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    Algermissen warnt vor Kirchenspaltung

    Fulda (DT) Der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, hat im Blick auf das Memorandum von Theologieprofessoren vor einer „katastrophalen Kirchenspaltung“ gewarnt und das Schreiben als perspektivlos und beleidigend kritisiert. In einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme auf das von mehr als 150 Theologen unterzeichnete Reformpapier schreibt Algermissen: Würden einige der Forderungen umgesetzt, „gäbe es eine katastrophale Kirchenspaltung“. Das Memorandum trage im Wesentlichen bereits länger diskutierte Themen nochmals zusammen. Insofern sei es kaum mehr als eine „subjektive Verbalisierung des Ist-Zustandes ohne wirkliche Perspektive in die Zukunft hinein“, so Algermissen. Scharf kritisiert der Bischof den Ton des Theologen-Papiers. Wörtlich schreibt er: „Die aggressive Frage gleich im ersten Abschnitt des Memorandums. ,Wird die vielleicht letzte Chance zu einem Aufbruch aus Lähmung und Resignation durch Aussitzen oder Kleinreden der Krise verspielt?‘ ist für alle Bischöfe eine Zumutung und offenbart zudem die Unfähigkeit, an die Wahrheit der Zusage Jesu zu glauben: ,Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt‘ (Mt 28,20). Ich nehme die Begriffe ,Aussitzen‘ und ,Kleinreden‘ als persönliche Beleidigung.“

    Fulda (DT) Der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, hat im Blick auf das Memorandum von Theologieprofessoren vor einer „katastrophalen Kirchenspaltung“ gewarnt und das Schreiben als perspektivlos und beleidigend kritisiert. In einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme auf das von mehr als 150 Theologen unterzeichnete Reformpapier schreibt Algermissen: Würden einige der Forderungen umgesetzt, „gäbe es eine katastrophale Kirchenspaltung“. Das Memorandum trage im Wesentlichen bereits länger diskutierte Themen nochmals zusammen. Insofern sei es kaum mehr als eine „subjektive Verbalisierung des Ist-Zustandes ohne wirkliche Perspektive in die Zukunft hinein“, so Algermissen. Scharf kritisiert der Bischof den Ton des Theologen-Papiers. Wörtlich schreibt er: „Die aggressive Frage gleich im ersten Abschnitt des Memorandums. ,Wird die vielleicht letzte Chance zu einem Aufbruch aus Lähmung und Resignation durch Aussitzen oder Kleinreden der Krise verspielt?‘ ist für alle Bischöfe eine Zumutung und offenbart zudem die Unfähigkeit, an die Wahrheit der Zusage Jesu zu glauben: ,Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt‘ (Mt 28,20). Ich nehme die Begriffe ,Aussitzen‘ und ,Kleinreden‘ als persönliche Beleidigung.“

    Weiter betont Algermissen, der nach der Aufdeckung von Missbrauchsfällen gewünschte Dialogprozess könne in „zentralen Fragen natürlich nicht ergebnisoffen sein“. Vielmehr müsse er sich „auf die notwendige Katharsis und geistliche Erneuerung an ,Haupt und Gliedern‘ konzentrieren“. Dies sei Voraussetzung für eine „neue Authentizität“. Wörtlich schreibt der Bischof: „Der zukünftige Dialogprozess darf nicht durch Besserwisserei von vornherein blockiert werden. Es braucht die spirituelle Disposition: ,Herr, erneuere deine Kirche und fange bei mir an!‘“

    Algermissen beklagt, das Memorandum erwähne das Zweite Vatikanum nur beiläufig. Die Grundlagentexte des Konzils seien nicht verarbeitet. Dies lasse ein „Sentire cum ecclesia“ vermissen, „ohne welches Theologie zum Glasperlenspiel verkommt“.