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    Bezeugung des Glaubens, Sorge um die Bedürftigen

    Sein voller Titel lautet „Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes von Jerusalem von Rhodos und von Malta – früher zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta“. 13 500 Mitglieder in der Welt – Ritter und Damen – gehören der karitativen Ordensgemeinschaft der Malteser als Mitglieder an und der Sitz des im elften Jahrhundert entstandenen Ritterordens ist seit 1834 in Rom. Ende Mai hat das Generalkapitel der Malteser Albrecht Freiherr von Boeselager zum Großkanzler gewählt – ein Amt, in dem der gebürtige Rheinländer und Jurist unter dem Großmeister der Malteser, dem Engländer Fra’ Matthew Festing, für die inneren Angelegenheiten und die Beziehungen der Malteser zu den Staaten zuständig ist. Derzeit unterhält der Malteserorden diplomatische Beziehungen zu 104 Ländern, unter anderem zur Mehrheit der europäischen Staaten. Baron Boeselager bekleidete von 1989 bis 2014 bereits das Amt des Großhospitaliers des Ordens. Geboren wurde er 1949 in Kreuzberg an der Ahr als Sohn von Philipp von Boeselager, einem der wenigen Überlebenden des 20. Juli 1944, und hat fünf Kinder. Von 1994 bis 2005 war er Mitglied des Päpstlichen Rates Cor Unum. Seit 1990 ist er Mitglied des Päpstlichen Rats für die Gesundheitsdienste.

    Baron Albrecht von Boeselager, Großkanzler des Malteserordens. Foto: PD Malteser

    Sein voller Titel lautet „Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes von Jerusalem von Rhodos und von Malta – früher zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta“. 13 500 Mitglieder in der Welt – Ritter und Damen – gehören der karitativen Ordensgemeinschaft der Malteser als Mitglieder an und der Sitz des im elften Jahrhundert entstandenen Ritterordens ist seit 1834 in Rom. Ende Mai hat das Generalkapitel der Malteser Albrecht Freiherr von Boeselager zum Großkanzler gewählt – ein Amt, in dem der gebürtige Rheinländer und Jurist unter dem Großmeister der Malteser, dem Engländer Fra’ Matthew Festing, für die inneren Angelegenheiten und die Beziehungen der Malteser zu den Staaten zuständig ist. Derzeit unterhält der Malteserorden diplomatische Beziehungen zu 104 Ländern, unter anderem zur Mehrheit der europäischen Staaten. Baron Boeselager bekleidete von 1989 bis 2014 bereits das Amt des Großhospitaliers des Ordens. Geboren wurde er 1949 in Kreuzberg an der Ahr als Sohn von Philipp von Boeselager, einem der wenigen Überlebenden des 20. Juli 1944, und hat fünf Kinder. Von 1994 bis 2005 war er Mitglied des Päpstlichen Rates Cor Unum. Seit 1990 ist er Mitglied des Päpstlichen Rats für die Gesundheitsdienste.

    Als Großhospitalier in der römischen Ordensleitung waren Sie seit 1989 für die caritativen, sozialen und humanitären Werke des Malteser-Ordens zuständig. Ändert sich jetzt Ihr Leben? Oder wechseln Sie nur den Schreibtisch?

    Es ändert sich nicht mein Leben, aber es ändert sich etwas in meinem Leben...

    Was?

    Es ändert sich der Schreibtisch und es ändern sich die Aufgaben. Ich bin jetzt mehr für organisatorische Dinge, für die Führung des auswärtigen Dienstes und der Verwaltung des Ordens zuständig. Es wird für mich in dieser neuen Aufgabe sehr hilfreich sein, dass ich in meinem vorherigen Amt für die medizinischen, humanitären und sozialen Dienste des Ordens zuständig war. So kann ich jetzt die Administration besser auf unsere Aufgaben ausrichten.

    Was sind für Sie „starke“ Augenblicke Ihrer Tätigkeit im Orden – und was ist eher ermüdende Routine?

    Die ermüdenden Routinen sind ähnlich wie in anderen Berufen und Aufgaben, das ist Schreibtischarbeit, Organisatorisches, das sind Ärgerlichkeiten, wie es sie überall gibt. Aber die starken Augenblicke sind eigentlich zwei. Da ist einmal die Begegnung mit Menschen in Not und die Ermutigung, die daraus kommt, diesen Menschen einerseits helfen zu können, aber auch andererseits zu erleben, wie Menschen, deren Würde mit Füßen getreten wird oder die in schwierigen Situationen sind, mit Größe ihre Würde wahren und ihr Schicksal tragen. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, immer wieder Helfer zu erleben, die wirklich ihr Letztes geben, um Menschen in Not beizustehen. Weltlich würde man sagen, es gibt da gar nicht so wenige Helden, und christlich würde man sagen, gar nicht so wenige Heilige.

    Sie sind Oboedienzritter der Malteser, also Mitglied eines religiösen Ordens. Ordensleute spürten am Anfang eine Berufung, oft gab es ein Berufungs-Erlebnis... Hatten Sie das auch? Was sehen Sie als Ihre Berufung?

    Da kommen zwei Dinge zusammen. Mein Vater war Malteser, er war sehr engagiert, er hat mit den Lourdes-Pilgerfahrten angefangen und ich habe zuhause von Kind an sein Engagement im Malteser-Orden erlebt und die Malteser waren mir deshalb sehr vertraut. Solange man von Gott nicht irgendwohin rausgerufen wird, liegt die Berufung da, wo man ist. Das zweite war meine erste Lourdes-Fahrt: Ich hatte die etwas natürliche Skepsis von heranwachsenden Söhnen gegenüber dem, was die Eltern machen – ich wollte mir das erst einmal anschauen, aber mit ein bisschen Distanz. Ich habe dann in Lourdes Dienst vor den Bädern gemacht, wollte aber unter keinen Umständen in die Bäder hinein. In einem bestimmten Augenblick kam aber ein Helfer heraus und sagte: „Wir brauchen dich, du musst uns hier helfen.“ Da bin ich rein und habe erlebt, wie zwei Patres die Kranken behandelt und ihre Wunden geküsst haben. Das hat mich schon umgewälzt, das hat mich gepackt.

    Gibt es geistliche Schriftsteller, die Sie besonders bereichern?

    Da gibt es viele und die Schwerpunkte ändern sich im Leben. Ich habe Benedikt gerne gelesen, sowohl die Enzykliken als auch Bücher, die ein sehr gutes Fundament geben und relativ leicht lesbar sind, auch für jemanden, der keine akademische, theologische Ausbildung hat. Als geistliche Lektüre habe ich Raniero Cantalamessa, den Prediger des päpstlichen Hauses, sehr gern. Dann habe ich Augustinus gelesen, Franz von Sales, früher viel von Adrienne von Speyer, teilweise Hans Urs von Balthasar.

    Als Großkanzler sind Sie – ähnlich wie der Staatssekretär des Vatikans – für die inneren Angelegenheiten und die internationalen Beziehungen des Ordens zuständig. Der Malteser-Orden unterhält zu über hundert Staaten diplomatische Beziehungen. Kann er – ähnlich wie der Vatikan – eine diskrete humanitäre Arbeit auf dem Parkett der internationalen Diplomatie leisten?

    Ich würde das nicht direkt mit dem Vatikan vergleichen, wir haben natürlich nicht das Gewicht und die Bedeutung des Vatikans. Aber unsere Botschafter können schon einiges an humanitärer Arbeit leisten, nicht nur diskret, sondern auch ganz offen. Um ein paar Beispiele zu nennen: In Kongo (Zaire) haben wir eine Vereinbarung mit der Regierung, dass Hilfsgüter für alle katholische Institutionen über die Botschaft des Ordens zollfrei eingeführt werden können. Wir versorgen darüber sehr viele Orden in diesen Ländern. Das ist eine riesige logistische Organisation und geht eben nur über den diplomatischen Status. Zu den wirklich diskreten humanitären Aktionen nenne ich andere Beispiele: In einem zentralafrikanischen Land hat unser Botschafter entdeckt, dass im Zentralgefängnis keine Trennung zwischen Männern und Frauen bestand. Man kann sich vorstellen, was da los war. Die Regierung hat sich einerseits nicht sonderlich darum gekümmert, andererseits war sie doch peinlich berührt über diese Zustände und hat deswegen auch das Rote Kreuz nicht hereingelassen. Unser Botschafter ist zur Regierung gegangen und hat gesagt, erlauben Sie uns, etwas zu tun, wir garantieren Ihnen, dass keiner etwas erfährt. Er hat dann mitten durch das Gefängnis eine Mauer gebaut, Männer und Frauen getrennt und noch eine kleine Klinik hineingebaut. Im ersten Libanon-Krieg hat unser Botschafter Hunderte von Geiseln freiverhandelt. Man hat im Westen nur von den vielen westlichen Geiseln gehört. Es waren aber viel mehr Libanesen, die als Geiseln genommen worden waren.

    Gibt es derzeit für die Arbeit der Malteser Brennpunkte oder Krisengebiete, auf die sich der Orden besonders konzentriert?

    Bevor ich die Frage konkret beantworte, möchte ich zunächst unterstreichen, dass im Vordergrund der Medien immer die Katastrophenarbeit steht. 90 bis 95 Prozent der Arbeit des Ordens ist jedoch stetige Arbeit, die nicht im Rampenlicht steht: Hospitäler, Heime, was der Malteser Hilfsdienst macht. Aber im Rahmen der Nothilfe und Katastrophenhilfe sind die Schwerpunkte jetzt Syrien, Uganda, Südsudan, Kongo als ein permanenter Krisenpunkt und Zentralafrika.

    Der Malteser-Orden ist auch ein Stück abendländischer Geschichte. Um die Kultur und die Werte des Abendlandes ist es nicht gut bestellt. Der Euro zählt, nicht aber der europäische Geist, der sich aus griechischen, jüdischen und christlichen Wurzeln speist. Hat der Malteser-Orden auch eine kulturelle Mission?

    Das hat er sicher. Einfach einmal davon ausgehend, dass das Leben und die Bezeugung sowie Umsetzung christlicher Werte in sich schon eine kulturelle Dimension und Funktion haben. Darüber hinaus wird der Orden mehr und mehr im Erziehungswesen tätig, zum Beispiel in Deutschland wird jetzt das dritte Gymnasium übernommen – und zwar das Antoniuskolleg in Neunkirchen-Seelscheid. Das kann man auch unter die kulturelle Arbeit zählen, weil wir dort die besonderen Werte, die im Malteser-Orden eine Rolle spielen, vermitteln wollen, wie die praktische Nächstenliebe, die Achtung der anderen Menschen, des Armen und der weniger gut Gestellten. Das geht auch einher mit einer Wertschätzung vernünftiger, nicht übertriebener Liturgie, schöner Einrichtung unserer Häuser, also auch für Geschmack zu sorgen, weil das mit Religion und Kultur direkt etwas zu tun hat. Um es traditionell auszudrücken: das Hochhalten ritterlicher Werte. Das alles hat kulturelle Bezüge.

    Im neunzehnten Jahrhundert kam es zu einer Art Neugründung des Ordens, dessen Leitung ab 1834 in Rom saß. Was hat man aus den Zeiten des alten Ritter-Ordens übernommen, was hat man hinter sich gelassen?

    Hinter sich gelassen hat man das militärische Engagement und die Herrschaft über ein gewisses Territorium, erst das Heilige Land, dann Rhodos, dann Malta. Wir haben uns wieder konzentriert auf das ursprüngliche Charisma: die Hilfe für Bedürftige und Notleidende und die Bezeugung des Glaubens. Das ist uns gut bekommen.

    Sie hatten im Vorfeld mitgewirkt, als sich das Generalkapitel des Ordens 1997 eine neue Verfassung und einen neuen Codex gegeben hat. Was hat sich damals geändert?

    Die Worte neue Verfassung und neuer Codex sind etwas groß, die beiden existierenden Texte sind teilweise erneuert und ergänzt worden. Die Struktur der Regionen ist etwas umgestellt worden. Nachdem der Orden weltweit sehr gewachsen war, ist ein zusätzliches Beratungsgremium eingeführt worden, das sich aus Vertretern der verschiedenen geografischen Gegenden zusammensetzt, um die Internationalität des Ordens besser zu reflektieren. Es ist die Finanzverwaltung reorganisiert und modernisiert worden. Der zweite Stand, der Stand der Oboedienzritter, ist für Damen und für Mitglieder, die nicht aus der Aristokratie stammen, geöffnet worden. Wobei es interessant ist zu wissen, dass die ursprüngliche Beschränkung des zweiten Stands auf den Adel nicht vom Orden ausgegangen ist, sondern vom Vatikan, weil man dort wollte, dass das als Experiment erst einmal auf eine gewisse Gesellschaftsgruppe beschränkt wird. Und die Voraussetzungen für die Übernahme bestimmter Ämter, nicht aller, sind erweitert worden.

    In Deutschland ist der katholische Adel das natürliche Reservoir für den Ordensnachwuchs. Wie kann man sich dort als Nicht-Adliger bei den Maltesern engagieren? Bleibt da nur das Ehrenamt beim Malteser Hilfsdienst?

    Auch in Deutschland gibt es viele nichtadelige Ordensmitglieder. Dass es ein natürliches Reservoire gibt, heißt ja nicht, dass der Nachwuchs auf dieses Reservoir beschränkt ist. Aber es ist gerade für Mitglieder der traditionell adligen Familien auch ein Ruf, ein Anruf, sich hier zu engagieren.

    Was kann ein Nicht-Adliger machen, wenn ihn das Ordensideal der Malteser anzieht?

    Die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft sind grundsätzlich für alle gleich. Wir erwarten, dass sich jemand aktiv in den Werken des Ordens eingesetzt und dort bewährt hat. Dann kann er von Mitgliedern vorgeschlagen werden.

    Welche Bedeutung hat Lourdes für den Malteser-Orden heute?

    Lourdes hat eine ganz zentrale Bedeutung für den Malteser-Orden, die in ihrem ganzen Umfang gar nicht beschrieben, sondern nur erlebt werden kann. Zum einen ist es der jährliche internationale Treffpunkt des Ordens. Es kommen ungefähr achttausend Mitglieder und Helfer zusammen, mit zwölfhundert Kranken aus allen Kontinenten. Und es ist der Ort, wo die Mitglieder den Orden und sich selbst in der Tätigkeit des Ordens am besten erfahren. Es ist der Punkt, wo beide Seiten des Charismas, die Bezeugung des Glaubens und die Hilfe für die Bedürftigen, untrennbar zusammenkommen. Das ist etwas, was man eigentlich nicht beschreiben, sondern wo man nur sagen kann: Kommt und seht. Viele machen dort – wie ich es für mich beschrieben habe – tiefgreifende persönliche Erfahrungen, aus denen dann Initiativen in den verschiedenen Ländern entstehen. Lourdes ist die Quelle für die stetige Erneuerung und Lebendigkeit des Ordens.

    Bei Ihrem jüngsten Treffen mit Journalisten in Rom hieß es, die Malteser-Hilfsdienste würden bei Ihren Einsätzen in arabischen oder afrikanischen Ländern die Erfahrung machen, dass muslimische Hilfsdienste mit den Maltesern besser zurechtkommen als mit säkularen oder staatlichen Organisation. Können Sie das etwas erläutern?

    Also diese Bemerkung gilt für nicht-fundamentalistische muslimische Länder. Muslime sind religiöse Menschen und verstehen Menschen, die in einer Gottes-Beziehung leben, also religiös motiviert sind, sehr viel besser als säkulare Menschen. Sie können uns besser einschätzen und auch unsere Motivation besser verstehen als bei säkularen Organisationen. Dort haben sie – ob berechtigt oder unberechtigt – aus ihrer Mentalität heraus den Verdacht, dass dahinter andere Motive stecken, die sie nicht einschätzen können. Darum arbeiten wir in vielen muslimischen Ländern gut mit Muslimen zusammen. Eines der bewegendsten Beispiele ist der Libanon, wo wir neun Kliniken betreiben, teilweise zusammen mit anderen Religionen, mit Drusen, Sunniten und im Süden auch mit Schiiten, zusammen mit einer schiitischen Stiftung. Dort gibt es schiitische Krankenschwestern, die unsere Krankenschwesterkleidung mit dem Kreuz tragen.

    Wenn man mit Maltesern in Deutschland spricht, ist immer wieder von den Jung-Maltesern die Rede. Was ist das? Stehen die jedem offen?

    Da gibt es zwei verschiedene Gruppen. Wir haben die Malteser-Jugend im Malteser Hilfsdienst, die eine Großorganisation mit beinahe neuntausend Mitgliedern ist und ganz normale Jugendarbeit macht mit dem Ziel, auch christliches Leben, christliche Werte nahezubringen und zu vertiefen. Dann gibt es die Gemeinschaft junger Malteser, die sehr viel mehr direkt an den Orden angebunden sind, eine relative kleine Gruppe, die sehr auf Freundschaft basiert, junge Leute, die sich zu einem vertieft religiösen Leben verpflichten und gleichzeitig sehr aktive Hilfswerke aufgebaut haben, mit einem Schwerpunkt im Libanon und in Rumänien, wo jährlich Ferien-Camps für Behinderte organisiert werden.

    Wie sehen die Beziehungen zu den lutherischen Johannitern aus? Ist das ein Vorbild für gelebte Ökumene?

    Mit dem Vorbild bin ich immer etwas vorsichtig. Es ist ein spezielles Verhältnis, was nur sehr schwer nachgemacht werden kann. Wir haben sehr gute Beziehungen zu den Johannitern, die auf verschiedenen Pfeilern ruhen. Erst einmal auf dem gemeinsamen Ursprung, der gleichen Tradition und damit der gleichen Zielrichtung und den gleichen Werten. So haben wir im vergangenen Jahr das 900-jährige Jubiläum der päpstlichen Anerkennung des Ordens in Berlin gemeinsam gefeiert. Das gute Verhältnis beruht auch auf vielen persönlichen Beziehungen, nicht zuletzt familiären Beziehungen, so dass das ein guter Mix ist, um ein vertrauensvolles Verhältnis zu haben. Dieses Verhältnis ist in den letzten Jahren sehr viel besser geworden, seitdem wir eine institutionelle Kooperationsgruppe habe, mit der wir alle uns gemeinsam betreffenden Dinge besprechen. Es gibt eine Reihe von Projekten, bei denen wir zusammenarbeiten. Wir haben die klare Regel, dass es nicht unsere Aufgabe ist, theologische Probleme anzugehen oder zu lösen. Wir haben auch den klaren Codex, dass jeder sich an die Regeln der eigenen Kirche hält und die der anderen respektiert.

    Bis auf Singapur und die Philippinen ist der gesamte asiatische Kontinent ein weißer Fleck für die Malteser. Würden Sie das gerne ändern? Ich denke zum Beispiel an Japan, da gibt es ja auch einen Adel...

    Wir sind dabei, das zu ändern. Wobei Japan vielleicht der schwierigste Punkt ist. Da hat es von Einzelnen große Anstrengungen gegeben, aber das ist nicht wirklich weitergekommen. In den Philippinen und in Singapur gibt es tatsächlich die einzigen Assoziationen. Aber wir haben Mitglieder in größerer Zahl in Thailand und Hongkong, möglicherweise bald auch in Südkorea. Wir haben jedes Jahr oder alle zwei Jahre ein Treffen aller Betroffenen im südasiatischen und südpazifischen sowie australischen Raum. Das nächste Treffen wird dieses Jahr in Hongkong sein. Dort werden wir wahrscheinlich die nächste Assoziation gründen. Wir wachsen dort, zumal auch das Christentum in diesen Ländern zum Teil stark wächst. Darüber hinaus haben wir in dem Raum sehr viele Aktivitäten, in Myanmar, in Thailand, in Laos, Kambodscha, Vietnam, in Indonesien, so dass wir da ziemlich präsent sind.