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    Förderung von Blasphemie

    Es gibt Skandale, gegen die die Medien nicht protestieren. Etwa gegen den blasphemischen Zeichentrickfilm „Judas & Jesus“, der kurz vor Ostern noch mit Filmpreisen überhäuft wurde (DT vom 10.4.). Nicht nur die Evangelische Zen-tralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) bemerkte zu dem Film, die „besonders geschmacklose Dimension auf der nach oben hin offenen Blasphemie-Skala“ sei erschreckend, auch das Forum Deutscher Katholiken erklärte vor Journalisten, es sei unerträglich, dass der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Bernd Neumann „derartigen Unflat“ fördert. Diese Förderung zeige, „mit welch furchtbarer Aggressivität die eigene Kultur zerstört und der christliche Glaube verunglimpft werden soll“.

    Es gibt Skandale, gegen die die Medien nicht protestieren. Etwa gegen den blasphemischen Zeichentrickfilm „Judas & Jesus“, der kurz vor Ostern noch mit Filmpreisen überhäuft wurde (DT vom 10.4.). Nicht nur die Evangelische Zen-tralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) bemerkte zu dem Film, die „besonders geschmacklose Dimension auf der nach oben hin offenen Blasphemie-Skala“ sei erschreckend, auch das Forum Deutscher Katholiken erklärte vor Journalisten, es sei unerträglich, dass der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Bernd Neumann „derartigen Unflat“ fördert. Diese Förderung zeige, „mit welch furchtbarer Aggressivität die eigene Kultur zerstört und der christliche Glaube verunglimpft werden soll“.

    Inzwischen sind aber erschreckende Fakten über die Hintergründe der blasphemischen Filmproduktion bekannt geworden, die die Dresdner Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, auch Autorin der „Tagespost“, aufgedeckt hat. In einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel hat Gerl-Falkovitz die Filmförderung als völlig unverständlich bezeichnet sowie die Zustimmung des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Bernd Neumann, der dem Bundeskanzleramt direkt unterstellt sei. Keiner anderen Religion gegenüber würde eine derart „widerliche Verhöhnung einer Glaubensüberzeugung gestattet werden“, heißt es in einem Schreiben von Gerl-Falkovitz, das der „Tagespost“ vorliegt, und sie fügte hinzu: „Weshalb wird das Christentum straflos in den immer tieferen Dreck gezogen – auch unter Ihrer Regierung?“ In einem Antwortschreiben vom Leiter des Büros des Staatsministeriums für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt kam dann ein grotesker Sachverhalt ans Tageslicht. Nämlich dass der Produzent des Films als Gewinner des Deutschen Filmpreises Anrecht auf sogenannte Referenzförderung eines weiteren Filmprojekts habe, eine Förderung, die dann „quasi automatisch“ erfolge, ohne dass irgendeine Jury darüber entscheide. Und wenn der Film „nicht gegen bestehende Gesetze“ verstoße, sei dagegen nichts einzuwenden. Blasphemie wird also im Bundeskanzleramt als bloße Rechtsfrage angesehen: was nicht verboten ist, ist erlaubt. Die zuständige Mitarbeiterin von Staatsminister Neumann konnte ihre Bedenken nicht durchsetzen, zudem die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) den Film für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben hatte. Auf Anfrage dieser Zeitung bei der Deutschen Filmförderungsanstalt, über die Neumann die oberste Rechtsaufsicht hat, erklärte deren Pressesprecher, der Produzent habe durch den Gewinn des Deutschen Filmpreises ein Preisgeld gewonnen und so „Judas & Jesus“ finanzieren können. Eine eigene Förderung für den Film habe es nicht gegeben.

    Somit ist also niemand von den Sponsoren verantwortlich, Blasphemie passiert eben. Wenn es so leicht ist, derartige Filme zu produzieren, muss man sich auf einiges gefasst machen.

    Von Alexander Riebel