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    Stehlen, um zu spenden

    Ausgerechnet ein renommiertes amerikanisches Beratungsunternehmen für internationale Sicherheitsanalysen ist über Weihnachten einem spektakulären Hackerangriff zum Opfer gefallen. Die Internet-Aktivistengruppe Anonymous stahl nach eigener Darstellung tausende Kreditkartendaten von Kunden des Unternehmens Stratfor, dem enge Kontakte zum US-Geheimdienst CIA nachgesagt werden.

    Ausgerechnet ein renommiertes amerikanisches Beratungsunternehmen für internationale Sicherheitsanalysen ist über Weihnachten einem spektakulären Hackerangriff zum Opfer gefallen. Die Internet-Aktivistengruppe Anonymous stahl nach eigener Darstellung tausende Kreditkartendaten von Kunden des Unternehmens Stratfor, dem enge Kontakte zum US-Geheimdienst CIA nachgesagt werden.

    Ziel der Aktion sei es, „mehr als eine Million Dollar“ (770 000 Euro) als Weihnachtsspenden an gemeinnützige Einrichtungen umzuverteilen, zitierten US-Medien ungenannte Anonymous-Mitglieder. Opfer hätten bereits von nicht genehmigten Überweisungen berichtet.

    Die internationale Hacker-Gruppe prahlte im Netz damit, neben den Daten zu mindestens 4 000 Kreditkarten auch eine Liste mit Kunden gestohlen zu haben. Dabei dürfte es sich vor allem um Empfänger eines kostenpflichtigen täglichen Newsletters handeln. Stratfor bietet seinen Kunden Analysen zu aktuellen geopolitischen Sicherheitsfragen wie Terrorismus, politische Umwälzungen oder Machtwechsel in einzelnen Ländern.

    Die im Internet gezeigte Aufstellung umfasst Finanzinstitute wie die Bank of America, Unternehmen wie den Flugzeugbauer Boeing oder den Computerhersteller Apple und Medien wie den amerikanischen Fernsehsender NBC. Auch Regierungs- und Militäreinrichtungen gehören offenbar dazu, darunter die amerikanische Luftwaffe und das Justizministerium.

    Stratfor bestätigte den Angriff unter anderem auf seiner Seite im sozialen Netzwerk Facebook: „Am 24. Dezember haben Unbefugte personenbezogene Daten und dazugehörige Kreditkartendaten von einigen unserer Kunden offengelegt.“ Die Ermittlungen seien inzwischen aufgenommen worden. DT/dpa