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    Facebook: Das wahre Ich ist geschlechtlich

    Als hätte es Facebook aus dem Bildungsplan in Baden-Württemberg gelernt: Auch das social network-Unternehmen setzt jetzt auf sexuelle Vielfalt. Damit soll verhindert werden, dass das biologische Geschlecht mit der gefühlten Identität der Facebook-Nutzer notwendig zusammenfällt. Die gefühlte Identität soll künftig einen Vorrang haben. Deshalb hat Facebook jetzt mehr als 50 sexuelle Variationen aufgelistet, unter denen man sich eintragen kann. Die Idee dafür ist die bunte LSBTTIQ-Orientierung, also die „lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queer-Gruppen“.

    Facebook zeigt sich nicht nur in den Regenbogenfarben, sondern arbeitet neuerdings auch mit Queer-Gruppen zusammen. Foto: dpa

    Als hätte es Facebook aus dem Bildungsplan in Baden-Württemberg gelernt: Auch das social network-Unternehmen setzt jetzt auf sexuelle Vielfalt. Damit soll verhindert werden, dass das biologische Geschlecht mit der gefühlten Identität der Facebook-Nutzer notwendig zusammenfällt. Die gefühlte Identität soll künftig einen Vorrang haben. Deshalb hat Facebook jetzt mehr als 50 sexuelle Variationen aufgelistet, unter denen man sich eintragen kann. Die Idee dafür ist die bunte LSBTTIQ-Orientierung, also die „lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queer-Gruppen“.

    Facebook verfolgt damit nicht anderes als einen Aufruf zum Outing, um die heterosexuelle Lebensweise zu relativieren. Denn es gab bisher auch die Möglichkeit, kein Geschlecht anzugeben. Man will sexuelle Gefühle schützen, welcher Art auch immer, und Facebook arbeitet dafür mit Aktivisten der Homo- und Transsexuellen Szene zusammen. Wie auch die Bildungsplaner in Baden-Württemberg. Ohne diese Aktivisten scheint nichts mehr zu gehen, um für gesellschaftliche Akzeptanz zu werben. Dass Menschenrechtsgruppen applaudiert haben, liegt auf der Hand. Nachdem man heute beinahe alles zum Menschenrecht erklären kann, obwohl es streng genommen nur ein Menschenrecht gibt – das der Freiheit –, herrscht heillose Verwirrung. Alle anderen Rechte sind Bürgerrechte, wie eben auch das der Online-Identität.

    Facebook nimmt sich ein Recht heraus, das fragwürdig ist. Gibt es bezüglich der Schulen noch eine berechtigte Diskussion darüber, ob sexuelle Vielfalt Unterrichtsstoff sein soll, so übernimmt Facebook kurzerhand die Regie und konfrontiert Nutzer jeden Alters mit diesem Problem. Facebook erklärt hierzu: „Wenn Du auf Facebook kommst, um dich mit den Menschen oder Organisationen zu verbinden, möchten wir, dass Du Dich mit Deinem wahren, authentischen Ich ungezwungen fühlst.“ Das wahre Ich ist also das Geschlechtliche – mit der klassischen Bestimmung des Menschen als animal-rational, wonach die Ratio die Neigungen geleitet haben, ist hier nichts übrig geblieben. Stattdessen soll man sich laut Facebook ungezwungen animal fühlen.

    Nutzer des Sozialen Netzwerks witzeln bereits darüber, dass man jetzt ein Wörterbuch braucht, um die vielen sexuellen Zuordnungen entschlüsseln zu können. Denn wer kennt schon der Unterschied zwischen Cis Man und Cis Male? Wobei Cis das Gegenteil von Trans bedeutet, also in diesem Fall als Mann geboren zu sein und sich auch psychisch als Mann zu fühlen. Oder die seltsame Bezeichnung „Two-spirit“, die aus der indianischen Kultur kommt, wobei einst das biologische Geschlecht von der sexuellen Praxis unterschieden wurde. Die heutigen Indianer haben diesen Begriff mit der Assimilation an die weiße Kultur aufgegeben, aber Facebook hielt es für nötig, ihn wieder aufleben zu lassen, trotz der heute gängigen Bezeichnungen. So zwingt Facebook seine Nutzer, sich auch mit historischen Formen der Sexualität auseinanderzusetzen, wodurch wiederum die traditionelle Familie relativiert wird. Dass Facebook auch ein ganz ökonomisches Interesse verfolgt, liegt auf der Hand. Denn durch Werbung kann ein riesiger Markt der sexuellen Neigungen erschlossen werden.

    Dass Facebook-Gründer Zuckerberg bereits im vergangenen Jahr auf einem Facebook-Wagen an einer Homosexuellenparade in San Francisco teilnahm, zeigt die Dringlichkeit, mit der hier vorgegangen wird. Inzwischen weht auch eine Regenbogenfahne auf dem Firmengelände.

    Bisher ist die Geschlechtervielfalt für die englischsprachige Ausgabe für Facebook verfügbar, die deutsche soll bald folgen. Dann kann man wesentlich mehr eingeben als „Interessiert an Männer/Frauen“.