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    Kommentar: Richard Dawkins im Internet

    Der Atheist Richard Dawkins bleibt weiterhin aktiv. Neuerdings hat er sogar eine Internetseite www.richarddawkins.net angelegt, die zu seiner „Richard Dawkins Foundation for Reason and Science“ gehört. Es geht also um den Kampf um „Vernunft und Wissenschaft“, wobei im Englischen „Science“ die Bedeutung von Naturwissenschaft hat. Und wenn man dann noch in Rechnung stellt, dass die angelsächsische Philosophie den Vernunftbegriff völlig dem Sprachpragmatismus geopfert hat, bei dem nur noch so etwas wie vernünftiges Handeln zum Thema werden kann, nicht aber Vernunft, dann bleibt von dem hehren Namen der Foundation nicht viel übrig. Jedenfalls nichts, das dazu taugen könnte, atheistisch die Religionen in Frage zu stellen.

    Der Atheist Richard Dawkins ist jetzt mit seiner Stiftung im Internet. Foto: IN

    Der Atheist Richard Dawkins bleibt weiterhin aktiv. Neuerdings hat er sogar eine Internetseite www.richarddawkins.net angelegt, die zu seiner „Richard Dawkins Foundation for Reason and Science“ gehört. Es geht also um den Kampf um „Vernunft und Wissenschaft“, wobei im Englischen „Science“ die Bedeutung von Naturwissenschaft hat. Und wenn man dann noch in Rechnung stellt, dass die angelsächsische Philosophie den Vernunftbegriff völlig dem Sprachpragmatismus geopfert hat, bei dem nur noch so etwas wie vernünftiges Handeln zum Thema werden kann, nicht aber Vernunft, dann bleibt von dem hehren Namen der Foundation nicht viel übrig. Jedenfalls nichts, das dazu taugen könnte, atheistisch die Religionen in Frage zu stellen.

    Dawkins beabsichtigt mit seinen Mitarbeitern eine Mission, wie es auf der Startseite der Foundation heißt. Er will wissenschaftliche Erziehung fördern, kritisches Denken und ein Verständnis der Welt, das auf Evidenz basiert, um „religiösen Fundamentalismus, Aberglauben, Intoleranz und menschliches Leid zu überwinden“. Evidenz ist natürlich eine schwache Grundlage, denn Evidenz suggeriert eine Unmittelbarkeit, die in diesem wichtigen Fragen nie gegeben ist. Vielmehr sind die angesprochenen Themen hoch vermittelt, etwa durch die Offenbarung und die Religionsgeschichte. Ebenso lebt der Rezipient dieser Probleme nicht im geschichtslosen Raum, sodass auch das, was ihm evident zu sein scheint, nicht unbefragbar ist. Die Grundlagen der „Mission“ der Foundation sind also höchst zweifelhaft.

    Auch das Personal wird auf der Internetseite vorgestellt. Da ist zum Beispiel der Direktor für die Strategie des Unternehmens, Sean Faircloth, der erst im vergangenen Jahr ein Buch herausgab mit dem Titel, der übersetzt heißt „Angriff der Theokraten – Wie die religiösen Rechte uns alle verletzen und was wir dagegen tun können“. Weitere Mitarbeiter kommen aus dem Bereich der „evolutionären Psychologie“, die auf psychologischem und neurowissenschaftlichem Wege den Glauben in Frage zu stellen versuchen. Das gemeinsame Ziel ist, ein „Spitzenteam zu versammeln, das die Säkularisierung und den Atheismus in die Zukunft trägt“. Dabei will man eng mit amerikanischen atheistischen Gruppen zusammenarbeiten.

    Das Geld scheint zu fehlen, denn man bittet dringend um Spenden; das ist wohl auch eines der Probleme von Dawkins, seinen Atheismus verschärft verbreiten zu können. Offenbar ist der Feind eindeutig lokalisiert: Ein Projekt der Foundation will eine Dokumentation über den „Lebensstil der Reichen und Religiösen“ erstellen, wobei es um eine Kombination von „Religion und extremistische Politik“ gehen soll. Also ob „Reiche und Religiöse“ zu extremistischer Politik neigen.

    Genauso skurril geht es auch in den Diskussionsforen zu. Da stellt jemand zur Diskussion, dass seine vierjährige Tochter Angst vor dem Tod hat und wie er aus einer atheistischen Sicht darauf antworten könne. Oder wie man die Evolutionstheorie Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren erklärt. Ein anderer Teilnehmer empfiehlt hierzu, aus Dawkins' Buch „Die Magie der Realität“ vorzulesen.

    Absurd sind auch künftigen Pläne der Stiftung. Am 26. Mai ist der „Jährliche Handtuch Tag“, in dem man mit Handtüchern Douglas Adams verehrt, den Autor des Buchs „Per Anhalter durch die Galaxis“. Am 28. Mai wird in Detroit ein muslimischer Jahrestag stattfinden, der sich besonders an ehemalige Muslime richtet, um sie im Atheismus zu bestärken. Auch eine Leserbriefseite gibt es, auf der von auffällig vielen Muslimen Dankesbriefe an Richard Dawkins abgedruckt sind. Insgesamt wirkt die Internetseite wie ein Absurditätenkabinett, auf dem weder Vernunft noch Wissenschaft zu finden sind.