• aktualisiert:

    Positive Zukunftsperspektiven für den Tourismus im einst heiß umkämpften Vietnam

    Vietnam ist eine exotische, aufstrebende Reisedestination, die jährlich alleine hunderttausend Deutsche besuchen. Das Erlebnisangebot ist reichhaltig und manche Entwicklungen im Bereich des Tourismus und der Dienstleistungswirtschaft sind sogar beispielgebend. Die Regierung hat erkannt, dass dieser Wirtschaftszweig als Devisenbringer und Schaffer steigender internationaler Sympathiewerte von großer Bedeutung ist.

    Vietnam ist eine exotische, aufstrebende Reisedestination, die jährlich alleine hunderttausend Deutsche besuchen. Das Erlebnisangebot ist reichhaltig und manche Entwicklungen im Bereich des Tourismus und der Dienstleistungswirtschaft sind sogar beispielgebend. Die Regierung hat erkannt, dass dieser Wirtschaftszweig als Devisenbringer und Schaffer steigender internationaler Sympathiewerte von großer Bedeutung ist.

    Für den Besucher, der keine persönlichen Kontakte zu kritisch denkenden Vietnamesen hat, erscheint vor allem der südliche Teil des Landes geradezu ein Musterbeispiel für wirtschaftlichen Aufschwung, Sicherheit und zunehmende Toleranz zu sein. Wie in jedem Staat, wo Bespitzelung durch den nationalen Geheimdienst noch nicht wirklich der Vergangenheit angehört, ist es für Touristen nicht gerade leicht, auf Menschen zu stoßen, die offen reden. Nach außen erklären sich die meisten mit dem Regime und den politischen Verhältnissen zufrieden. Man darf sich aber nicht täuschen lassen. Trotz erkennbarer Fortschritte in wichtigen Bereichen wie bei den Menschenrechten, der freien Meinungsäußerung und der Behandlung von Minderheiten, liegen gerade bei diesen Materien noch bedeutende Defizite vor, auf deren Beseitigung die EU und Deutschland, die das Land massiv unterstützen, drängen müssen. Es handelt sich um einen Einparteienstaat, wobei der Einfluss des achtzehnköpfigen Politbüros im Norden spürbar stärker ist als im Süden.

    Die Verfassung von 1992 garantiert allen Vietnamesen die freie Religionswahl und auch ihre uneingeschränkte Ausübung. Tatsächlich nimmt die Politik jedoch heute noch auf die Ernennung religiöser Würdenträger und Lehrkräfte oder die Veröffentlichung von Schriften Einfluss. Nach den Philippinen hat Vietnam unter allen südostasiatischen Staaten mit sieben bis zehn Prozent den zweitgrößten Anteil an Christen. Die letzte statistische Erhebung aus 1997 spricht von fünf Millionen Katholiken.

    Unter der Herrschaft Ngo Dinh Diems wurde der Katholizismus zum Bollwerk gegen den Kommunismus. Katholiken bekleideten damals viele bedeutende Ämter. Als die Kommunisten 1975 den Süden eroberten, flohen viele Christen, nahezu alle verloren ihre Macht und viele wurden eingesperrt.

    Katholiken, die im südlichen Teil Vietnams leben, geben heute zu verstehen, dass ihnen bei der Ausübung ihrer Religion keine Schwierigkeiten gemacht würden. Es gibt aber auf politischer Ebene noch Konfliktstoff, wobei es nicht zuletzt um die früheren Besitztümer der Kirche geht. Erst im Juli versammelten sich 500 000 Katholiken unter Führung von 170 Priestern und 420 Ordensfrauen, um gegen das Vorgehen der Regierung im Zusammenhang mit der zerbombten Pfarrkirche Tam Toa in der Stadt Dong-Hai zu protestieren. Die katholischen Bürger möchten das Gotteshaus (es wurde 1871 errichtet, derzeit steht nur mehr der Glockenturm und ein Teil der Fassade) wieder aufbauen und liturgisch nutzen. Die Regierung hingegen plant das Gebäude zu einer „Gedenkstätte der US-Verbrechen“ umzufunktionieren.

    Die Katholiken Vietnams hoffen auf einen baldigen Papstbesuch

    Für Konflikt und schwerwiegende soziale Probleme sorgt auch die „Zwei-Kinder-Regelung“, da kinderreiche Familien pro zusätzlichem Kind hohe Bußen zahlen müssen und durch diese Vorschrift naturgemäß Eltern, die von Verhütungsmitteln Abstand nehmen, betroffen sind.

    Die vietnamesischen Katholiken erhoffen einen baldigen Papstbesuch, am liebsten schon im kommenden Jahr. Die Regierung hat, wie betont wird, nichts gegen einen Besuch des Papstes einzuwenden, denn man wolle zum Ausdruck bringen, „dass Vietnam Verschiedenheit und Freiheit akzeptiert“. Jahrzehntelang geisterte Vietnam als Kriegsschauplatz durch die Medien. Sterbende Kinder, vergiftete Erde, entblätterter Dschungel, das waren die Bilder, die sich einprägten. Kaum zu glauben, dass dieses Land sich heute als Traumreiseziel für exotische Landschaft, Kultur und Gastronomie suchende Touristen präsentiert. Anfang der Neunziger Jahre war eine Reise in die „Demokratische Republik Vietnam“ mit ihrem kommunistischen Einparteiensystem noch eher Abenteuer suchenden Individualtouristen vorbehalten. Heute erfreut sich das 1 650 Kilometer lange Land, mit seinen Gebirgen, Urwäldern und vielfältigen Küstenlandschaften vor allem bei Deutschsprachigen steigender Beliebtheit. Es erstreckt sich wie ein langgezogenes S über die ganze Halbinsel Indochinas und grenzt an China, Laos und Kambodscha.

    Trotz der Kriegsschäden ist etwa ein Drittel der Landfläche von unversehrtem tropischem Regenwald bedeckt. Ho-Chi-Minh-Stadt oder Saigon, mit sechs Millionen Einwohnern, ist eine der aufregendsten asiatischen Städte. Der französische Einfluss ist zwar kein offizielles Thema, aber nicht zu übersehen und hat auch in der Gastronomie Spuren hinterlassen. Saigon mit seinem großen katholischen Bevölkerungsanteil hat viele stattliche Kirchen, aber natürlich auch sehenswerte Pagoden und Tempel. Die Stadt ist jung und dynamisch. Das dominierende Fortbewegungsmittel sind Mopeds. Hunderttausende von behelmten Menschen aller Altersgruppen und beiderlei Geschlechts brausen auf ihren „Scootern“ durch die hitzeflimmernden Straßen.

    Saigon ist ein Einkaufsparadies. Natürlich kann man auf den Märkten, wo vor allem heimische handgemachte Textilien und kunsthandwerkliche Gegenstände angeboten werden, handeln. In den zahllosen Warenhäusern und Boutiquen ist das Angebot an Markenartikeln zu äußerst günstigen Preisen, aufregend. Wenn man am Flugplatz fünfzig Euro wechselt, wird man schlagartig zum Millionär, denn vier Euro entsprechen hunderttausend Dong.

    Da Vietnam verschiedene Klimazonen und eine riesige Vielfalt aufweist, sollte man sich bei der ersten Reise und wenn man nur beschränkte Zeit zur Verfügung hat, für eine bestimmte Region entscheiden. Am sinnvollsten ist es, von Ho-Chi-Minh-Stadt nach Nha Tang zu fliegen, denn dort ist das Klima am angenehmsten und die touristischen Einrichtungen haben bereits ein hohes Niveau. Die Hauptstadt Hanoi, das Mekong Delta oder den Lak See sollte man sich für eine zweite Reise aufheben.

    Nha Tang ist von ausgedehnten Sandstränden umrahmt und die Küste lockt mit einem der besten Tauchreviere Asiens. Die Landschaft ist eine Kombination urwaldbewachsener Hügel und romantischer Küstenstriche, die vom tiefblauen Chinesischen Meer umspült werden. Der Fischreichtum ist weitgehend ungebrochen und viele Menschen leben von der Zucht von Langusten, die exportiert werden. Im Hinterland trifft man auf kleine Bauern, die sich vorwiegend dem Reisanbau widmen.

    Saigon ist mit täglichen Flügen der Vietnam Airline von Frankfurt aus zu erreichen.

    Von Klaus Lukas