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    ZdK und Armin Laschet fordern mehr Bildungsgerechtigkeit

    Bonn (DT/KNA) Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet haben mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland gefordert. Im Streit um die Hochschulreformen warnte das ZdK am Samstag in Bonn vor einer Ausrichtung der Studiengänge allein auf die berufliche Bildung. „Das Hochschulstudium muss sich am Leitbild einer umfassenden Bildung orientieren“, heißt es in dem bei der Herbstvollversammlung verabschiedeten Papier. Studiengebühren sollten sozialverträglich sein: Das ZdK plädierte für eine nachgelagerte Beteiligung der Studierenden an den Kosten ihres Studiums. Zugleich fordern die Delegierten eine kontinuierliche Anpassung des BAföG an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten. Unterstützung signalisierten die Delegierten für die Ankündigung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), das BAföG im kommenden Jahr zu erhöhen. Für den Bereich der frühkindlichen Bildung fordert das ZdK eine „flächendeckend ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen“. Kinderbetreuungs- und Bildungsangebote sollten prinzipiell kostenlos sein; insbesondere gelte das für das letzte Kindergartenjahr. Das Zentralkomitee plädiert dafür, insbesondere die Sprachkompetenz von Kindern in den ersten Lebensjahren stärker zu fördern. Zudem seien Familien in schwierigen sozialen Milieus und mit Migrationshintergrund besonders zu unterstützen. Für unverzichtbar hält die Erklärung Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung, um die Erziehungskompetenz zu stärken. Mit Blick auf die Schulen warnte das Katholikenkomitee vor einer Fixierung auf eine Debatte um die richtigen Schulformen. Wichtig sei ein flexibles und durchlässiges Schulsystem. Vor allem sei die Zahl der Schüler ohne Abschluss zu reduzieren. Lehrer und Schulen dürften nicht mit zusätzlichen sozialen Aufgaben überfrachtet werden, mahnt das ZdK. Als „nicht hinnehmbar“ bezeichnet es das Papier, dass Bildungschancen in Deutschland überdurchschnittlich stark durch soziale Herkunft bestimmt werden. Laschet, der Mitglied des ZdK ist, forderte insbesondere größere Aufstiegschancen für Einwanderer und eine neue Aufsteiger-Mentalität. Die Gesellschaft sei angewiesen auf Menschen, die ihre Chancen nutzen und durch Leistung aufsteigen wollten. Staat und Gesellschaft müssten für Strukturen sorgen, dass jeder einzelne seine Ziele durch eigene Anstrengung auch erreichen könne, sagte er vor der Herbstvollversammlung. Größere Bildungschancen seien zentral für die Zukunft des Sozialstaats. Nach der Integration von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zusammenwachsen Deutschlands nach dem Fall der Mauer brauche die Bundesrepublik erneut eine Kraftanstrengung, um Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu integrieren, sagte der Minister. Die demografische Entwicklung und der Mangel an qualifizierten Fachkräften machten das notwendig. Qualifizierte Zuwanderung müsse auch als Chance begriffen werden, um in dem globalen Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen zu können. Auch der CDU-Politiker kritisierte die hohe Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft in Deutschland. Er sprach von einer „betonierten Gesellschaft“, weil das oberste Drittel der Gesellschaft die beruflichen Chancen weitgehend unter sich selbst verteile. Auch im unteren Drittel seien die Strukturen verfestigt, sagte er unter Verweis auf den Bezug von Hartz IV in Familien über mehrere Generationen.

    Bonn (DT/KNA) Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet haben mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland gefordert. Im Streit um die Hochschulreformen warnte das ZdK am Samstag in Bonn vor einer Ausrichtung der Studiengänge allein auf die berufliche Bildung. „Das Hochschulstudium muss sich am Leitbild einer umfassenden Bildung orientieren“, heißt es in dem bei der Herbstvollversammlung verabschiedeten Papier. Studiengebühren sollten sozialverträglich sein: Das ZdK plädierte für eine nachgelagerte Beteiligung der Studierenden an den Kosten ihres Studiums. Zugleich fordern die Delegierten eine kontinuierliche Anpassung des BAföG an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten. Unterstützung signalisierten die Delegierten für die Ankündigung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), das BAföG im kommenden Jahr zu erhöhen. Für den Bereich der frühkindlichen Bildung fordert das ZdK eine „flächendeckend ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen“. Kinderbetreuungs- und Bildungsangebote sollten prinzipiell kostenlos sein; insbesondere gelte das für das letzte Kindergartenjahr. Das Zentralkomitee plädiert dafür, insbesondere die Sprachkompetenz von Kindern in den ersten Lebensjahren stärker zu fördern. Zudem seien Familien in schwierigen sozialen Milieus und mit Migrationshintergrund besonders zu unterstützen. Für unverzichtbar hält die Erklärung Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung, um die Erziehungskompetenz zu stärken. Mit Blick auf die Schulen warnte das Katholikenkomitee vor einer Fixierung auf eine Debatte um die richtigen Schulformen. Wichtig sei ein flexibles und durchlässiges Schulsystem. Vor allem sei die Zahl der Schüler ohne Abschluss zu reduzieren. Lehrer und Schulen dürften nicht mit zusätzlichen sozialen Aufgaben überfrachtet werden, mahnt das ZdK. Als „nicht hinnehmbar“ bezeichnet es das Papier, dass Bildungschancen in Deutschland überdurchschnittlich stark durch soziale Herkunft bestimmt werden. Laschet, der Mitglied des ZdK ist, forderte insbesondere größere Aufstiegschancen für Einwanderer und eine neue Aufsteiger-Mentalität. Die Gesellschaft sei angewiesen auf Menschen, die ihre Chancen nutzen und durch Leistung aufsteigen wollten. Staat und Gesellschaft müssten für Strukturen sorgen, dass jeder einzelne seine Ziele durch eigene Anstrengung auch erreichen könne, sagte er vor der Herbstvollversammlung. Größere Bildungschancen seien zentral für die Zukunft des Sozialstaats. Nach der Integration von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zusammenwachsen Deutschlands nach dem Fall der Mauer brauche die Bundesrepublik erneut eine Kraftanstrengung, um Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu integrieren, sagte der Minister. Die demografische Entwicklung und der Mangel an qualifizierten Fachkräften machten das notwendig. Qualifizierte Zuwanderung müsse auch als Chance begriffen werden, um in dem globalen Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen zu können. Auch der CDU-Politiker kritisierte die hohe Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft in Deutschland. Er sprach von einer „betonierten Gesellschaft“, weil das oberste Drittel der Gesellschaft die beruflichen Chancen weitgehend unter sich selbst verteile. Auch im unteren Drittel seien die Strukturen verfestigt, sagte er unter Verweis auf den Bezug von Hartz IV in Familien über mehrere Generationen.