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    Preußischer Herrscher mit Widersprüchen

    Am 24. Januar 1712 wurde als viertes Kind des späteren Königs in Preußen Friedrich Wilhelm I. und seiner Frau, Kronprinzessin Dorothea von Brandenburg-Preußen, ein Sohn geboren, der als Friedrich II. Preußen mehr als 46 Jahre lang regieren und aus einem zersplitterten „Kurfürstentum mit Krone“ eine der europäischen Hauptmächte machen sollte. Manche sehen in ihm „Friedrich den Großen“, den Inbegriff des aufgeklärt absolutistischen Herrschers. Andere halten Friedrich II. für den Wegbereiter des deutschen Militarismus. Eins scheint sicher zu sein: Der Preußenkönig Friedrich II. (1712–1786) war vor allem eine widersprüchliche Persönlichkeit, der als Kronprinz vor allem ein „Roi philosophe“ werden wollte und als König sofort nach der Thronbesteigung eine aggressive Expansionspolitik betrieb. Anlässlich des 300. Geburtstags von Friedrich II. von Preußen zeigen Das Erste und ARTE ein Doku-Drama, in dem sich fiktionale Sequenzen mit Animationen und grafischen Steckbriefen der wichtigsten Protagonisten im Leben Friedrichs sowie mit Experten-Interviews abwechseln.

    Friedrich II. (Katharina Thalbach) kehrt nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges 1763 in das Berliner Stadtschloss zurü... Foto: rbb/Tom Schulze/DOKfilm

    Am 24. Januar 1712 wurde als viertes Kind des späteren Königs in Preußen Friedrich Wilhelm I. und seiner Frau, Kronprinzessin Dorothea von Brandenburg-Preußen, ein Sohn geboren, der als Friedrich II. Preußen mehr als 46 Jahre lang regieren und aus einem zersplitterten „Kurfürstentum mit Krone“ eine der europäischen Hauptmächte machen sollte. Manche sehen in ihm „Friedrich den Großen“, den Inbegriff des aufgeklärt absolutistischen Herrschers. Andere halten Friedrich II. für den Wegbereiter des deutschen Militarismus. Eins scheint sicher zu sein: Der Preußenkönig Friedrich II. (1712–1786) war vor allem eine widersprüchliche Persönlichkeit, der als Kronprinz vor allem ein „Roi philosophe“ werden wollte und als König sofort nach der Thronbesteigung eine aggressive Expansionspolitik betrieb. Anlässlich des 300. Geburtstags von Friedrich II. von Preußen zeigen Das Erste und ARTE ein Doku-Drama, in dem sich fiktionale Sequenzen mit Animationen und grafischen Steckbriefen der wichtigsten Protagonisten im Leben Friedrichs sowie mit Experten-Interviews abwechseln.

    In den Spielszenen übernehmen die Rollen des jungen beziehungsweise des alten Königs jeweils Anna und Katharina Thalbach. Dass König Friedrich II. von Frauen dargestellt wird, schafft eine Distanz zur historischen Figur (siehe dazu das Interview) – die weibliche Stimme ruft beim Zuschauer eine durchaus beabsichtigte Irritation hervor. Die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Tochter kommt allerdings der Kontinuität in der Figur zugute. Als Rahmenhandlung der fiktionalen Sequenzen dient die Reise, die der König als alter Mann im Jahre 1763 nach Berlin unternimmt. Im Laufe der Reise erinnert er sich an seine Jugend – in Rückblenden wird insbesondere das schwierige Verhältnis zwischen dem Kronprinzen und seinem Vater, dem „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. (Oliver Nägele) beleuchtet.

    Aber: War der Preußenkönig Friedrich II. wirklich ein „deutscher König“, wie der Untertitel des Dokudramas behauptet? Auf diese Frage geht Dokufiktion-Gesamtleiter Johannes Unger in der Einleitung seiner im Propyläen-Verlag soeben erschienenen Monografie „Friedrich: Ein deutscher König“ näher ein. Zwar seien dem Brandenburger Fürsten und preußischen König die Bezeichnungen „deutsch“ und „Deutschland“ fremd gewesen. Friedrich II. habe jedoch einerseits den Grundstein zur Bildung des Deutschen Reiches gelegt. Andererseits hätten spätere Generationen „ihre Haltung zur deutschen Nation im Guten wie im Schlechten immer wieder auf den Preußenherrscher“ projiziert.

    – „Friedrich – Ein deutscher König“, Samstag, 7. Januar, 20.15 Uhr auf ARTE, Montag, 16. Januar, 22.45 Uhr in der ARD

    – Johannes Unger: Friedrich: Ein deutscher König. Propyläen-Verlag Berlin 2011, 315 Seiten, EUR 16,99