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    Bischof Kapellari: Enzyklika „Humanae vitae“ ist Leitstern

    Graz (sb) Zu den „heutigen Wunden der Gesellschaft“ gehören für den steirischen Diözesanbischof Egon Kapellari die Krise der Ehe und die schwindende Zahl von Kindern bei der angestammten Bevölkerung. Bei einer Festmesse zum Marienfeiertag am Montag in der Grazer Basilika Mariatrost rief Kapellari die Christen auf, sich nicht lähmen zu lassen. Die „weithin verkannte oder unbekannt gebliebene Enzyklika Humanae vitae“ bezeichnete Kapellari als einen „Leitstern, der helfen kann, Wunden zu erkennen und zu heilen“.

    Graz (sb) Zu den „heutigen Wunden der Gesellschaft“ gehören für den steirischen Diözesanbischof Egon Kapellari die Krise der Ehe und die schwindende Zahl von Kindern bei der angestammten Bevölkerung. Bei einer Festmesse zum Marienfeiertag am Montag in der Grazer Basilika Mariatrost rief Kapellari die Christen auf, sich nicht lähmen zu lassen. Die „weithin verkannte oder unbekannt gebliebene Enzyklika Humanae vitae“ bezeichnete Kapellari als einen „Leitstern, der helfen kann, Wunden zu erkennen und zu heilen“.

    Der steirische Bischof, der auch stellvertretender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz ist, nahm damit Stellung zu einer aktuellen Kontroverse um Humanae vitae und die ebenfalls vor 40 Jahren veröffentlichte „Mariatroster Erklärung“ der österreichischen Bischöfe. Im Mitarbeitermagazin seiner Diözese, „kirche konkret“, hatte Kapellari geschrieben, er sei überzeugt, dass die damaligen Bischöfe Österreichs „im Jahr 1968 im Rahmen ihrer damaligen Einsichten und der damaligen gesamtgesellschaftlichen und kirchlichen Situation sehr verantwortungsvoll gehandelt haben“. Die Enzyklika Pauls VI. bleibe im Ganzen „eine großartige Prophetie für das menschliche Leben und die Liebe“. In seiner Predigt in Mariatrost am Montag stellte Bischof Kapellari klar, dass dies „keinen Dissens zur Enzyklika und zum päpstlichen Lehramt von damals und heute“ bedeute. Die Zahl derer, die Humanae vitae verstehen, solle größer werden. „Wir müssen gemeinsam bereit sein, tiefer zu denken, tiefer zu graben und tiefer zu fragen“, so Kapellari. Der Bischof von Graz-Seckau warb zugleich für „Allianzen für einen noch größeren Einsatz für das Leben“. Mit Blick auf die in Österreich noch verbotene Euthanasie sagte Kapellari wörtlich: „Der Damm wird nur halten, wenn die Christen ein Übermaß an Barmherzigkeit aufbringen.“

    Der Apostolische Nuntius in Österreich, Edmond Farhat, der Hauptzelebrant der Festmesse in Graz war, erinnerte daran, dass Humanae vitae lehre, „dass verantwortete Elternschaft einen inneren Bezug zur sittlichen Ordnung hat, die auf Gott zurückzuführen ist“. Das kirchliche Lehramt habe die Aufgabe, die Gewissen in rechter Weise zu bilden.