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    Auch in München gab es den 13. Mai 1917

    „An der Mariensäule in München wird sich das Schicksal Europas entscheiden!“ Lenin, der 1917 durch Deutschland reiste und bald darauf in Russland die kommunistische Revolution antrieb, muss es wohl gewusst haben. Doch heute – 100 Jahre später – gibt es wohl nur noch wenige, welche der Schutzherrin Bayerns, der Patrona Bavariae, einen so großen Einfluss zugestehen. Fatima und andere marianische Wallfahrtsorte scheinen der bayrischen Variante der Gottesmutter den Rang abgelaufen zu haben. Durchaus zu Unrecht, wie eine interessante Schrift, herausgegeben von Peter Christoph Düren, verdeutlicht.

    „An der Mariensäule in München wird sich das Schicksal Europas entscheiden!“ Lenin, der 1917 durch Deutschland reiste und bald darauf in Russland die kommunistische Revolution antrieb, muss es wohl gewusst haben. Doch heute – 100 Jahre später – gibt es wohl nur noch wenige, welche der Schutzherrin Bayerns, der Patrona Bavariae, einen so großen Einfluss zugestehen. Fatima und andere marianische Wallfahrtsorte scheinen der bayrischen Variante der Gottesmutter den Rang abgelaufen zu haben. Durchaus zu Unrecht, wie eine interessante Schrift, herausgegeben von Peter Christoph Düren, verdeutlicht.

    Darin schildert der bekannte Theologe, wie sich das kirchliche Hochfest der Patrona Bavariae, das am 13. Mai 1917 zum ersten Mal begangen wurde, historisch entwickelte. Mit allen Segnungen und Schwierigkeiten – bis zur päpstlichen Anerkennung. Wobei sich Düren reproduzierend, kürzend und erweiternd auf das Werk „Patrona Bavariae. Fest und Festgebete“ des Jesuiten Clemens Blume (1862–1932) stützt. „Mitten in des furchtbaren Krieges Toben richteten Seine Majestät König Ludwig III. von Bayern und seine erlauchte Gemahlin, Königin Maria Theresia, an Seine Heiligkeit Papst Benedikt XV. die Bitte, er möge kraft höchsten Vollgewalt die Gottesmutter Maria ausdrücklich zur Patronin des ganzen Königreiches Bayern erklären und ihr zu Ehren einen alljährlichen wiederkehrenden Festtag allerersten Ranges anberaumen. Die Bitte ist gewährt. (...) Mit Jubel und Dank nahm sie das katholische Bayernvolk entgegen. (...) Doch nicht Kriegsstimmung allein gibt dem Feste der Patrona Bavariae sein Gepräge.“

    Ein zeitloses Fest des Friedens, das den Bogen spannt zwischen dem Himmel und der Erde, ist das Fest der Patrona Bavariae also. Ein Fest, das zudem die für authentisch Gläubige so entscheidende Beziehung zu Jesus Christus etabliert – was Reinhard Kardinal Marx, der Erzbischof von München und Freising, in seinem klugen Grußwort deutlich hervorhebt: „Wahre Marienverehrung führt immer zu dem, den sie geboren hat, zu Jesus Christus, und zur Anbetung des dreifaltigen Gottes.“

    Doch wie sieht wahre Marienverehrung konkret aus? Dürens schön illustrierte Schrift gibt darauf ansprechend und gelassen Antwort: Die liturgischen Festgebete zu Ehren der Patrona Bavariae sind dort genauso zu finden wie der liturgische Gottesdienst-Text, das Stundengebet, die Feier der heiligen Messe am Hochfeste Mariens sowie Lieder zur Patrona Bavariae. In welcher Sprache? Auf bayerisch? Natürlich nicht. Dafür auf lateinisch und deutsch, den Sprachen also, die Herz und Vernunft so angenehm verbinden. Was natürlich auch dem bayrischen Papst Benedikt XVI., der 2006 vor der Mariensäule eine Ansprache hielt und betete, ein Anliegen bleibt.„Du trägst Jesus auf deinen Armen, das segnende Kind, das doch der Herr der Welt ist. So bist du, den Segnenden tragend, selbst zum Segen geworden.“ Mit diesen Worten klingt die von Peter C. Düren herausgegebene Schrift aus. Der Verlag hat Recht: Eine „schmucke und reich bebilderte Festgabe“, ein „kleines Gebetsjuwel (nicht nur) für bayerische Katholiken“. Eine echte Integrationshilfe für das christliche Europa.

    Peter C. Düren: Patrona Bavariae. Dominus Verlag, 2017, 80 Seiten,

    ISBN 978-3-940879-52-3; Staffelpreise: ein Exemplar EUR 4,50; ab 1 000 Expl. EUR 2,50