• aktualisiert:

    Papst-Pop für Groupies

    66 Seiten Papst Franziskus. Im Mailänder Verlagshaus Mondadori, das zum Großteil Ex-Gouverneur Silvio Berlusconi gehört, ist man vom Unterhaltungswert des aktuellen Papstes derart überzeugt, dass es ein eigenes Papst-Magazin in Millionen-Auflage auf den Markt brachte – die erste Wochenzeitschrift der Welt, die ausschließlich von Papst Franziskus handelt. „Il mio Papa“, mein Papst, wie die Zeitschrift heißt, kommt in typischer Boulevard-Manier daher: Knallbunt, riesige Überschriften, Fettdruck, Großbuchstaben, Ausrufezeichen. Mit herausnehmbarem Sammelposter! Für nur einen Euro.

    „Il mio Papa“: Ein italienisches Magazin widmet sich ganz dem Papst. Foto: GP

    66 Seiten Papst Franziskus. Im Mailänder Verlagshaus Mondadori, das zum Großteil Ex-Gouverneur Silvio Berlusconi gehört, ist man vom Unterhaltungswert des aktuellen Papstes derart überzeugt, dass es ein eigenes Papst-Magazin in Millionen-Auflage auf den Markt brachte – die erste Wochenzeitschrift der Welt, die ausschließlich von Papst Franziskus handelt. „Il mio Papa“, mein Papst, wie die Zeitschrift heißt, kommt in typischer Boulevard-Manier daher: Knallbunt, riesige Überschriften, Fettdruck, Großbuchstaben, Ausrufezeichen. Mit herausnehmbarem Sammelposter! Für nur einen Euro.

    „Die Idee zu der Zeitschrift, die Taten und Worte von Papst Franziskus erzählen und teilen soll, ist entstanden, als wir beobachteten, wie seine Wahl eine neue Aufmerksamkeit in der Auseinandersetzung mit ethischen, religiösen und moralischen Themen provoziert hatte“, sagt Aldo Vitali, Verantwortlicher des Blattes, in einer Mitteilung des Verlags. „Unser Pontifex ist in der Tat eine Figur, die dank seiner Empathie, zusammen mit der Kraft, dem Mut und der Einfachheit seiner Botschaft alle erobert hat, egal ob gläubig oder nicht.“

    Die Zeitschrift begleitet Papst Franziskus durch die Woche. Erzählt von seinen Treffen, seinen Aussagen, seinen Pflichten und Audienzen. Zeigt emotionale Momente, Fotos in Nahaufnahme, Bilderfolgen mit Sprechblasen. Die Texte sind kurz und leicht zu lesen. Einzelne Passagen sind darin wie mit Textmarker zusätzlich gelb markiert. Große Aufmerksamkeit soll dabei vor allem auf den „Botschaften der Veränderung“ liegen, die laut Mondadori Franziskus' Pontifikat charakterisieren.

    Die „Sieben Tage mit Papst Franziskus“ werden ergänzt durch bunte Geschichten rund um den Alltag im Vatikan. Wo etwa die Geschenke landen, die dem Papst bei seinem „Bad in der Menge“ überreicht werden. Wie man als Brautpaar an den Segen des Heiligen Vaters kommt oder was hinter den Türen der „Elemosineria Apostolica“, dem päpstlichen Wohltätigkeitsdienst, passiert. Außerdem werden Pfarreiinitiativen vorgestellt, wie auch andere christliche Aktionen zu wohltätigen Zwecken. Ziel sei, den Wert dieser Bemühungen ins Scheinwerferlicht zu stellen und dadurch auch beim Sammeln von Unterstützern zu helfen. „Positiv und populär“ solle das Magazin sein, heißt es in der Erklärung von Mondadori. Die Rubriken „Die Heiligen der Woche“, „Der Heilige Vater im Web“ und „Der Heilige Vater im TV“ und „Das Kreuzworträtsel meines Papstes“ ergänzen das Angebot. Das Magazin bietet auch Platz für seine Leser: Diese sind ausdrücklich aufgefordert, eigene Eindrücke, Bilder, Gedichte einzusenden. Jede Woche kommen außerdem in kleinen Umfragen auch Gläubige vom Petersplatz zu Wort, Jung und Alt, aus aller Welt. „Der Papst ist fantastisch, wenn er sich nähert, bekomme ich Gänsehaut“, ist da zu lesen. Oder: „Ich liebe diesen Papst, er erreicht alle Herzen.“ Und wie es sich für echte Papst-Groupies gehört, werden wöchentlich die besten Gelegenheiten aufgelistet, wo man Franziskus nahe kommen kann – mit dem Vermerk, wo man sich hinstellen muss, um ihn auch wirklich zu sehen.

    Papst und Boulevard – geht das überhaupt zusammen? Und weiter: Boulevard und Zeitschrift – funktioniert das auch ohne Busenblitzer, Scheidungsterror und Totschlag? Der Papst macht es offenbar möglich. Würde die „Bunte“ nur von Boris Becker handeln, kein Mensch würde eine 22. Ausgabe des Blattes mehr lesen wollen. Die ist für „Il mio Papa“ allerdings bereits in Arbeit. Nach wie vor mit Sammelposter.

    Die Zeitschrift ist überall in Italien sowie an internationalen Flughäfen erhältlich.