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    Asketische Erzieherin

    Mit der heiligen Makrina rückt nicht nur ihre Person in den Fokus der Betrachtung, sondern zugleich auch das Leben ihrer nächsten Verwandten: Gemeinsam mit ihren berühmten Brüdern Basilius dem Großen (von Cäsarea), Gregor von Nyssa und dem weniger bekannten Petrus von Sebaste – alle drei waren zur selben Zeit Bischöfe – werden auch ihre Eltern und ihre Großmutter (Makrina die Ältere) als Heilige verehrt. In einem Buch über das „Leben der Kirchenväter“ heißt es: „Wir sind erstaunt über diese ganze Familie von Heiligen. Dieses Wunder der Gnade Gottes verdankt sich dem Vorbild, den Gebeten und den Ermahnungen der älteren Schwester, der heiligen Makrina.“

    Mit der heiligen Makrina rückt nicht nur ihre Person in den Fokus der Betrachtung, sondern zugleich auch das Leben ihrer nächsten Verwandten: Gemeinsam mit ihren berühmten Brüdern Basilius dem Großen (von Cäsarea), Gregor von Nyssa und dem weniger bekannten Petrus von Sebaste – alle drei waren zur selben Zeit Bischöfe – werden auch ihre Eltern und ihre Großmutter (Makrina die Ältere) als Heilige verehrt. In einem Buch über das „Leben der Kirchenväter“ heißt es: „Wir sind erstaunt über diese ganze Familie von Heiligen. Dieses Wunder der Gnade Gottes verdankt sich dem Vorbild, den Gebeten und den Ermahnungen der älteren Schwester, der heiligen Makrina.“

    Makrina die Jüngere, wie sie auch genannt wird, war das Älteste von zehn Kindern. Um 327 in Cäsarea in Kappadokien (heute Türkei) geboren, wurde sie nicht – wie damals allgemein üblich – einer Amme zur Erziehung anvertraut, sondern von ihrer Mutter, der heiligen Emmelia von Cäsarea, persönlich betreut. Statt Makrina mit weltlicher Literatur wie den antiken Tragödien und Komödien vertraut zu machen, zog es Emmelia vor, ihre Tochter mit der Heiligen Schrift und besonders mit den Psalmen und dem Buch der Weisheit Salomos bekannt zu machen.

    Makrina entwickelte sich nicht nur zu einem außergewöhnlich klugen, sondern auch zu einem sehr schönen Mädchen. Als sie vierzehn Jahre alt war, hatte sie bereits viele Freier. Ihre Eltern wollten sie verheiraten, doch dann starb ihr Verlobter. Seitdem führte Makrina im Haus der Familie ein asketisches Leben des Gebets und der Hingabe an Gott. Nach dem frühen Tod des Vaters half sie bei der Verwaltung des ausgedehnten Landbesitzes der Familie, vor allem aber bei der Erziehung der neun jüngeren Geschwister, deren geistlichen Lebensweg sie entscheidend prägte.

    Nachdem auch ihre Mutter 373 starb, verließ Makrina das Haus und wurde die Leiterin einer klosterähnlichen Gemeinschaft geweihter Jungfrauen, die mehrere hundert Mitglieder zählte. Als sie 379 selbst schwer erkrankte, eilte Bischof Gregor an ihr Sterbebett. Dort diskutierten die beiden am Vortrag ihres Todes, der am 19. Juli 379 eintrat, über die Auferstehung.

    Die Vita seiner Schwester wie auch das lesenswerte „Gespräch über Seele und Auferstehung“ (Dialogus de anima et resurrectione) hat uns der Kirchenlehrer als Augen- und Ohrenzeuge selbst überliefert. Ausgangspunkt ist die fassungslose und wortreiche Trauer Gregors über den kurz zuvor verschiedenen Bruder Basilius, die Makrina in dem Dialog mit christlichen Argumenten zu beherrschen und zu überwinden sucht. Dabei kommen Schriftbeweise ebenso zur Sprache wie menschliche Empfindungen. In der Auseinandersetzung mit antiken Philosophien ergibt sich als Konsequenz die christliche Sicht von der Unsterblichkeit der Seele.