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    WEIHBISCHOF JEAN-Y. NAHMIAS.

    Auch nichtchristliche Hörer

    Der Pariser Weihbischof Jean-Yves Nahmias gehört seit zwölf Jahren den Vorbereitungsteams für Initiativen zur Neuevangelisierung seiner Diözese an. Als Präsident des katholischen Radiosenders Notre Dame hat er dabei besonders die Medienarbeit im Auge. Darüber sprach Regina Einig mit ihm.

    Auch nichtchristliche Hörer
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    Der Pariser Weihbischof Jean-Yves Nahmias gehört seit zwölf Jahren den Vorbereitungsteams für Initiativen zur Neuevangelisierung seiner Diözese an. Als Präsident des katholischen Radiosenders Notre Dame hat er dabei besonders die Medienarbeit im Auge. Darüber sprach Regina Einig mit ihm.

    Welches Publikum interessiert sich in Frankreich für katholische Medien?

    Katholische Printmedien werden natürlich vor allem von Christen gelesen. Eine Ausnahme stellt die Tageszeitung „La Croix“ dar. Aufgrund der außergewöhnlichen Qualität interessieren sich auch viele Nichtkatholiken für das Blatt. Ganz anders ist der Status der katholischen Radio- und Fernsehsender.

    Wie sieht es dort aus?

    Die Hälfte der Hörer von Radio Notre-Dame beispielsweise ist entweder nicht katholisch oder praktiziert den Glauben nicht. Manche gehören überhaupt keiner Religionsgemeinschaft oder einer nichtchristlichen Religion an. Hier wird unser missionarischer Auftrag deutlich. Denn diese Hörer möchten Anschluss an die Kirche finden. Das Radio macht es möglich. Sie wollen sich mit der christlichen Kultur befassen und suchen moralische Orientierung. Erwachsene Taufbewerber haben mir gesagt, dass sie jahrelang den diözesanen Radiosender gehört haben, ehe sie erstmals eine Kirche betreten haben.

    Welche Aufgaben hat der Sender?

    Die Aufgaben des Senders sind vielfältig. Zunächst soll Radio Notre Dame die Katholiken im Glauben bestärken, denn viele sind im Alltag damit ganz allein. Wer geistliche Kost sucht, soll sie hier auch finden. Darüber hinaus ist Wegweisung zu den Tagesthemen gefragt: Orientierungshilfen, die die Kirche den Menschen für das richtige Leben anbietet, damit sie das Glück finden. Dazu gehört beispielsweise die Botschaft der Seligpreisungen.

    Haben Sie Kontakte ins frankophone Ausland?

    Radio Notre Dame gehört zu einer Gruppe von französischen Radiosendern der COFRAC, die in Form der COFRAC International auch im Ausland vernetzt ist. Sie hat eine französischsprachige Programmbank, auch in Kanada. In Afrika ist vor allem das Satellitenradio verbreitet. Auch dort werden französische Produktionen ausgestrahlt, vor allem Sendungen über den Glauben und über Liturgie und manchmal auch aktuelle Nachrichten aus Frankreich.

    Und die Jungen? Was spricht sie an?

    Bei ihnen stehen die katholischen Medien natürlich nicht an erster Stelle, können sich aber doch behaupten. Das Internetradio kommt bei den Jungen besonders gut an und für sie werden auch eigene Programme gemacht.

    Welche Erfahrungen haben Sie mit der Medienarbeit der neuen geistlichen Gemeinschaften?

    Sie betreuen nicht nur die Publikationen für ihre Mitglieder, sondern tun auch etwas für die Pfarreien. Ein Beispiel ist das „Journal invisible“, ein Monatsmagazin, das kostenlos in allen Pfarreien verteilt wird (www.l1visible.com/). Es ist eine gute missionarische Initiative, steht mittlerweile jedoch auch etwas in Konkurrenz zu den traditionellen Pfarrblättern.