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    Bischof mit Bürgersinn

    Über den heiligen Maximus von Turin wissen wir nicht allzu viel. Er wurde 398 zum ersten Bischof der Stadt Turin ernannt, und neben dem heiligen Ambrosius ist er es, der das Christentum in Norditalien gefördert und verbreitet hat.

    Über den heiligen Maximus von Turin wissen wir nicht allzu viel. Er wurde 398 zum ersten Bischof der Stadt Turin ernannt, und neben dem heiligen Ambrosius ist er es, der das Christentum in Norditalien gefördert und verbreitet hat.

    Etwa neunzig Predigten sind von ihm erhalten, in denen er unter anderem die Bewohner der Stadt gegen die Horden von Barbaren unterstützte und stärkte, die von den Alpen her anzurücken drohten. Maximus gelang es, die Christen der Stadt um sich – als Oberhirten – zu versammeln, und damit soziale Spannungen zu entschärfen und die moralische Ordnung wiederherzustellen.

    „Rein, um zu heiligen; süß, um zu stärken; streng, um

    zu strafen“

    Maximus betont dabei immer wieder, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen einem guten Christen und einem rechtschaffenen Bürger – das eine lässt sich nicht vom anderen trennen. Als „Wache“ und „Späher“ (Benedikt XVI. in einer Katechese vom 31. Oktober 2007 über den Heiligen) nahm er seine Funktion in einer Gesellschaft wahr, in der die zivilen Autoritäten immer weniger ihrer Verantwortung gerecht wurden und ihr völliger Zusammenbruch nicht mehr fern schien.

    „Wie die Biene“, so sagte er in einer seiner Homilien, „achten die Bischöfe auf die Keuschheit des Leibes, reichen die Speise des himmlischen Lebens, gebrauchen den Stachel des Gesetzes. Sie sind rein, um zu heiligen; süß, um zu stärken; streng, um zu strafen.“ So beschrieb der Kirchenvater Maximus die Aufgabe eines Bischofs in seiner eigenen Epoche.

    Auch wenn sich die Zeiten gewandelt haben, ist es dennoch wichtig daran zu erinnern, dass ein Leben im Glauben sich nicht von den alltäglichen Pflichten innerhalb der Gesellschaft trennen lässt – so wie es Maximus in seinen Predigten vor 1 600 Jahren den Bürgern im Römischen Reich verkündete.

    Oder, wie Papst Benedikt XVI. es in seiner Katechese über den Kirchenvater der Antike zum Ausdruck brachte: „Die Einheit des Lebens der Christen erfordert die Kohärenz zwischen Glauben und Leben, zwischen Evangelium und Kultur.“