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    Bischof Ackermann: Opfer haben Recht auf Aufklärung

    Trier (DT/KNA) Die katholischen deutschen Bischöfe wollen alles ihnen Mögliche tun, um Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche aufzuklären. Das unterstrich der neue Missbrauchs-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, am Freitag vor Journalisten in Trier. Er hob hervor, die Opfer hätten ein Recht auf Aufklärung. Der Trierer Bischof war auf der am Donnerstag beendeten Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe zum bundesweiten Ansprechpartner für alle „Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich“ bestimmt worden. Ausdrücklich begrüßte Ackermann, dass durch die in den letzten Wochen hergestellte Öffentlichkeit in Sachen Missbrauch in der Kirche viele Opfer Mut gefasst hätten, sich zu melden. „Wir wollen den Dingen offensiv nachgehen“, sagte der Bischof. Als Missbrauchs-Beauftragter will er nach eigenem Bekunden auch deutlich machen, dass es keinen Grund gebe, die Kirche, die Priester sowie andere kirchliche Mitarbeiter unter einen Generalverdacht zu stellen. Der gute Ruf der Kirche sei beschädigt, er müsse wiederhergestellt werden. Ackermann warnte vor einer „Verdachtsoptik“. Seelsorge brauche einen Raum des Vertrauens. In der Frage, wann die Strafverfolgungsbehörden im Falle eines Verdachts eingeschaltet werden sollten, sagte Ackermann eine Prüfung zu. Bislang gebe es deshalb keine Pflicht zur Anzeige im Falle eines Verdachts, weil eine solche Vorschrift die Schwelle für Opfer erhöhen würde, sich zu melden. Den Vorwurf, die Kirche habe sich mit ihrer bisherigen Praxis einen Rechtsraum jenseits des Gewaltmonopols des Staates aufgebaut, nannte Ackermann abwegig. Er stellte klar, dass die Kirche die Kooperation mit den Staatsanwaltschaften suche. Zu seinen Aufgaben als Missbrauchs-Beauftragter gehört laut Ackermann die Überprüfung der kirchlichen Leitlinien aus dem Jahr 2002.

    Trier (DT/KNA) Die katholischen deutschen Bischöfe wollen alles ihnen Mögliche tun, um Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche aufzuklären. Das unterstrich der neue Missbrauchs-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, am Freitag vor Journalisten in Trier. Er hob hervor, die Opfer hätten ein Recht auf Aufklärung. Der Trierer Bischof war auf der am Donnerstag beendeten Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe zum bundesweiten Ansprechpartner für alle „Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich“ bestimmt worden. Ausdrücklich begrüßte Ackermann, dass durch die in den letzten Wochen hergestellte Öffentlichkeit in Sachen Missbrauch in der Kirche viele Opfer Mut gefasst hätten, sich zu melden. „Wir wollen den Dingen offensiv nachgehen“, sagte der Bischof. Als Missbrauchs-Beauftragter will er nach eigenem Bekunden auch deutlich machen, dass es keinen Grund gebe, die Kirche, die Priester sowie andere kirchliche Mitarbeiter unter einen Generalverdacht zu stellen. Der gute Ruf der Kirche sei beschädigt, er müsse wiederhergestellt werden. Ackermann warnte vor einer „Verdachtsoptik“. Seelsorge brauche einen Raum des Vertrauens. In der Frage, wann die Strafverfolgungsbehörden im Falle eines Verdachts eingeschaltet werden sollten, sagte Ackermann eine Prüfung zu. Bislang gebe es deshalb keine Pflicht zur Anzeige im Falle eines Verdachts, weil eine solche Vorschrift die Schwelle für Opfer erhöhen würde, sich zu melden. Den Vorwurf, die Kirche habe sich mit ihrer bisherigen Praxis einen Rechtsraum jenseits des Gewaltmonopols des Staates aufgebaut, nannte Ackermann abwegig. Er stellte klar, dass die Kirche die Kooperation mit den Staatsanwaltschaften suche. Zu seinen Aufgaben als Missbrauchs-Beauftragter gehört laut Ackermann die Überprüfung der kirchlichen Leitlinien aus dem Jahr 2002.