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    Bischofsstimmen aus dem deutschen Sprachraum

    Bamberg/Würzburg/Hamburg/Eichstätt (DT/KNA) Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sieht Korrekturbedarf in der katholischen Kirche. Nach dem vor 50 Jahren eröffneten Zweiten Vatikanischen Konzil habe es manche Fehlentwicklungen gegeben, erklärte Schick am Donnerstag. Diese seien aber nicht durch das Konzil verursacht worden. So habe das Konzil keine neue Liturgie erfunden. Vielmehr habe es die Feier aller Gottesdienste „bewusster, inniger, frömmer und lebensbestimmender“ machen wollen. Bei allen guten Impulsen seien aber „zu viel Gerede und Getue, zu viel ablenkende Aktionen und Experimentieren in die Liturgie eingezogen“. Fast völlig vergessen worden sei die Beichte, die auch zur Liturgie gehöre, bemängelte der Erzbischof. „Versöhnung, Buße und Neubeginn müssen wieder entdeckt werden, damit wir auf dem Weg des Heiles und des Friedens vorankommen.“ Zum Verhältnis von Priestern und Laien erklärte Schick, wenn heute in der Kirche um Machtpositionen gerungen werde, sei dies ein „Abfall vom Konzil“. Beide sollten miteinander „zum Wohl und Heil aller Menschen und der ganzen Welt“ arbeiten. Dabei gelte es für alle Getauften, aus der Passivität herauszukommen. Die Priester sollten mehr Seelsorger sein, um das ganze Volk Gottes zu aktiven Christen zu machen. Positiv hob Schick die Fortschritte in der Ökumene seit dem Konzil hervor. „Wir haben viel erreicht, aber es liegt auch noch viel vor uns.“ Dabei dürfe es nicht um den kleinsten gemeinsamen Nenner gehen. „Wenn wir so tun, als wären wir einig, obwohl wir es in wesentlichen Glaubensüberzeugungen noch nicht sind, ist das nicht Einheit in Jesus Christus.“

    Bamberg/Würzburg/Hamburg/Eichstätt (DT/KNA) Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sieht Korrekturbedarf in der katholischen Kirche. Nach dem vor 50 Jahren eröffneten Zweiten Vatikanischen Konzil habe es manche Fehlentwicklungen gegeben, erklärte Schick am Donnerstag. Diese seien aber nicht durch das Konzil verursacht worden. So habe das Konzil keine neue Liturgie erfunden. Vielmehr habe es die Feier aller Gottesdienste „bewusster, inniger, frömmer und lebensbestimmender“ machen wollen. Bei allen guten Impulsen seien aber „zu viel Gerede und Getue, zu viel ablenkende Aktionen und Experimentieren in die Liturgie eingezogen“. Fast völlig vergessen worden sei die Beichte, die auch zur Liturgie gehöre, bemängelte der Erzbischof. „Versöhnung, Buße und Neubeginn müssen wieder entdeckt werden, damit wir auf dem Weg des Heiles und des Friedens vorankommen.“ Zum Verhältnis von Priestern und Laien erklärte Schick, wenn heute in der Kirche um Machtpositionen gerungen werde, sei dies ein „Abfall vom Konzil“. Beide sollten miteinander „zum Wohl und Heil aller Menschen und der ganzen Welt“ arbeiten. Dabei gelte es für alle Getauften, aus der Passivität herauszukommen. Die Priester sollten mehr Seelsorger sein, um das ganze Volk Gottes zu aktiven Christen zu machen. Positiv hob Schick die Fortschritte in der Ökumene seit dem Konzil hervor. „Wir haben viel erreicht, aber es liegt auch noch viel vor uns.“ Dabei dürfe es nicht um den kleinsten gemeinsamen Nenner gehen. „Wenn wir so tun, als wären wir einig, obwohl wir es in wesentlichen Glaubensüberzeugungen noch nicht sind, ist das nicht Einheit in Jesus Christus.“

    Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann rief dazu auf, den Glauben neu kennen und vertiefen zu lernen. Wichtig sei der „Geschmack am Glauben“, der nicht ein Gerüst aus Ge- und Verboten sei, sondern die Weise, dem lebendigen und gegenwärtigen Herrn Jesus Christus zu begegnen, sagte Hofmann am Donnerstagabend zur Eröffnung des „Jahrs des Glaubens“ in Würzburg. Als Zeugin des Glaubens nannte der Bischof Hildegard von Bingen. Sie habe zutiefst aus und mit der Heiligen Schrift gelebt. So sei auch jeder einzelne Gläubige von Gott aufgerufen, Zeuge seiner Liebe zu sein. Gleichzeitig erinnerte Hofmann an die Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren. Als junger Theologiestudent habe er selbst erlebt, wie frischer Wind durch die von Papst Johannes XXIII. aufgerissenen Türen und Fenstern der Kirche zog und weit über die katholische Kirche hinaus Hoffnungen geweckt wurden. Zugleich habe das Konzil erfolgreich Bestrebungen abgewehrt, „die Glaubenslehre zu einer innerweltlichen Heilslehre zu machen“. Wichtig gewesen seien die neuen Impulse für die Liturgie, eine stärkere Mitwirkung der Laien, ökumenische Annäherungen und eine Öffnung zur heutigen Welt und Kultur.

    Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sagte am Donnerstag im Ingolstädter Liebfrauenmünster, statt über die Glaubenskrise zu jammern sollte die Kirche wieder mehr auf die Bereitschaft Einzelner zu Aufbruch und Umkehr setzen. In der Kirchengeschichte seien es stets einzelne Männer und Frauen gewesen, die in Krisenzeiten andere auf den Weg brachten und zu einer Wende beigetragen hätten. „Maßeinheiten wie Menge, Masse, Mehrheit sind nicht die Hauptkategorien der Geschichte, die Gott in dieser Welt schreibt.“ Gott setze auf den Einzelnen. Zugleich wandte sich Hanke gegen ein Schönreden des verbreiteten Abbruchs der Glaubenspraxis. Auch vielen Getauften diene die „Tür des Glaubens“ nur noch als Notausgang und nicht als Haupteingang.

    Die Stärkung der Ortskirchen durch das Zweite Vatikanische Konzil bietet nach Einschätzung des Hamburger Erzbischofs Werner Thissen noch viel Potenzial. „Im Konzilstext ,Lumen Gentium‘ heißt es ,Die Kirche baut sich auf aus dem Zueinander der Ortskirchen‘. Ich weiß nicht, ob Sie sich vorstellen können, was da für ein Sprengstoff drin sitzt“, sagte er am Donnerstagabend im Hamburger Mariendom. Dahinter verberge sich die Frage „Wer hat's denn nun zu sagen? Der Papst oder die jeweiligen Bischöfe?“, so der Erzbischof. „Wir sind als Erzbistum Hamburg nicht eine Filiale von Rom, und Rom ist nicht Kirche ohne die Ortskirchen in der ganzen Welt, und die Ortskirchen sind nicht Kirche ohne Rom.“