAP) Der russische Vatikan-Botschafter Alexander Awdejew hat im Gespräch mit katholischen Journalisten betont, dass ein Besuch von Papst Franziskus in Moskau – oder andernorts in dem eurasischen Land – vorstellbar sei. Das berichtete „Pro Oriente“ am Mittwoch. Als „sehr gut“ schätzt Awdejew demnach die Beziehungen zwischen Papst Franziskus und Präsident Wladimir Putin ein. Es habe schon zwei persönliche Begegnungen gegeben, auch telefonische Kontakte, insbesondere am 80. Geburtstag des Papstes. Awdejew nahm Bezug auf eine Aussage eines russisch-orthodoxen Bischofs. Dieser habe ihm kürzlich gesagt, dass jeder Tag „uns ein bisschen mehr dieser Begegnung annähert“. Es gebe zwar noch keinen Termin, „aber der Grundsatz ist da“, so der Diplomat.

    Awdejew war von 2008 bis Mai 2012 russischer Kulturminister und von 1996 bis 2002 Vizeaußenminister. Für das sowjetische Außenministerium arbeitete er seit 1968. Der Botschafter sagte, das Treffen von Papst Franziskus und Patriarch Kyrill von Februar 2016 in Havanna sei von historischer Bedeutung gewesen. Beide seien sich der Dramatik im Nahen Osten bewusst gewesen. Wörtlich sagte der Diplomat: „Wir waren damals mit einem veritablen Genozid an den Christen des Nahen Ostens konfrontiert. Zwischen 300 und 350 Christen wurden täglich durch die Extremisten getötet: Katholiken, Orthodoxe, orientalisch-orthodoxe Christen. In Anbetracht des drohenden totalen Verschwindens der Christen in diesem Teil der Welt, was die Natur des Nahen Ostens – der Heimat des Christentums – verändert hätte, konnten die beiden Oberhäupter der größten Kirchen der Welt nicht unbeteiligt bleiben.“ Der erste Schritt sei immer schwierig, aber er sei überzeugt, dass es weitere Treffen geben wird, so Awdejew.

    Papst und Patriarch hätten ihre religiösen und theologischen Differenzen beiseitegelegt. Damit hätten sie die öffentliche Meinung weltweit bewegt, unterstrich der russische Botschafter. Alle hätten zu verstehen begonnen, dass die Hauptbedrohung von den Dschihadisten ausging, und dass die Bevölkerung das Opfer war, in erster Linie die Christen. Nach dem gemeinsamen Appell von Papst und Patriarch sei die Suche nach einem gemeinsamen Vorgehen viel intensiver geworden. Auch in Russland habe die große Mehrheit die gemeinsame Erklärung von Havanna sehr positiv aufgenommen. Natürlich sei Russland ein komplexes Land, „wir haben unsere Konservativen, die immer gegen Kontakte mit den Katholiken sein werden“. Aber das seien nur wenige Leute. Papst Franziskus und seine Art, den Frieden zu fördern, werde in Russland generell sehr geschätzt. Awdejew thematisierte auch die guten Beziehungen zwischen Papst und Putin. Ein Gespräch im Dezember 2016 habe 25 Minuten gedauert, es sei um die Situation in der Welt gegangen. Allgemein seien die bilateralen Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Russland „ausgezeichnet“. Aktuell finde etwa in Moskau die größte Ausstellung von Bildern aus dem Vatikan statt.

    Ende des Jahres werde umgekehrt im Vatikan eine Ausstellung von biblischen Sujets in der russischen Malerei gezeigt werden. Nicht zu vergessen sei die Zusammenarbeit innerhalb der UNO. So sei eine Resolution zur Rettung der Christen im Nahen Osten vom Heiligen Stuhl und Russland ausgegangen.