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    Betancourt dankt Maria

    Bogotá/Vatikanstadt (reg/dpa/rv) Die nach fast sechseinhalb Jahren Geiselhaft aus der Gewalt linker FARC-Rebellen befreite frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt ist am Donnerstag von Bogotá aus nach Paris geflogen. Zuvor hatte sie bei einer Pressekonferenz in der französischen Botschaft angekündigt, dass sie kommende Woche von Papst Benedikt XVI. im Vatikan empfangen werde. „Das ist ein Treffen, das man sich nicht entgehen lassen darf“, sagte die 46-Jährige. Der genaue Termin sei ihr noch nicht bekannt.

    Bogotá/Vatikanstadt (reg/dpa/rv) Die nach fast sechseinhalb Jahren Geiselhaft aus der Gewalt linker FARC-Rebellen befreite frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt ist am Donnerstag von Bogotá aus nach Paris geflogen. Zuvor hatte sie bei einer Pressekonferenz in der französischen Botschaft angekündigt, dass sie kommende Woche von Papst Benedikt XVI. im Vatikan empfangen werde. „Das ist ein Treffen, das man sich nicht entgehen lassen darf“, sagte die 46-Jährige. Der genaue Termin sei ihr noch nicht bekannt.

    Betancourt war am Dienstag zusammen mit vierzehn weiteren Geiseln bei der spektakulären Aktion „Schach“ von den Streitkräften durch einen Trick und ohne Blutvergießen befreit worden. Ihre Rettung aus der Hand der Rebellen am Fest Mariä Heimsuchung schrieb Betancourt der Fürsprache der Muttergottes zu. Der lateinamerikanische Nachrichtendienst „Noticieros Televisa International“ berichtete am Donnerstag, dass Betancourt in der Pressekonferenz vor dem Abflug der Jungfrau von Guadalupe gedankt habe: „Ich bin sicher, dass sie da war, um uns zu helfen“.

    Schon unmittelbar nach der Ankunft am Flughafen von Bogotá nach der Befreiung hatten Betancourt und ihre Angehörigen Gott und der Jungfrau Maria mit einem Gebet auf Knien gedankt. Betancourt berichtete nach der Landung, sie habe am Morgen nach dem Aufstehen den Rosenkranz gebetet. Am linken Handgelenk trug Betancourt während der Befreiungsaktion einen selbstgeknüpften Rosenkranz. Die Politikerin stammt aus einer tiefgläubigen Familie. Im Mai hatte ihre Schwester Astrid Betancourt der Zeitschrift „Panorama“ gegenüber erklärt, Ingrid und die gesamte Familie vertrauten auf die Gottesmutter und gäben die Hoffnung nicht auf.

    Benedikt XVI., den Betancourts Mutter Yolanda Pulecio Anfang Februar nach der Generalaudienz um sein Gebet für ihre Tochter gebeten hatte, ist erleichtert über die Befreiung, die „Anlass zur Hoffnung” für Kolumbien gibt. Das sagte Vatikansprecher Federico Lombardi, als die Nachricht über die Rettung der Politikerin bekannt wurde. „Die Nachricht von der Befreiung Ingrid Betancourts und der anderen Geiseln ist eine Nachricht, die uns mit großer Freude erfüllt. Natürlich hoffen wir, dass es sich dabei um ein positives Zeichen handelt, dem andere dieser Art folgen werden. Denn unglücklicherweise leiden immer noch viele Personen auf dieselbe Art, infolge der Gewalttat einer Geiselnahme.“, so Lombardi.

    Papst Benedikt hatte oftmals zur Freilassung dieser Geiseln aufgerufen, zuletzt am Dienstag in einer Botschaft an die kolumbianischen Bischöfe, denen er zum 100-jährigen Bestehen ihrer Bischofskonferenz gratulierte. „Der Appell des Papstes hat sein Ergebnis erbracht in dieser Befreiung, die wichtig, aber gleichzeitig begrenzt ist. Wir hoffen, dass alle diese Menschen die Freiheit wiedererlangen, und dass Kolumbien auf Frieden hoffen kann, auf eine Rückkehr zu einem Leben, das frei ist von der entsetzlichen Gewalt, die das Land seit langer Zeit quält.“

    Auch die kolumbianischen Bischöfe, die derzeit zu ihrer Vollversammlung in Bogota versammelt sind, begrüßten die Rettungsaktion. Dies sei eine „großartige Nachricht”, erklärte Kardinal Pedro Rubiano Saenz. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Luis Augusto Castro, sieht eine Chance auf ein Ende des bewaffneten Konflikts. Die Guerilla-Organisation müsse begreifen, dass nach einer Freilassung aller Geiseln die Tür für eine Verhandlungslösung offen stehe.