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    Aggression beenden

    Kiew (DT/KNA) Der Sieger der Präsidentschaftswahl in der Ukraine, Petro Poroschenko, sollte nach Auffassung der griechisch-katholischen Kirche des Landes auf Distanz zum Moskauer Patriarchat bleiben. Der bisherige Präsident Viktor Janukowitsch habe „als Interessenvertreter eines fremden Staates gehandelt“ und sich deshalb beim Amtsantritt vom russischen Patriarchen Kyrill I. segnen lassen, sagte der Generalsekretär der griechisch-katholischen Bischofssynode, Weihbischof Bogdan Dziurach, im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag in Kiew. „Ich hoffe, dass der neue Präsident die Fehler seines Vorgängers nicht wiederholt“, sagte Dziurach. Nach all dem, was zwischen der Ukraine und Russland zuletzt geschehen sei, werde ein Besuch Kyrills I. zur Amtseinführung Poroschenkos „weder gewünscht noch erwartet, nicht einmal von der Mehrheit der orthodoxen Gläubigen in der Ukraine“.

    Weihbischof Bogdan Dziurach. Foto: KNA

    Kiew (DT/KNA) Der Sieger der Präsidentschaftswahl in der Ukraine, Petro Poroschenko, sollte nach Auffassung der griechisch-katholischen Kirche des Landes auf Distanz zum Moskauer Patriarchat bleiben. Der bisherige Präsident Viktor Janukowitsch habe „als Interessenvertreter eines fremden Staates gehandelt“ und sich deshalb beim Amtsantritt vom russischen Patriarchen Kyrill I. segnen lassen, sagte der Generalsekretär der griechisch-katholischen Bischofssynode, Weihbischof Bogdan Dziurach, im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag in Kiew. „Ich hoffe, dass der neue Präsident die Fehler seines Vorgängers nicht wiederholt“, sagte Dziurach. Nach all dem, was zwischen der Ukraine und Russland zuletzt geschehen sei, werde ein Besuch Kyrills I. zur Amtseinführung Poroschenkos „weder gewünscht noch erwartet, nicht einmal von der Mehrheit der orthodoxen Gläubigen in der Ukraine“.

    Nach dem am Donnerstag veröffentlichten Endergebnis erzielte der prowestliche Milliardär Poroschenko 54,7 Prozent der Stimmen, Julia Timoschenko 12,8 Prozent. Nicht kommentieren wollte Dziurach die Kritik des russisch-orthodoxen Patriarchen, die katholische Kirche verbreite „russophobe“ Parolen. In dem Zusammenhang hatte der Moskauer Patriarch auch die Deutsche Bischofskonferenz gerügt. „Auf die Vorwürfe von Patriarch Kyrill möchte ich nicht reagieren“, sagte Dziurach. Von den „westlichen Freunden“ erwartete er konkrete Solidarität „angesichts der fortlaufenden Aggression seitens Russlands“. Die Unabhängigkeit der Ukraine sei „nur gemeinsam“ zu verteidigen, sagte er.

    Als dringendste Aufgaben des neuen Präsidenten nannte Dziurach, „die Aggression Russlands zu beenden, den Frieden im Land wiederherzustellen und die Sicherheit aller Bürger zu gewährleisten“. Neben Parlamentsneuwahlen sowie Maßnahmen gegen Korruption und für eine Stabilisierung der Wirtschaft sei auch die Garantie der Meinungs- und Religionsfreiheit wichtig. Die Politiker müssten „lernen, dass sie die Angestellten des Volkes sind“, so der 47-jährige Weihbischof. Auch Poroschenko mit seinem Slogan „Auf neue Art leben“ müsse unter Beweis stellen, ob er zu einem anderen Politikstil fähig sei. „Da Poroschenko auf gewisse Weise aus der vergangenen Epoche stammt, wird auch er wie seine politische Mannschaft auf neue Art leben und handeln lernen müssen“, sagte Dziurach der KNA.