• aktualisiert:

    Apostolat im Geiste des Ignatius

    Die heilige Candida Maria de Jesus Cipitra y Barriola wurde am 31. Mai 1845 in Berrospe bei Andoáin, Guipuzcoa in Spanien als Tochter eines Webers in ärmlichen Verhältnissen geboren und auf den Namen Juana Josefa Cipitra y Barriola getauft.

    Die heilige Candida Maria de Jesus Cipitra y Barriola wurde am 31. Mai 1845 in Berrospe bei Andoáin, Guipuzcoa in Spanien als Tochter eines Webers in ärmlichen Verhältnissen geboren und auf den Namen Juana Josefa Cipitra y Barriola getauft.

    Schon in ihrer Jugend interessierte sie sich für die Spiritualität des heiligen Ignatius von Loyola und dessen Exerzitien und so begegnete sie 1868 – mit 23 Jahren – dem Jesuitenpater Miguel José Herranz, unter dessen Leitung sie eine Reihe von Erziehungsprogrammen und karitativen Tätigkeiten in Angriff nahm. Dazu sammelte sie fünf weitere junge Frauen um sich und rief mit ihnen am 8. Dezember 1871 in Salamanca die Kongregation der „Hijas de Jesus“ (Töchter Jesu) ins Leben. Sie nahm den Ordensnamen Candida Maria von Jesus an und wurde zur ersten Oberin gewählt.

    Ihre Berufung war die Folge einer Gebetserhörung. Am Karfreitag 1869 hatte sie vor dem Altar der Heiligen Familie in der Kirche „El Rosarillo“ eine Vision, in der ihr mitgeteilt wurde, dass sie durch die Neugründung mit dem Namen „Töchter Jesu“, die sich der Erziehung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen widmen solle, Seelen retten könne: „Ich konnte gar nicht verstehen, wie das möglich sein sollte, doch es schien mir, als wiederholte die Jungfrau diese Worte immer und immer wieder.“ Sie begann, Kinder aus der Stadt zu unterrichten, wobei sie sich vor allem um bedürftige Mädchen kümmerte, die in dem Bildungssystem der damaligen Zeit besonders benachteiligt waren.

    Die neue Gemeinschaft, die sich rasch über ganz Spanien ausbreitete, wurde 1902 von Papst Leo XIII. offiziell anerkannt. 1911 gingen die ersten Töchter Jesu nach Brasilien und 1950 erreichten sie die Vereinigten Staaten, wo sie einen Konvent eröffneten und ihr Apostolat im ignatianischen Geiste fortsetzten. Heute betreuen sie Niederlassungen unter anderem in Spanien, Italien, China, Japan, Brasilien, Argentinien, Bolivien und Mozambique.

    Mutter Candida verbrachte viele Stunden im Gebet vor dem Tabernakel. Ihr ganzes Wesen strahlte Gelassenheit und Vertrauen auf den Heiligen Geist aus. Sie starb am 9. August 1912 und wurde am 12. Mai 1996 gemeinsam mit einem weiteren Mitglied ihrer Kongregation, Schwester Maria Antonia Bandrés y Elósegui, von Papst Johannes Paul II. zur Ehre der Altäre erhoben. In seiner Ansprache bemerkte der Heilige Vater: „Das Halten der Gebote Jesu ist der höchste Liebesbeweis. So hat es auch Mutter Candida Maria de Jesus Cipitra y Barriola aufgefasst, die als junges Mädchen sagte: ,Ich bin für Gott alleine da‘ und im Augenblick ihres Todes erneut feststellte: ,In den ganzen vierzig Jahren meines Ordenslebens erinnere ich mich nicht an einen einzigen Moment, in dem ich nicht Gott allein gehörte‘. Ihre tiefe Erfahrung von der Liebe Gottes zu jedem einzelnen seiner Geschöpfe führte sie zu einer großherzigen und engagierten Antwort. Sie brachte ihre Liebe zum Nächsten konkret durch die Gründung der Kongregation der Töchter Jesu zum Ausdruck, deren Aufgabe die christliche Erziehung von Kindern und Heranwachsenden war.“

    Papst Benedikt XVI. sprach die Ordensfrau am 17. Oktober 2010 heilig.