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    Bildungsstandort Benediktbeuern gesichert

    Benediktbeuern (DT) Wie es um die traditionsreiche Ordenshochschule der Salesianer in Benediktbeuern – und um die Weiterführung des dort angebotenen Studienbetriebs – bestellt ist, darauf werden sich in den kommenden Wochen Vertreter des Ordens in Gesprächen mit den bayerischen Bischöfen verständigen müssen. Die Philosophisch-Theologische Hochschule (PTH), etwa sechzig Kilometer südlich von München gelegen, kann wegen finanzieller Probleme von ihrem Träger, der Ordensprovinz, nicht länger unterhalten werden. Bereits im laufenden Wintersemester 2010/2011 konnten keine Studienanfänger mehr aufgenommen werden.

    Benediktbeuern (DT) Wie es um die traditionsreiche Ordenshochschule der Salesianer in Benediktbeuern – und um die Weiterführung des dort angebotenen Studienbetriebs – bestellt ist, darauf werden sich in den kommenden Wochen Vertreter des Ordens in Gesprächen mit den bayerischen Bischöfen verständigen müssen. Die Philosophisch-Theologische Hochschule (PTH), etwa sechzig Kilometer südlich von München gelegen, kann wegen finanzieller Probleme von ihrem Träger, der Ordensprovinz, nicht länger unterhalten werden. Bereits im laufenden Wintersemester 2010/2011 konnten keine Studienanfänger mehr aufgenommen werden.

    Umso erleichterter und dankbarer fiel die Reaktion der Salesianer Don Boscos aus, nachdem die bayerischen Bischöfe auf ihrer Freisinger Herbstvollversammlung am 11. November 2010 ihren Beschluss bekannt gaben, neben den übrigen drei katholischen Hochschulen im Freistaat – die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die Katholische Stiftungsfachhochschule München sowie die Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München – vor allem auch den Bildungsstandort Benediktbeuern erhalten zu wollen.

    Bislang ist es dort möglich, das Studium der Katholischen Theologie mit dem Diplom, dem Lizenziat, der Promotion sowie der Habilitation abzuschließen. Zudem ist Benediktbeuern bundesweit der einzige theologische Standort, an dem in Zusammenarbeit mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule Theologie parallel mit Sozialarbeit studiert werden kann, was in Hinblick auf die Ausbildung künftiger kirchlicher Mitarbeiter insbesondere für den sozialen, karitativen und pastoralen Bereich von großer Bedeutung ist. Außerdem bilden die Salesianer an ihrer Universität Theologen sowie ihren eigenen Nachwuchs aus.

    Pater Franz-Ulrich Otto, Provinzialvikar in München, würdigt die Erklärung der Bischöfe, die Hochschulausbildung in Benediktbeuern unterstützen zu wollen: „Die Richtung ist sicherlich gut, die Entscheidung muss jetzt umgesetzt werden. Alles Weitere ist in Bearbeitung. Wir haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt und sind im Gespräch mit dem Katholischen Büro.“ Das Katholische Büro dient als Schnittstelle zwischen den bayerischen Bischöfen und der Regierung des Freistaats Bayern.

    Es gilt nun, wichtige Detailfragen zu klären. Dazu gehört zunächst: Wie kann eine nachhaltige Finanzierung gewährleistet werden? Aber auch Grundsätzliches steht auf dem Spiel: Kann die Theologie insgesamt erhalten werden? Wird es weiterhin eine Zusammenarbeit zwischen der Philosophisch-Theologischen Hochschule und der Katholischen Stiftungsfachhochschule geben? Pater Ottos Einschätzung für den Zeitrahmen, der für eine Präzisierung der Vorstellungen erforderlich ist, wie es für die Ordenshochschule weitergehen kann: „Innerhalb des nächsten Vierteljahres sollen in Hinblick auf kommende Studierende ab dem Wintersemester 2011/12 Konturen gesetzt werden. Wir müssen entscheiden, welche Studiengänge ab Herbst konkret angeboten werden.“

    Gegründet wurde der Orden der Salesianer vom heiligen Don Bosco (1815–1888), der in Turin heimatlosen Jugendlichen wieder eine Perspektive zu einem christlichen Leben gab, indem er ihnen vor dem Hintergrund christlicher Wertevorstellungen Beschäftigungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten verschaffte und ihnen Unterkünfte bot. Seine Ordensgemeinschaft stellte er unter den Schutz des heiligen Franz von Sales. Heute sind die Salesianer nach den Jesuiten der weltweit zweitgrößte männliche Orden, vor allem in der Jugendpastoral und der Jugendbildung in 130 Staaten im Einsatz, aber auch in der Heimerziehung, Berufsbildung und der Mission aktiv. In Deutschland sind 350 Patres sowie 1 600 kirchliche Mitarbeiter in 35 Einrichtungen tätig. Die salesianische Spiritualität stellt die christliche Nächstenliebe in den Mittelpunkt allen menschlichen Handelns: alles, was man tut, soll auf eine liebevolle, herzliche Art getan werden.

    Der Standort Benediktbeuern als Ausbildungsstätte für den Salesianer-Nachwuchs hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Einst um 739 unter Mitwirkung des Apostels der Deutschen, des heiligen Bonifatius, gegründet, diente das damalige Kloster Beuron/ Benediktbeuern bereits im frühen Mittelalter als Schreib- und Unterrichtsschule. 1930 wurde die Klosteranlage von den Salesianern erworben, die ein Jahr später für Mitglieder des Ordens die Philosophisch-Theologische Hochschule gründeten. Diese erhielt 1981 die Anerkennung als nichtstaatliche wissenschaftliche Hochschule, an der es 2009 (zusammen mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule) insgesamt gut 600 Studierende gab.