• aktualisiert:

    Blutzeugen des 20. Jahrhunderts

    Köln (DT) Unter dem Titel „Eucharistische Blutzeugen des 20. Jahrhunderts“ zeigte eine Ausstellung in der Kölner Franziskanerkirche St. Marien während des gesamten Eucharistischen Kongresses, wie Blutzeugen aus dem Erzbistum Köln die von Benedikt XVI. beschriebene „Einswerdung mit der Selbstverschenkung Jesu Christi“ eindrücklich und glaubwürdig vorgelebt haben.

    Köln (DT) Unter dem Titel „Eucharistische Blutzeugen des 20. Jahrhunderts“ zeigte eine Ausstellung in der Kölner Franziskanerkirche St. Marien während des gesamten Eucharistischen Kongresses, wie Blutzeugen aus dem Erzbistum Köln die von Benedikt XVI. beschriebene „Einswerdung mit der Selbstverschenkung Jesu Christi“ eindrücklich und glaubwürdig vorgelebt haben.

    Dabei wurden die dreißig informierenden Schautafeln nicht nur durch einige Originaldokumente, wie etwa der Gebets- und Exerzitienzettel des als Mitwisser vom Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 hingerichteten Kolping-Gewerkschaftlers Heinrich Körner, untermauert, sondern auch durch die anschaulichen Schilderungen verschiedener Verwandter und Zeitgenossen der Märtyrer. Im Mittelpunkt standen so zunächst der 1945 an den Folgen der Haft im Konzentrationslager Buchenwald verstorbene Bonner Volksschullehrer Joseph Roth und der unter der kommunistischen Verfolgung 1946 in Albanien erschossene Pfarrer Joseph Marxen.

    Ein Höhepunkt der Ausstellung folgte dann sicherlich, als die inzwischen 99-jährige Zeitzeugin Else Krämer die Zuhörer an ihren Erinnerungen an ihre Lehrerin in Speyer, die heilige Edith Stein, teilhaben ließ. Zu einem weiteren Märtyrer der NS-Zeit, der im Konzentrationslager Dachau zu Tode gekommen war, nämlich der Mettmanner Kaplan und Kolping-Präses Johannes Flintrop, stellte Wilfried Meiswinkel mit dem von ihm verfassten Werk „Johannes Flintrop Märtyrerpriester“ die erste umfassende Biografie überhaupt im Rahmen des Eucharistischen Kongresses vor.

    Auch über das Martyrium des aus dem heutigen Kürten im Bergischen Land stammenden Dechanten Hubert Berger informierte der Biograf des Blutzeugen: Hatto Eiling, Verfasser der Biografie mit dem Titel „Dechant Hubert Berger. Pfarrer von Otzenrath und Opfer des KZ Dachau“. Der Band, der über Leben und Wirken dieses weiteren katholischen Opfers des Nationalsozialismus ausführlich informiert, macht zudem erstmals die knapp 60 von Berger in der Lagerhaft geschriebenen Briefe der Öffentlichkeit zugänglich.

    Berger war zunächst als Kaplan in Rheydt und Aachen tätig, bevor er 1931 Pfarrer des niederrheinischen Otzenrath wurde. Von Dezember 1941 bis unmittelbar vor Kriegsende war der Dechant im Konzentrationslager Dachau inhaftiert und starb am 30. November 1948 an den Folgen der unmenschlichen Haftbedingungen. Zum Verhängnis war ihm eine Predigt geworden, bei der er von einer Frau sprach, die bei einem Bombenangriff auf Aachen ums Leben gekommen war: Sie war vorher zwar aus der Kirche ausgetreten, dann aber mit einem Rosenkranz in den Händen aus den Trümmern geborgen worden.

    Eilings überaus kundigen Ausführungen über den von einem unerschütterlichen Gottvertrauen getragenen und gerade bei den Jugendlichen und Messdienern seiner Pfarrei immens beliebten Märtyrerpriester lauschten auch einige Mitglieder des Kölner Jugendclubs „Feuerstein“, die im Anschluss von Helmut Moll, dem Verfasser des deutschen Martyrologiums des 20. Jahrhunderts, durch die von ihm initiierte Ausstellung zu den Blutzeugen des 20. Jahrhunderts geführt wurden.

    Ergänzt wurde die informative Schau zudem durch ein Rollbanner der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, das an die Ermordung des italienischen Priesters Andrea Sontoro im Jahr 2006 in der Türkei erinnerte.

    Ein Hinweis darauf, dass das christliche Martyrium auch im 21. Jahrhundert nach wie vor ein Thema ist.