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    Apostel der Arbeiterjugend

    Der Lebensweg des am 3. Mai 1970 von Papst Paul VI. heiliggesprochenen Ordensgründers Leonardo Murialdo begann in Turin, wo er am 26. Oktober 1828 als achtes Kind wohlhabender Eltern das Licht der Welt erblickte. Bereits mit fünf Jahren durch den frühen Tod seines Vaters zum Halbwaisen geworden, schickte ihn die fromme Mutter zur Ausbildung auf das Kolleg der Piaristen nach Savona.

    Der Lebensweg des am 3. Mai 1970 von Papst Paul VI. heiliggesprochenen Ordensgründers Leonardo Murialdo begann in Turin, wo er am 26. Oktober 1828 als achtes Kind wohlhabender Eltern das Licht der Welt erblickte. Bereits mit fünf Jahren durch den frühen Tod seines Vaters zum Halbwaisen geworden, schickte ihn die fromme Mutter zur Ausbildung auf das Kolleg der Piaristen nach Savona.

    Nach einer schweren Lebenskrise in seiner Jugend legte er eine Generalbeichte ab, was für ihn die „Rückkehr zum Licht“ gewesen war – wie er später berichtete. Es war auch der entscheidende Moment, da sich in ihm noch höhere Gnadengaben entfalten konnten: „So wollte der gute Gott seine Güte und Großherzigkeit noch einmal in ganz einzigartiger Weise erglänzen lassen. Er gewährte mir nicht nur erneut seine Freundschaft, sondern berief mich zu einer Erwählung besonderer Liebe: Er berief mich zum Priestertum, und das nur wenige Monate nach meiner Rückkehr zu ihm.“ So nahm er seine theologischen und philosophischen Studien in Turin auf und empfing am 20. September 1851 die Priesterweihe.

    Hervorzuheben sind seine Werke der Nächstenliebe. Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit brachte ihn die Zusammenarbeit mit dem heiligen Don Bosco in Kontakt mit den sozial Schwächsten der italienischen Gesellschaft. So kümmerte er sich um Waisen und Straßenjungen, um die Kaminkehrer, widmete sich der Gefängnisseelsorge und setzte sich für die Gründung einer christlichen Arbeitnehmerbewegung ein, was ihm den Beinamen „Apostel der Arbeiterjugend“ eintrug. Dafür leistete er auch gezielt Pressearbeit, beispielsweise durch die Herausgabe der Zeitschrift La Voce dell’Operaio (Die Stimme des Arbeiters). 1857 vertraute ihm Don Bosco die Leitung des Oratoriums San Luigi in Porta Nuova an. 1866 wurde er Rektor des Collegio Artigianelli in Turin, wo er seine „Pädagogik der Liebe“ umsetzte, um den ärmsten Jungen von der Straße ein Zuhause zu geben und sie durch schulische Bildung und Katechese auf das Leben vorzubereiten.

    1873 gründete er die Kongregation vom heiligen Joseph (die Josephiten von Murialdo), deren Ziel die Erziehung und Ausbildung von Jugendlichen war. Heute betreuen die Patres der Josephiten Niederlassungen in Argentinien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Afrika, Spanien, Mexiko, in den USA und Indien. Trotz seiner vielfältigen Aktivitäten war Leonardo Murialdo ein Mann des Gebets, dessen Lebensmotto lautete: Tun und Schweigen. Am 30. März 1900 starb der Pater, der zu den sieben Turiner Sozialheiligen gehört.