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    Promi-Katholik

    Mark Wahlberg: Als Katholik in Hollywood zum Glauben stehen

    Schauspieler Mark Wahlberg macht keinen Hehl daraus, dass sein katholischer Glaube das Wichtigste in seinem Leben ist. Immer wieder wird das auch in seinem öffentlichen Auftreten erkennbar. Das alles wirkt nicht aufgesetzt, sondern authentisch.

    Papst Franziskus in Philadelphia
    Zeugnis vor Papst Franziskus: Mark Wahlberg beim Weltfamilientreffen 2015 in Philadelphia. Foto: Matt Rourke/Pool (AP POOL)

    „Einen frohen Aschermittwoch und einen frohen Valentinstag“. Die Glückwunschadresse mag für mitteleuropäische Ohren ziemlich ungewöhnlich klingen. In den Vereinigten Staaten – „God?s own country“, „Gottes eigenes Land“ –, wo religiöse Formeln auch in der Öffentlichkeit nichts Außergewöhnliches darstellen, wundert es nicht so sehr. Es sei denn, eine solche Begrüßung kommt von einem Hollywood-Schauspieler. Denn in der heutigen „Traumfabrik“ sind bekennende Katholiken doch eher eine Art Paradiesvögel.

    Zu ihnen gehören etwa Martin Sheen und dessen ältester Sohn Emilio Estevez (DT vom 30.07.2020) sowie Mark Wahlberg, der den eingangs erwähnten Gruß am 14. Februar 2108 zusammen mit einem Foto auf Instagram postete, auf dem der Schauspieler und seine Frau Rhea mit je einem fetten Aschenkreuz auf der Stirn zu sehen sind. „Ich wünsche Euch eine wunderbare Fastenzeit und einen schönen Valentinstag“, endete die Videobotschaft auf dem Posting eines Instagram-Kontos, dem damals 8,3 Millionen Menschen folgten – inzwischen zählt das „markwahlberg“-Instagramkonto immerhin 16,2 Millionen Followers.

    Ausgerechnet Porno

    Der 1971 geborene Mark Wahlberg wurde zunächst als Frontmann einer Hip-Hop-Band und als Model bekannt, ehe er für das Filmgeschäft entdeckt wurde. Nach „Jim Carroll – In den Straßen von New York“ (1993) an der Seite von Leonardo DiCaprio hatte Wahlberg seine erste Hauptrolle ausgerechnet in einem Film über die Pornoindustrie, „Boogie Nights“ (1997).

    Obwohl Mark Wahlberg in unzähligen Action-Filmen – etwa „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ (2003), „Departed – Unter Feinden“ (2006), für den er als Bester Nebendarsteller für den Golden Globe und den Oscar nominiert wurde, oder auch zuletzt „Spenser Confidential“ (2020) – mitgespielt hat, liegen seine Stärken in der Verknüpfung von Action- und Charakterrollen. Zu diesen Filmen, die meistens auf wahren Tatsachen beruhen, und in denen Wahlberg ebenfalls als Produzent mitwirkt, gehören insbesondere „The Fighter“ (2010) über den Boxweltmeister Micky Ward, „Deepwater Horizon“ (2016) über den Unfall auf der gleichnamigen schwimmenden Ölbohrinsel, und „Boston“ (2016) über das Attentat beim Bostoner Marathon 2013.

    Den Glauben aufrichtig und natürlich leben

    Eine gewöhnliche Hollywood-Karriere, könnte man meinen. Ungewöhnlicher schon, dass Mark Wahlberg 1988 als 16-Jähriger wegen Körperverletzung einige Zeit im Gefängnis verbrachte, fällt nicht so ganz aus dem Rahmen. Außergewöhnlich ist es hingegen, dass Mark Wahlberg sich bekehrte und heute als praktizierender Katholik lebt.

    Über die Bekehrung eines Filmschauspielers zu schreiben, hat auch immer ein gewisses „Geschmäckle“, das etwa Mauricio Artieda im Zusammenhang mit Mark Wahlberg auf der Homepage „catholic-link.com“ in folgende Worte fasst: „Wir Katholiken geraten in Aufregung, wenn Schauspieler etwas über den Glauben sagen. Manchmal erheben wir sie sogar vorschnell in den Status eines Vorbildes für das christliche Leben. Wenn sie aber dann anfangen, Unsinn zu erzählen, sind wir natürlich enttäuscht.“ Dennoch: Mark Wahlberg trägt seinen Glauben weder wie eine Monstranz vor sich her, noch versteckt er ihn. Trotzdem lebt er seinen Glauben aufrichtig und natürlich, und das schon seit längerer Zeit. Auf Instagram finden sich nicht allzu häufig, aber doch hin und wieder solche Hinweise, wie das oben angesprochene Video mit dem Aschenkreuz oder Fotos von der Erstkommunion seiner Tochter Grace. Oder ein Foto neben einem Priester mit der Aufschrift: „Ganz gleich, was passieren mag. Die Messe verpassen wir nicht.“

    „Ich beginne meinen Tag,
    indem ich auf die Knie falle und Gott danke..“

    In Wahlbergs Bekehrungsgeschichte spielt Father Flavin, den der Schauspieler als seinen geistlichen Begleiter bezeichnet, eine wichtige Rolle. Von ihm sagt Mark Wahlberg: „Er ist in meinem Leben, seit ich 13 Jahre alt war“; Father Flavin habe ihn auf dem Weg vom Highschool-Abbrecher – den Schulabschluss holte er viele Jahre später nach – und Häftling zum erfolgreichen Schauspieler immer unterstützt: „Er hat meine Frau und mich getraut, und meine vier Kinder getauft.“

    Inzwischen wird Wahlberg immer wieder auf seinen Glauben angesprochen, so etwa im Januar 2012 in einem Fernsehinterview mit dem bekannten britischen TV-Journalisten Piers Morgan, das auf YouTube zu sehen ist. Auf die Frage etwa, ob er jeden Tag die Messe besuche, antwortete der Schauspieler: auch wenn er es nicht immer schaffe, so gehe er doch jeden Tag in die Kirche, um dort fünfzehn oder zwanzig Minuten zu beten. Ein anderes Mal erzählte er: „Ich beginne meinen Tag, indem ich auf die Knie falle und Gott danke.“

    Auch Filme können Fehler sein, die man bereut

    Wofür er betet, hat Mark Wahlberg auch verraten: „Für mich wäre es lächerlich, um materielle Dinge zu bitten. Ich möchte Gott dienen und ein guter Ehemann, ein guter Familienvater und ein guter Mensch sein. Ich möchte die Fehler, die ich gemacht habe, und den Schmerz, den ich den Menschen zufügte, wiedergutmachen. Dafür bete ich.“ Unter den von ihm begangenen „Fehlern“ zählen sicherlich auch bestimmte Filme, in denen er mitgewirkt hat. So sagt Wahlberg, er bete dafür, dass Gott ihm verzeiht, im oben erwähnten Film „Boogie Nights“ mitgewirkt zu haben.

    Im Rahmen der USA-Papstreise im September 2015 fand in Philadelphia ein „Fest der Familien“ mit dem Heiligen Vater statt, das von Mark Wahlberg moderiert wurde. Er nutzte die Gelegenheit, Papst Franziskus um Verzeihung für seine Mitwirkung in den zwei „Ted“-Filmen zu bitten, in denen er den besten Freund eines kiffenden, trinkenden und Obszönitäten von sich gebenden Teddybären spielt: „Ich habe schon immer gehofft, dass Gott einen Sinn für Humor hat, bei vielen Filmen, die ich gemacht habe“, so der Schauspieler weiter.

    Katholik sein: Das Wichtigste im Leben

    Ernster sind andere Aussagen von Mark Wahlbergs, etwa im Gespräch mit dem britischen „Catholic Herald“: „Katholik zu sein ist das Wichtigste in meinem Leben.“ Und als Rückblick auf seine Bekehrung: „Als ich anfing, meinen Glauben ernst zu nehmen, passierten wundervolle Dinge. Und ich meine nicht in beruflicher Hinsicht – darum geht es nicht. Das ist nicht der Grund, warum ich in die Kirche gehe.“

     

    Mark Wahlberg sucht immer wieder Gelegenheiten, um anderen Menschen seinen Glauben mitzuteilen. So nahm er im Oktober 2017 an einem Gespräch mit dem Erzbischof von Chicago, Blase Kardinal Cupich, im Rahmen des Treffens „(re)Encounters“ für junge Erwachsene teil (ebenfalls abrufbar auf YouTube). Ein Jahr zuvor beteiligte er sich an einem vom Berufungsbüro der Diözese Providence produzierten Video zur Förderung von Priesterberufungen: „Ich unterstütze Ihre Arbeit zur Förderung von Berufungen zum Priestertum. Denn ich möchte, dass meine Kinder und zukünftige Generationen in ihrem Leben auf gute Priester treffen, so wie ich einen guten Priester in meinem Leben hatte.“

    Ja, manchmal kann es heikel sein, von der Bekehrung Prominenter zu sprechen. Mark Wahlberg macht jedoch nicht nur keinen Hehl daraus, dass er seinen (katholischen) Glauben ernst nimmt. Ein deutliches Zeichen dafür ist darüber hinaus, dass er seinen Glauben weiterzugeben bestrebt ist.

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