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    Jewish Chronicle gerettet

    Die Nachricht über meinen Tod war stark übertrieben“, hätte Mark Twain den Vorgang kommentiert. Nachdem kürzlich von der Insolvenz und dem drohenden Aus für den „Jewish Chronicle“, der ältesten jüdischen Zeitung der Welt, die Rede war, hat sich nun eine Perspektive für das Weitererscheinen ergeben. Das Wochenblatt ist von einem Konsortium gekauft worden. Nach Medienberichten haben die neuen Eigner etwa 2, 5 Millionen Pfund an die Schuldner gezahlt und damit die früheren Eigentümer, die Kessler-Stiftung, ausgestochen. Der 1841 gegründete „Jewish Chronicle“ war vor kurzem in Insolvenz gegangen. Aufgrund der Corona-Krise sind jüngst die Anzeigenerlöse eingebrochen. Das Blatt machte aber schon seit Jahren Verluste. Seine Auflage war stark gesunken, von rund 30 000 vor einem Jahrzehnt zuletzt auf nur noch etwa 15 000 Exemplare. Die jahrzehntelangen Alteigentümer hatten im vergangenen Jahr schon eine Rettungsaktion organisiert, bei der zwanzig Spender halfen. Nun wollte die Kessler-Stiftung das überschuldete Blatt aus der Liquidierung zurückkaufen. Dem kam jetzt aber ein Konsortium unter Führung des früheren BBC-Politikprogrammchefs und Sprechers von Premierministerin Theresa May, Sir Ronnie Gibb, zuvor, das den Gläubigern den vollen Wert ihrer Schulden bezahlen wird. Dem Konsortium gehören auch der bekannte Journalist und Buchautor William Shawcross, der Rabbi Jonathan Hughes, der frühere Labour-Abgeordnete und Regierungssprecher Tony Blairs, John Woodcock, sowie weitere Journalisten und Geschäftsleute an. Wer ihre Financiers sind, wollten sie noch nicht sagen.

    Die Nachricht über meinen Tod war stark übertrieben“, hätte Mark Twain den Vorgang kommentiert. Nachdem kürzlich von der Insolvenz und dem drohenden Aus für den „Jewish Chronicle“, der ältesten jüdischen Zeitung der Welt, die Rede war, hat sich nun eine Perspektive für das Weitererscheinen ergeben. Das Wochenblatt ist von einem Konsortium gekauft worden. Nach Medienberichten haben die neuen Eigner etwa 2, 5 Millionen Pfund an die Schuldner gezahlt und damit die früheren Eigentümer, die Kessler-Stiftung, ausgestochen. Der 1841 gegründete „Jewish Chronicle“ war vor kurzem in Insolvenz gegangen. Aufgrund der Corona-Krise sind jüngst die Anzeigenerlöse eingebrochen. Das Blatt machte aber schon seit Jahren Verluste. Seine Auflage war stark gesunken, von rund 30 000 vor einem Jahrzehnt zuletzt auf nur noch etwa 15 000 Exemplare. Die jahrzehntelangen Alteigentümer hatten im vergangenen Jahr schon eine Rettungsaktion organisiert, bei der zwanzig Spender halfen. Nun wollte die Kessler-Stiftung das überschuldete Blatt aus der Liquidierung zurückkaufen. Dem kam jetzt aber ein Konsortium unter Führung des früheren BBC-Politikprogrammchefs und Sprechers von Premierministerin Theresa May, Sir Ronnie Gibb, zuvor, das den Gläubigern den vollen Wert ihrer Schulden bezahlen wird. Dem Konsortium gehören auch der bekannte Journalist und Buchautor William Shawcross, der Rabbi Jonathan Hughes, der frühere Labour-Abgeordnete und Regierungssprecher Tony Blairs, John Woodcock, sowie weitere Journalisten und Geschäftsleute an. Wer ihre Financiers sind, wollten sie noch nicht sagen.

    Das überraschende Angebot zur Übernahme der kleinen, aber einflussreichen Wochenzeitung hat böses Blut mit den Alteigentümern des „Jewish Chronicle“ geschaffen. Aufsichtsratschef Alan Jacobs wütete zunächst öffentlich gegen einen „schändlichen Versuch, die älteste jüdische Zeitung der Welt zu kapern“. Inzwischen klingt er etwas freundlicher. Die neuen Eigentümer wollten Millionen investieren, sagte er. Auch die Gratiszeitung „Jewish News“ wird von dem Konsortium gerettet.

    Chefredakteur des „Chronicle“ bleibt Stephen Pollard. Unter seiner Führung hat das Blatt in den vergangenen Jahren besonders mit Recherchen und Kommentaren zu den zahlreichen Antisemitismus-Skandalen der Labour-Partei unter ihrem Vorsitzenden Jeremy Corbyn landesweite Aufmerksamkeit erreicht. Im 19. Jahrhundert war die Zeitung außerordentlich wichtig für die politische Emanzipation der britischen Juden. 1896 publizierte sie Theodor Herzls „Lösung für die Judenfrage“, kurz bevor sein Buch über den „Judenstaat“ herauskam, und wurde eine wichtige britische Stimme des Zionismus. Die Bedeutung der Wochenzeitung reicht weit über die knapp 300 000 Juden Großbritanniens hinaus.

    DT/ppl

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