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    Tutzing

    Benediktiner-Priorin: Frauenweihe wäre selbstverständlich

    Die Priorin der Missions-Benediktinerinnen in Tutzing kann sich eine Priesterweihe von Frauen vorstellen und fordert, das derzeitige Priesterbild grundlegend zu revidieren.

    Benediktiner-Priorin fordert Priesterweihe von Frauen
    Anstelle einer Differenzierung an Geschlechtern schlägt Schönenberger vor, die Weihe auf Grundlage von Qualifikation und... Foto: Louis Marie Melchis (KNA)

    Die Priorin der Missions-Benediktinerinnen in Tutzing kann sich eine Priesterweihe von Frauen in Zukunft vorstellen. „Ich fände es eigentlich selbstverständlich, dass eine Frau auch geweiht werden kann“, erklärt Ruth Schönenberger im Gespräch mit „katholisch.de“. Dass man die Präsenz Christi auf das „Mannsein“ reduziere, verwundere sie. „Wir haben hier bei uns auch qualifizierte Theologinnen, denen nur die Weihe fehlt – sonst nicht“, so Schönenberger, die seit 2015 das Amt der Priorin innehat.

    Weihe auf Grundlage von Qualifikation und Weiterbildung

    Anstelle einer Differenzierung an Geschlechtern schlägt Schönenberger vor, die Weihe auf Grundlage von Qualifikation und Weiterbildung zu erteilen. „Man sollte wieder mehr darauf schauen, was Aufgabe eines Priesters ist.“ Als Leiter einer Pfarrei müssten Priester viele Dinge tun, die sie vermutlich nie gelernt hätten. Dafür ließen sich inzwischen aber auch andere Lösungen finden.

    Zudem müsse das derzeitige Priesterbild „grundlegend revidiert“ werden, so Schönenberger weiter. „Manchmal wundere ich mich, dass Priester sich nicht mehr wehren gegen die Entwicklung, die derzeit auch mit ihnen geschieht.“ Grundsätzlich sei sie sich jedoch nicht sicher, so die Priorin, ob eine stärkere Beteiligung von Frauen in kirchlichen Führungspositionen gewollt sei.

    Momentan würden Frauen eingesetzt, um Löcher zu stopfen

    Oft sei sie verärgert darüber, wenn Frauen in der Kirche in eine Position kämen, weil kein Priester mehr dafür zu finden sei. „Ich würde mir wünschen, dass man uns Frauen schätzt, weil wir qualifiziert sind und dass man uns deswegen will – nicht, weil Priester die Stelle nicht mehr besetzen können.“ Momentan stecke noch eher das Argument daher, dass es Löcher gebe, „die man stopfen muss“.

    DT/mlu

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