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    Sterbehilfe-Verein: Durch Urteile die Rechtslage ändern

    Dignitas betreibt Lobbyarbeit für den Selbstmord. Wer alt oder krank ist, dem soll geholfen werden – sich zu töten. Der Verein will dazu in Österreich durch Urteile die rechtlichen Bedingungen schaffen.

    Sterbehilfe: Verein Dignitas betreibt Lobbyarbeit für Selbstmord
    Hand einer Frau am Triangelgriff an einem Bettgalgen eines Pflegebetts. Foto: Jens Kalaene/dpa. Foto: Jens Kalaene (dpa-Zentralbild)

    Der Schweizer Sterbehilfe-Verein Dignitas ist derzeit missionarisch unterwegs. Sein erklärtes Ziel: die Freigabe des assistierten Suizids durch Musterprozesse und Lobbyarbeit international durchzusetzen.

    Dignitas und der Gang durch die Instanzen

    Gegenüber Medien verbucht Dignitas-Gründer Ludwig Minelli (85) mehrere „Pro-Sterbehilfe-Urteile“ – etwa in Deutschland, Kanada und einigen australischen Bundesstaaten –, als eigenen Erfolg. Nun ist offenbar Österreich an der Reihe. „Wir sind bereit, derartige Verfahren zu finanzieren, denn es ist unsere Aufgabe und unser Auftrag, auch in Österreich das Licht der Freiheit anzuzünden. Das wird wohl in den nächsten zwei bis drei Jahren vonstatten gehen“, so Minelli kürzlich gegenüber der österreichischen journalistischen Recherche-Plattform Addendum.

    In Österreich gilt: Nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines anderen sterben

    In Österreich sind sowohl die Tötung auf Verlangen als auch die Beihilfe zum Selbstmord strafrechtlich verboten. „Nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines anderen zu sterben“, lautet der breite politische Konsens, wonach es keinen ärztlichen Auftrag zur Beihilfe zum Suizid oder der Tötung auf Verlangen gibt. Stattdessen sollen Palliative Care und Hospizangebote ausgebaut werden, so das Ergebnis der 2015 abgeschlossenen parlamentarischen Enquete zur Würde am Ende des Lebens.

    Felix Austria! Doch hält das Modell in Österreich dem Dignitas-Druck stand? Susanne Kummer, Geschäftsführerin des Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik in Wien, analysiert in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 20. Dezember 2018 kompetent die Lage in der Alpenrepublik. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

    DT (jobo)