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    Pädophilie

    Anleitung zum Missbrauch

    Online-Symposium von „Demofüralle“ erklärt Methoden und Wege von der Pädagogik zum Missbrauch. Zum Nutzen der Pädophilie – Ein Tagungsbericht.

    Kinderschutzambulanz
    Anleitung zum Kindesmissbrauch: Das Online-Symposium der „Demo für alle“ hat die sexualpädagogischen Konzepte Kentlers u... Foto: Demo für alle

    Kaum ein Thema ist so sensibel wie sexueller Kindesmissbrauch. Aber weder im Bundestag noch in anderen gesellschaftlichen Debatten wird die Frage aufgeworfen, ob nicht bereits die Sexualisierung von Kindern durch bestimmte Formen der schulischen Sexualerziehung als Missbrauch bezeichnet werden kann. Das Aktionsbündnis für Ehe & Familie – DemoFürAlle kritisiert das Schweigen zu dieser Frage und hat jetzt im Zusammenhang mit den Enthüllungen der kriminellen Machenschaften des einstigen Stars der Sexualerziehung, Professor Helmut Kentler, gemeinsam mit CitizenGO am vergangenen Samstag ein Online-Symposium unter dem Thema „Heikle Beziehungen: Sexualpädagogik und Kindesmissbrauch“ veranstaltet. Mehr als 2 000 Menschen sahen sich den Livestream im Internet an.

    Tief greifende Auseinandersetzung

    DemoFürAlle-Sprecherin Hedwig von Beverfoerde, die den Livestream moderierte, hatte schon im Vorfeld gegenüber dieser Zeitung angekündigt, das Symposium wolle eine „eine tief greifende Auseinandersetzung mit den zugehörigen sexualpädagogischen Thesen und Ideen Kentlers, die ungebrochen in der heute vorherrschenden Sexualpädagogik gelehrt und angewandt werden“, anbieten und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Denn dieser Auseinandersetzung widmete sich bravourös die Sexualwissenschaftlerin Karla Etschenberg in ihrem Vortrag über „Helmut Kentlers Erbe“. Das von den Vertretern der „emanzipatorischen Sexualpädagogik“ entwickelte Konzept der „sexuellen Bildung“ unterzog sie einer Fundamentalkritik: „Der Bildungsprozess selbst soll methodisch ,sexuell‘ sein (...). Entsprechend handlungsorientiert, man kann auch sagen ,handgreiflich‘ sind die zugehörigen Übungen, in denen Sexuelles passiert, damit Sexualität erzogen werden kann (im Sinne Kentlers).“

    Nüchtern und präzise wies sie nach, dass und auf welche Weise „sexuelle Bildung“ sexuellen Kindesmissbrauch nicht nur nicht verhindere, sondern sogar „normalisiert und erleichtert“. Indem Kinder über das vielfältige Sexualleben von Erwachsenen informiert und von klein auf an sexuelle Handlungen gewöhnt würden, würden die Merkmale für sexuellen Missbrauch an Kindern systematisch ihre Anwendbarkeit auf Situationen verlieren, die ansonsten unter den Straftatbestand des sexuellen Missbrauchs fallen. Das ist sozusagen Schulung für den Missbrauch am eigenen Leib. Erhielten Kinder eine „proaktiv sexualisierende Hilfestellung von Erwachsenen“ und würde „diese pädagogisch legitimiert und in Kitas und mit behördlicher Duldung oder Förderung praktiziert“, warnte Etschenberg, „kommt der Verdacht auf, dass dies im Interesse von direkt oder indirekt beteiligten Erwachsenen auf breiter Basis geschehen soll“.

    Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit

    Adelheid Kastner, forensische Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie aus Linz, sprach über die psychischen Dispositionen, Motive und Strategien von Missbrauchstätern. Diese suchten sich Institutionen, in denen sie an potenzielle Opfer herankommen können. Kinder würden davor am besten durch Stärkung ihres Selbstvertrauens und einen „soliden Rückhalt“ seitens der Eltern geschützt. Denn bei minderjährigen Opfern handle es sich vor allem um „bedürftige, emotional vernachlässigte Kinder. Was Kinder brauchen und was immer wieder auch zu kurz kommt oder zu kommen scheint, ist diese Triade von Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit“, sagte die Österreicherin.

    Es sind die drei großen Z, in denen schon Pestalozzi sein pädagogisches Wirken und Wissen zusammenfasste. Von Beverfoerde auf übergriffige sexualpädagogische Methoden angesprochen, antwortete Kastner in aller Deutlichkeit: Wenn Kinder in pädagogischen Kontexten dazu gezwungen würden, zum Beispiel sexuelle Handlungen zu imitieren, sexuelle Begriffe zu besprechen oder sexuelle Gegenstände anzufassen, sei dies sexueller Missbrauch. Kastner wies die solchen Unterrichtsmethoden zugrunde liegende These vom Kind als „sexuellem Wesen“ entschieden als wissenschaftlich unbrauchbare „kognitive Verzerrung“ und „Bagatellisierung der Täter“ zurück.

    Sünden der Sexuellen Revolution

    Zuvor hatte der Publizist und Verleger Albert Christian Sellner das Symposium mit einem dichten kulturhistorischen Abriss über „die Sünden der Sexuellen Revolution“ eröffnet. Sellner hatte selbst viele Jahrzehnte im Umfeld des Marxismus und der Spontibewegung gearbeitet und zuletzt das Vorwort zum Buch „Ja, es gibt Sünde in der Kirche“ von Papst em. Benedikt XVI. verfasst. In seinem Vortrag schlug er einen Bogen von der These der 68er, „Sexualität sei das Allheilmittel gegen autoritäre Strukturen“, über das Geschäft mit der Anti-Baby-Pille und der „Sexindustrie“ bis hin zum Versuch linker und grüner Parteien und Gruppen, Pädosexualität zu normalisieren. Er konstatierte: „Der dunkelste Aspekt der ,Befreiung‘ war die Enttabuisierung der Erotik von Kindern und Jugendlichen, dies nicht im Sinne einer Überwindung von Prüderie, Verklemmtheit und Unaufgeklärtheit, sondern in affirmativer Beschäftigung mit dem Thema sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen.“

    Aufklärung ist in erster Linie Aufgabe der Eltern

    Leni Kesselstatt von der Familienallianz Österreich schilderte die Erfahrungen von Eltern, deren Kinder in Grundschulen schamverletzenden Inhalten der „emanzipatorischen Sexualpädagogik“ ausgesetzt sind. Sie ermutigte die Eltern: „Eltern sollten die ersten sein, die ihre Kinder aufklären und eine gute und schöne Sprache dafür finden.“ Um Eltern darin zu unterstützen, stellte Kesselstatt als kindgerechte Alternative das von ihr in Zusammenarbeit mit Christian Spaemann entwickelte Aufklärungsmaterial „Wunderkunde“ vor, das auch für die Verwendung in Schulen geeignet ist. Kesselstatt vertrat den Psychiater und Psychotherapeuten Christian Spaemann, der wegen Erkrankung selbst nicht referieren konnte. Zur Einführung in ihren praxisorientierten Vortrag wurde ein Video von Spaemann über den Unterschied zwischen subjektiver und objektiver Missbrauchsprävention präsentiert. Zugleich kündigten die Veranstalter an, dass Spaemanns Vortrag in einem zweiten Teil des Symposiums in einigen Wochen nachgeholt werde.

    Pornografisierung von Kindern

    Die Psychologin und Psychotherapeutin Tabea Freitag lenkte den Blick auf die durch digitale Medien zunehmende „Pornografisierung“ von Kindern, die vor allem auf die Reduktion der Sexualität auf den Lustaspekt zurückzuführen sei. Kinder mit Pornografie zu konfrontieren, auch in der „sexuellen Bildung“, bezeichnete Freitag als eine Täterstrategie, die die Betroffenen in ihrem Schamgefühl verletze, ihre Intuition verwirre und auch nicht-sexuelle Bedürfnisse sexualisiere. Die Verharmlosung von Pornografie folge dem „Mantra der sogenannten sexpositiven oder auch neo-emanzipatorischen Sexualpädagogik, dass die Jugendlichen kompetent entscheiden könnten zwischen Realität und Fiktion, dass Pornos sogar nützlich seien für Jugendliche“. Dies stünde im Widerspruch zum gesetzlich geregelten Schutz Jugendlicher vor Pornografie (§ 184 StGB).

    Da es die Veranstalter nicht bei der Kritik an diesen Zuständen belassen wollten, bildeten zwei Präventions- und Aufklärungsprojekte den Abschluss des Symposiums. Zunächst stellte Gilla Frank von Wertevollwachsen e.V. die Buchreihe „leben, lieben, lernen“ vor, die von einem Team aus nord- und südamerikanischen Autoren verfasst wurde und Kindern verschiedener Altersstufen eine ganzheitliche Werteerziehung vermittelt. Die Bücher basieren auf einer christlichen Anthropologie und positiven Psychologie, was sich auch in der darin enthaltenen Sexualpädagogik widerspiegele, erläuterte Frank:„Aus unserer Sicht ist Sexualität eine Komponente der Gesamtentwicklung der Persönlichkeit und nur eine starke Persönlichkeit kann auch zu einer integren Sexualität finden.“

    Kinder besser schützen

    Phil Pöschl stellte schließlich die Arbeit von Safersurfing e. V. vor, die vor allem in der Prävention und Hilfestellung für Betroffene von Pornografie- und Sexsucht besteht. Darüber hinaus seien Aufklärung und Fortbildungen für Eltern, Lehrer und Erzieher notwendig, weil Kinder immer früher, im Durchschnitt mit elf Jahren, bereits mit Pornografie im Internet konfrontiert werden. Pöschl gab daher mehrere praktische Tipps, wie Eltern ihre Kinder schützen können. Zum Beispiel könne man den Computer an einem zentralen, sichtbaren Ort aufstellen, Schutzsoftware installieren und darüber hinaus das Selbstbewusstsein der Kinder stärken. Auch die Familie als Ganzes könne sich Regeln für die Nutzung digitaler Medien geben.

    Hedwig von Beverfoerde zog ein erstes Fazit und betonte: „Wir haben mit diesem Symposium ein neues Kapitel aufgeschlagen in der Debatte um eine kindgerechte Aufklärung und echte Missbrauchsprävention.“ Auf den zweiten Teil darf man nach diesem Aufschlag mit Recht gespannt sein.

    Das Symposium ist zu sehen unter www.symposium2021.de.

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