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    Auf dem Ungehorsam liegt kein Segen

    Wien (DT) Ohne sie namentlich zu nennen, hat der Apostolische Nuntius in Österreich, Peter Stephan Zurbriggen, die Pfarrer-Initiative am Donnerstagabend im Wiener Stephansdom gerügt.

    Wien (DT) Ohne sie namentlich zu nennen, hat der Apostolische Nuntius in Österreich, Peter Stephan Zurbriggen, die Pfarrer-Initiative am Donnerstagabend im Wiener Stephansdom gerügt.

    In seiner Predigt zum Jahrestag der Papstwahl sagte der Nuntius in Anwesenheit von Kardinal Christoph Schönborn und mehreren österreichischen Bischöfen: „Im festen Vertrauen auf den Heilsplan Gottes kann die Antwort auf pastorale Herausforderungen der heutigen Zeit bestimmt nicht ein ortskirchlicher Sonderweg sein. Dadurch würden Gruppen von Gläubigen oder Priestern oder einzelne Regionen die auch für sie selbst lebensspendende kirchliche Communio ausschließen.“ Das „Hören auf den Heiligen Vater“ müsse deshalb „ein freudiges Hinhören“ sein und nicht ein „gleichgültiges Weghören“. Erzbischof Zurbriggen weiter: „Noch schlimmer wäre es, wollte jemand den Ungehorsam zur Tugend machen. Christus war gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Seine Sendung war es, nicht seinen Willen, sondern in Gehorsam den Willen des Vaters zu vollbringen. Auf dem Ungehorsam, der von der Gemeinschaft der Kirche wegführt, liegt gewiss kein Segen!“

    „Auf die Mahnungen

    und Weisungen

    des Heiligen Vaters

    hören“

    Im Stephansdom sagte der Nuntius, der mittags bereits zu einem festlichen Empfang in die Nuntiatur geladen hatte, Papst Benedikt XVI. führe „die Kirche in Treue, Demut und Gehorsam dem Herrn gegenüber“ und werde dabei nicht müde, „mit Ausdauer und Zielstrebigkeit, gelegen oder ungelegen, den wahren Glauben zu verkünden und uns alle in diesem wahren Glauben zu bestärken“. In jeder Messe verbinde sich die Kirche durch die Nennung des Papstes mit ihm im Gebet, doch diese Verbundenheit habe nur dann Sinn, „wenn alle Hirten der Kirche und die Gläubigen durch das Band der Treue und des Gehorsams gegenüber dem Papst eine wahre Glaubensgemeinschaft bilden, die Kirche Gottes, die auf dem Fundament des Felsen Petri gegründet ist“. Das bedeute auch, „auf die Mahnungen und Weisungen des Heiligen Vaters zu hören“.

    „Eine ,Erneuerung

    des einen

    Subjekts

    Kirche‘“

    Nuntius Zurbriggen bezeichnete es als „abwegig, zwischen einer vorkonziliaren und nachkonziliaren Kirche oder zwischen einem vorkonziliaren und nachkonziliaren Glauben zu unterscheiden“. Die Hermeneutik der Reform, die der Papst in Übereinstimmung mit der Tradition der Kirche lehre, ziele auf eine „Erneuerung des einen Subjekts Kirche“. Dem diene auch das „Jahr des Glaubens“.

    Erzbischof Zurbriggen betonte, dass „alle lokalen katechetischen Hilfsmittel in voller Übereinstimmung mit dem Weltkatechismus stehen müssen“. Auch der schulische Religionsunterricht müsse sich „daran messen lassen, ob er Lehrmittel verwendet, die die kirchliche Lehre klar und anziehend vermitteln“.

    Als „großartige Hilfe“ für die Glaubenserneuerung bezeichnete Zurbriggen in diesem Zusammenhang den Jugendkatechismus „Youcat“.