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    „Die Welt säubern“

    Der Videoclip ist erschreckend. Und dass er schon vier Jahre alt ist, nimmt ihm nichts von seiner schockierenden Wirkung. Der amerikanische Schauspieler Tom Cruise hält darin eine Rede, in der er sich zu den Idealen der Scientology-Sekte bekennt und zur Säuberung der Erde aufruft. Anlass war die Verleihung der Freiheits-Medaille, mit der Scientology den Schauspieler geehrt hatte. Cruise dankt in unterwürfigem Gestammel dem neben ihm stehenden Scientology-Chef David Miscavige, der Organisation dienen zu dürfen. Er sei niemals einem „kompetenterem, intelligenterem, toleranterem und mitfühlsamerem menschlichen Wesen“ begegnet, Miscavige sei der „Führer der Führer“. „Do you want to clean this place up?“, fragte Cruise dann das Scientology-Auditorium, „wollt Ihr, dass diese Erde gesäubert wird?” – tosender Beifall, vermischt mit „Ja“-Rufen. Die Ziele der Sekte werden mit diesem Auftritt des Schauspielers durchsichtiger.

    Der Videoclip ist erschreckend. Und dass er schon vier Jahre alt ist, nimmt ihm nichts von seiner schockierenden Wirkung. Der amerikanische Schauspieler Tom Cruise hält darin eine Rede, in der er sich zu den Idealen der Scientology-Sekte bekennt und zur Säuberung der Erde aufruft. Anlass war die Verleihung der Freiheits-Medaille, mit der Scientology den Schauspieler geehrt hatte. Cruise dankt in unterwürfigem Gestammel dem neben ihm stehenden Scientology-Chef David Miscavige, der Organisation dienen zu dürfen. Er sei niemals einem „kompetenterem, intelligenterem, toleranterem und mitfühlsamerem menschlichen Wesen“ begegnet, Miscavige sei der „Führer der Führer“. „Do you want to clean this place up?“, fragte Cruise dann das Scientology-Auditorium, „wollt Ihr, dass diese Erde gesäubert wird?” – tosender Beifall, vermischt mit „Ja“-Rufen. Die Ziele der Sekte werden mit diesem Auftritt des Schauspielers durchsichtiger.

    Der Clip, der unter anderem auf www.stern.de zu finden ist, hat inzwischen heftige Reaktionen ausgelöst. ZDF-Historiker Guido Knopp hat gegenüber „Bild am Sonntag“ erklärt: „Tom Cruise tritt auf wie Goebbels.“ Knopp denkt dabei an die Sportpalast-Rede, in der Goebbels zum totalen Krieg aufrief: „Es mag ja sein, dass Cruises Sprechweise bei vielen Erweckungsbewegungen in den USA üblich ist. Doch die Szene, in der er fragt, ob die Scientologen die Welt säubern sollen und alle Ja rufen, erinnert zwangsläufig jeden Deutschen, der sich für Geschichte interessiert, an die berüchtigte Sportpalast-Rede von Goebbels.“ Auch der Sektenbeauftragte der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg hat inzwischen den Goebbels-Vergleich gezogen: „Ich bleibe dabei: Tom Cruise ist der Goebbels der Scientologen.“ Cruise will die Welt verändern und seiner Sekte gefügig machen. Darum mahnt er auch seine Zuhörer in dem Videoclip: „Leute, das ist unsere Zeit, eine Zeit, an die wir uns alle erinnern werden.“ Es ist die Zeit für einen neuen Anlauf zur Mission.

    Europa ist jetzt Missionsgebiet von Scientology. In England soll es wohl über die Beckhams laufen. Familie Cruise kümmert sich um das Wohlergehen des Fußballspielers und seiner Frau Victoria, und in Deutschland will die Sekte mit dem Stauffenberg-Film, in dem Cruise die Hauptrolle spielt, für mehr Akzeptanz sorgen. Das behauptet jedenfalls Cruise-Biograph Andrew Morton („Tom Cruise – Der Star und die Scientology-Verschwörung“. Verlag Droemer-Knaur; 431 Seiten, 19,95 Euro) in seinem am vergangenen Donnerstag in Deutschland ohne Ankündigung erschienenen Buch. Die Hauptthesen sind: Der Stauffenberg-Film „Valkyrie“ sei nur ein PR-Trick von Scientology, um in Deutschland mehr Mitglieder zu bekommen, Tom Cruise soll der Zweitwichtigste bei Scientology sein und Cruise' Tochter Suri sei mit dem gefrorenen Sperma des bereits 1986 verstorbenen Scientology-Gründers L. Ron Hubbard gezeugt worden.

    Inzwischen hat sich FAZ-Herausgeber Schirrmacher gegen Vorwürfe gewehrt, er werde von Scientology instrumentalisiert. Schirrmacher war vehement für den Stauffenberg-Film eingetreten und hat die Laudatio auf Cruise zur Bambi-Ehrung gehalten. Eine Woche später beschlossen die Innenminister eine Verbotsprüfung der Sekte. AR