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    Ein Waldgeist und andere putzige Tierchen

    Die Welt, in der sich der Animationsfilm „Der Lorax“ abspielt, ist eine ganz und gar künstliche Stadt. Statt echter Bäume stehen in Thneedville mehr oder minder künstlerisch gestaltete, gummiartige Gebilde. Aber auch sonst besteht die Stadt lediglich aus Kunststoff und Stein. Weil deshalb dort Sauerstoff Mangelware ist, wurde Aloysius O'Hare mit dem Verkauf von reiner Luft in Plastikflaschen zum reichsten Mann in Thneedville. Offenbar vermissen die Menschen die Natur nicht, weshalb die 16-jährige Audrey mit ihrem Wunsch ziemlich alleine da steht: Sie möchte einen echten Baum. Weil er sich in Audrey verliebt hat, will der zwölfjährige Ted ihr diesen Wunsch unbedingt erfüllen. Dafür muss er jedoch zunächst einmal D'Hares Spione austricksen und die Stadt verlassen. Denn die Geschichte des Waldsterbens kennt nur ein mysteriöser Once-ler, der in einer verlassenen Gegend lebt. In einer ausgedehnten Rückblende erfährt Ted und mit ihm auch der Zuschauer, wie ein ehrgeiziger junger Geschäftsmann aus reiner Geldgier einst alle Bäume fällte – gegen die Warnung des „Lorax“, eines Waldgeistes mit riesigem gelbem Schnurrbart, der nach der Abholzung einfach verschwand. Der Once-ler besitzt allerdings noch den letzten Samen eines Truffula-Baums. Wenn es Ted gelingt, das Vertrauen von Once-ler zu gewinnen und so von ihm den Samen zu erhalten, könnte es doch noch Hoffnung auf eine Rückkehr der Bäume geben.

    Der kleine Waldgeist „Lorax“ mit der Stimme von Danny deVito. Foto: Universal

    Die Welt, in der sich der Animationsfilm „Der Lorax“ abspielt, ist eine ganz und gar künstliche Stadt. Statt echter Bäume stehen in Thneedville mehr oder minder künstlerisch gestaltete, gummiartige Gebilde. Aber auch sonst besteht die Stadt lediglich aus Kunststoff und Stein. Weil deshalb dort Sauerstoff Mangelware ist, wurde Aloysius O'Hare mit dem Verkauf von reiner Luft in Plastikflaschen zum reichsten Mann in Thneedville. Offenbar vermissen die Menschen die Natur nicht, weshalb die 16-jährige Audrey mit ihrem Wunsch ziemlich alleine da steht: Sie möchte einen echten Baum. Weil er sich in Audrey verliebt hat, will der zwölfjährige Ted ihr diesen Wunsch unbedingt erfüllen. Dafür muss er jedoch zunächst einmal D'Hares Spione austricksen und die Stadt verlassen. Denn die Geschichte des Waldsterbens kennt nur ein mysteriöser Once-ler, der in einer verlassenen Gegend lebt. In einer ausgedehnten Rückblende erfährt Ted und mit ihm auch der Zuschauer, wie ein ehrgeiziger junger Geschäftsmann aus reiner Geldgier einst alle Bäume fällte – gegen die Warnung des „Lorax“, eines Waldgeistes mit riesigem gelbem Schnurrbart, der nach der Abholzung einfach verschwand. Der Once-ler besitzt allerdings noch den letzten Samen eines Truffula-Baums. Wenn es Ted gelingt, das Vertrauen von Once-ler zu gewinnen und so von ihm den Samen zu erhalten, könnte es doch noch Hoffnung auf eine Rückkehr der Bäume geben.

    „Der Lorax“ basiert auf dem gleichnamigen, 1971 veröffentlichten Buch von Dr. Seuss (eigentlich Theodor Geisel). Wie bereits bei der Filmadaption des Dr. Seuss-Kinderbuchs „Ich – Einfach unverbesserlich“ („Despicable Me“, DT vom 5.10.2010) führt Chris Renaud Regie. Produziert werden beide Verfilmungen von Christopher Meledandri, der bis 2008 die neugegründete Animationssparte von 20th Century Fox geführt und in dieser Eigenschaft „Ice Age“ produziert hatte. Mit „Ich – Einfach unverbesserlich“ hat „Der Lorax“ das komplexe, auf mehreren Ebenen spielende Drehbuch von Cinco Paul und Ken Daurio gemeinsam. Obwohl „Der Lorax“ in der Animation nicht den hohen Standard der Pixar-Filme erreicht, bezieht Regisseur Chris Renaud die 3D-Effekte weitgehend in die Handlung mit ein, sodass sie nicht zum Selbstzweck werden. Zum gelungenen Gesamteindruck tragen ebenfalls die vielen Nebenfiguren bei. An die Stelle der kleinen gelben Minions von „Ich – einfach unverbesserlich“ treten in „Der Lorax“ die kuscheligen Mini-Bärchen und andere Tiere mit hohem Lachpotenzial insbesondere für ein sehr junges Publikum. Auch hier glückt es den Filmemachern, diese Episoden am Rande in die Haupthandlung zu integrieren. Bei der Verleihung des Prädikats „besonders wertvoll“ urteilte die Filmbewertungsstelle Wiesbaden: „Ein besonderes Lob verdient die zauberhafte und sehr originelle Gestaltung von Landschaft, Tierwelt und der Figur des Lorax mit der unvergleichlichen Originalstimme von Danny deVito.

    Gelingt es Regisseur Chris Renaud, dem „Once-ler“ Tiefe zu verleihen, so bleiben die Figuren der Rahmenhandlung Audrey und Ted ziemlich blass. Schwerer wiegt es jedoch, dass „Der Lorax“ im Gegensatz etwa zu den Filmen Hayao Miyazakis von „Chihiros Reise ins Zauberland“ (2001) über „Das wandelnde Schloss“ (2004) bis „Ponyo – Das große Abenteuer am Meer“ (2010), die eine familienfreundliche Handlung mit einem Plädoyer für den Umweltschutz auf unaufdringliche Weise verknüpfen, seine Botschaft für ein nachhaltiges Wachstum und ökologisches Bewusstsein redundant und allzu grob vertritt. Bisweilen gewinnt der Zuschauer den Eindruck, dass die Handlung im Dienste dieser Botschaft steht.

    Dennoch: Neben den humorvollen Figuren, etwa auch Teds Großmutter, besticht „Der Lorax“ insbesondere durch die detailverliebte Zeichnung der fantasievollen Welt. Diese wird etwa in dem Kontrast zwischen der farbenfrohen Stadt Thneedville und der düsteren Umgebung deutlich: Als Ted zum ersten Mal die Stadt verlässt, steht er vor einem öden Land, dem die untergegangene Zivilisation anzumerken ist. In den Rückblenden steht die realistische Wiedergabe etwa der Blumen und Pflanzen neben einer verspielten Zeichnung der Tiere und Bäume. Zusammen mit einer Animation, die an „Ich – einfach unverbesserlich“ erinnert, und den in die Handlung eingebauten Gesangseinlagen lassen diese fantasievollen Bilder „Der Lorax“ zu einer Fabel werden, die insbesondere kleinere Kinder anspricht.