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    Etappenziel für 2017 erreicht

    Dank ihrer Leser kann die Tagespost auch im kommenden Jahr erscheinen und sich fit für die Zukunft machen. Von Oliver Maksan

    Großdruckerei der Adam Nord in Laage eröffnet
    So wird die Tagespost auch im kommenden Jahr wieder durch die Druckmaschine sausen. Foto: dpa

    Die Tagespost hat SOS gefunkt – und ihre Leser eilten ihr zu Hilfe. Im Herbst vergangenen Jahres stand die Zeitung infolge gesunkener Leserzahlen und aufgrund eines in Jahren aufgebauten strukturellen Defizits vor dem wirtschaftlichen Aus. Bis zum Jahresende musste eine Deckungslücke von 287 000 Euro geschlossen werden. Der Verlag wandte sich deshalb Anfang November in einem Brandbrief an seine Leser. Die Reaktionen folgten prompt: „Ihr ausführlicher Brief über die dramatische Lage unserer so geschätzten Tagespost hat meinen Mann und mich regelrecht erschüttert. Wie konnten wir ahnen, welche fast verzweifelten Kämpfe sich um das Überleben der Zeitung im Hintergrund abspielten?!“, schrieb eine Leserin. Eine andere Zuschrift lautete: „Ich kann zwar nicht unsere Tagespost retten, aber ich hoffe, wir können es – alle miteinander und tun es. DT darf nicht sterben (schon allein deswegen, weil sich viele darüber schadenfreuen würden).“

    Jetzt, am Ende des Jahres, ist klar: Dank der großzügigen Unterstützung durch Leser und Freunde der Tagespost konnte die Zeitung vor dem unmittelbaren Aus gerettet werden. Damit kann die Tagespost auch im kommenden Jahr erscheinen – das schönste Geschenk für die 1948 gegründete Zeitung, die im August ihren 70. Geburtstag feiern darf.

    Es waren viele kleine Spenden, die halfen, den Wechsel ins neue Jahr zu schaffen. Viele Leser gingen dabei an die eigene finanzielle Schmerzgrenze: „Ich beziehe Wohngeld und habe nur eine kleine Rente. Dennoch überweise ich Ihnen 100 Euro“, meinte ein betagter Leser. Ein Ehepaar ließ den Verlag wissen: „Wir haben nur eine kleine Rente. Aber dieses Jahr geht unsere Weihnachtsspende an Sie.“ Eine unserer älteren Leserinnen schrieb: „Es ist mir wirklich nicht möglich, Ihnen einen höheren Betrag überweisen zu können. Ich bin im 95. Lebensjahr und als verwitwete Rentnerin muss ich sehr rechnen.“

    In den zahlreichen Briefen, E-Mails und Anrufen, die den Verlag im Zuge der Spendenaktion erreichten, war immer wieder zu hören: Die Tagespost darf nicht untergehen. „Unsere Familie mit vier Kindern wird sehr gerne spenden und ich werde auf alle Fälle noch viel mehr Werbung für ,unsere‘ Zeitung machen. Denn wir sind auch der Meinung: Die Tagespost ist unverzichtbar!“, schrieb eine Familie. „Die Tagespost ist längst zu einer kostbaren Flaschenpost geworden, die sich im Strudel der Meinungen noch zuverlässig an der Wirklichkeit orientiert, keinem falschen Liberalismus nachrennt und vor lauter Modernseinwollen nicht Wahrheit mit Fortschritt gleichsetzt, bis zerstörerische Ideologien wieder an die Macht gelangen“, so eine Leserin. Ein anderer Leser: „Ihre Zeitung ist für mich die richtungsweisende Alternative zu den üblichen Medien.“

    Verlag und Redaktion waren und sind überwältigt von der Sympathie, die die Leser für die Tagespost empfinden. Die katholische Zeitung ist für viele fester Bestandteil des Lebens. „Die Tagespost ist uns buchstäblich Lebensmittel“, schrieb ein Leserehepaar. „Ich bin über 90 und kann nur noch die Überschriften lesen. Aber ich freue mich über jede Ausgabe, die kommt“, meinte ein ältere Dame. Schweizer Leser schrieben: „Bei uns zu Hause nennen wir die Tagespost Glückspost. Wir sind stolz auf ,unsere Zeitung‘. Es ist bei jeder Ausgabe sichtbar, wieviel Herzblut darin steckt. Wir danken Ihnen herzlich. Die Tagespost ist bei uns ein Leuchtturm!“ Ein anderer schrieb: „Für mich ist die Tagespost die einzige und DIE Zeitung, die ich regelmäßig lese. Ich freue mich immer sehr über die unaufgeregte und sachliche Berichterstattung.“ Auch in Klöstern wird die Zeitung gelesen: „Wir sind als kontemplative Gemeinschaft seit vielen Jahren Abonnenten und schätzen die Tagespost sehr! Neben geistlichen Texten ist sie ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Tischlesung; denn sie vermittelt uns fundierte Berichte und Artikel aus Kirche und Welt, aus Glauben, Politik und Wissenschaft u.a.m, die wir in so objektiver Weise sonst kaum wo finden.“ Viele Leser haben neben Spenden auch verstärkte Anstrengungen unternommen, die Zeitung im Familien- und Bekanntenkreis zu empfehlen: „Ich habe bis jetzt sicher vier Menschen dazu bewegen können die Tagespost zu abonnieren. Das ist wichtig für Menschen, deren katholischer Glaube nicht bloß das ,Sahnehäubchen auf ihrem Leben‘ ist, sondern das Lebenselixier schlechthin“, meldete ein Leser seinen Erfolg.

    Besonders kostbar ist das Gebetsgedenken, das zahlreiche Leser zusagten. Ein Leser empfahl, den Himmel zu bestürmen und zur Gottesmutter und dem heiligen Josef zu beten. Eine Ordensfrau versprach, in einer Novene täglich den lichtreichen Rosenkranz zu beten und den heiligen Papst Johannes Paul II. um Fürsprache für die Tagespost zu bitten. Sie wolle die Anliegen der Zeitung vor den Tabernakel tragen. Ein anderer Leser schrieb: „Bisher habe ich nur donnerstags, an dem der lichtreiche Rosenkranz gebetet wird, beim Gesätz: ,Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat‘, besonders für die Katholiken in Presse, Rundfunk, Fernsehen und Internet gebetet. Nun bete ich dieses Gesätz jeden Tag für meine Tagespost, für Sie als Verantwortliche und Redakteure, die Sie so sehr mit Herz und Verstand unsern wunderbaren Glauben in dieser so glaubenslosen Zeit verteidigen.“

    Verlag und Redaktion sagen am Ende dieses aufregenden Jahres allen Leser und Spendern von Herzen Vergelt's Gott für ihre Großzügigkeit. Mit dem Erreichen des Spendenziels ist die erste Etappe eines steinigen Weges zurückgelegt. Der Investitionsstau der vergangenen Jahre ist noch nicht aufgelöst. Die Welle der Sympathie aber, die in den letzten Wochen durch die Verlagsräume rollte, trägt die Mitarbeiter der Tagespost schon jetzt mit Elan und Zuversicht ins neue Jahr.

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