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    Zum Thema Lebensschutz auf dem Katholikentag in Osnabrück: In die hintere Ecke gedrängt

    „Stummen eine Stimme geben“ ist das Motto auf dem Programmheft zum 97. deutschen Katholikentag in Osnabrück, doch wie sieht es mit dem Lebensschutz in diesen Tagen aus? Tatsächlich widmet sich keine einzige der über 1200 Veranstaltungen explizit dem ungeborenen Leben. Auf der Medienmeile findet man nach langem Suchen am hinteren Rand des Geländes und etwas abseits endlich den Stand von ALfA (Aktion Lebensrecht für alle e.V.). Das Verteilen der Embryomodelle ist den Standmitarbeitern jedoch von den Verantwortlichen des Katholikentages untersagt worden. Wo sonst, wenn nicht auf dem Katholikentag müsste der Lebensschutz von den Dächern gerufen werden?

    „Stummen eine Stimme geben“ ist das Motto auf dem Programmheft zum 97. deutschen Katholikentag in Osnabrück, doch wie sieht es mit dem Lebensschutz in diesen Tagen aus? Tatsächlich widmet sich keine einzige der über 1200 Veranstaltungen explizit dem ungeborenen Leben. Auf der Medienmeile findet man nach langem Suchen am hinteren Rand des Geländes und etwas abseits endlich den Stand von ALfA (Aktion Lebensrecht für alle e.V.). Das Verteilen der Embryomodelle ist den Standmitarbeitern jedoch von den Verantwortlichen des Katholikentages untersagt worden. Wo sonst, wenn nicht auf dem Katholikentag müsste der Lebensschutz von den Dächern gerufen werden?

    Was ist gemeint mit „Stummen eine Stimme geben?“ Stattdessen in der Mitte der Medienmeile 4 große, nicht zu übersehende Zelte, in denen sich Gruppen wie die LSGG (Lesbischwule Gottesdienstgemeinschaften) oder „Priester und ihre Frauen“ präsentieren.

    Am Dom steht gut sichtbar das „Beichtmobil“ von „Kirche in Not“. Bis zum Abend des zweiten Tages wurde das Angebot etwa 15 Mal genutzt. Beichte als offiziellen Programmpunkt des Katholikentages sucht man in einer Kirche ansonsten vergebens. Ich gehe auf gut Glück ins geistliche Zentrum und bin überrascht, dass ich dort in einem mit lauter Spanplatten ausgestatteten Raum tatsächlich das Allerheiligste ausgesetzt finde. Im Programmheft war hiervon nicht eindeutig die Rede.

    Am Jugendzentrum endlich ein Stand, der eine katholische Botschaft verkündet und geradezu belagert wird: Die Karl Leisner Jugend bietet fesche T-Shirts mit den Aufschriften „Ich bin katholisch... nicht nur sonntags!“ Oder „Früher hatte ich eine Heidenangst, jetzt bin ich katholisch“ an. In den folgenden Tagen sieht man immer mehr Menschen, die durch diese Shirts Zeugnis ablegen. Nicht weit entfernt stehen Aktivisten, die T-Shirts mit der Aufschrift: „Gott ist tot, Marx lebt“ anbieten. Dasselbe in der Einkaufszone: Am Bonifatiusstand erhält man spritzige Karten mit der Aufschrift: „Katholisch ist bene“ und daneben ein Bild des Heiligen Vaters.

    Keine zwanzig Meter entfernt ein kleiner Stand, der aber überdeutlich klar macht, dass der Papst der in 1 Joh. 2,18 und 2 Joh. 7 angekündigte Antichrist sei. Ich bin verwirrt. Warum wird es den Lebensschützern untersagt, für das ungeborene Leben zu kämpfen, warum wird ihr Stand so ungünstig platziert, während sonst anscheinend alles, ja wirklich alles, und mag es sich noch so grundsätzlich widersprechen, geduldet wird. Sehr gut klingt mir noch die Ansprache von Bischof Franz Josef Bode aus der Eröffnungsfeier im Ohr „Gott kann die Schmalspur nicht leiden!“ Daran muss ich in diesen Tagen immer wieder denken. Und ebenso deutlich klingt mir ein Lied aus dem Abschlussgottesdienst im Ohr, in dem es heißt: Leben ist ein Geschenk von Anfang an... Leben schützen von Anfang an... Leben lassen von Anfang an.

    Wie kann man so gekonnt die Botschaft dieses Liedes übersehen oder fehlinterpretieren? Die hl. Messe gleicht eher einem Rock- und Popkonzert, indem dazu aufgefordert wird, das Gloria (GL Nr. 457) im Dreivierteltakt zu „grooven“. Niemand scheint unter den 25 000 während der Wandlung in heiliger Ehrfurcht das Knie zu beugen. Wird hier noch an die Realpräsenz geglaubt?

    Der Gottesdienst und damit auch der Katholikentag 2008 enden mit der Einladung zum evangelischen Kirchentag in Bremen und zum ökumenischen Kirchentag in München. Der Moderator jubelt triumphierend: „Ich kann den Katholikentag fast nicht mehr vom evangelischen Kirchentag unterscheiden!“ Wie Recht er damit hat, scheint ihm nicht klar zu sein.

    Maria Goderski, 50676 Köln