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    Der Kampf um Cinecitta

    Einst glanzvolles Symbol der Kino-Nation Italien, beherbergt der Studiokomplex Cinecitta südöstlich von Rom heute wenige Fernsehproduktionen und dient vor allem als Museum. Nun gibt es heftige Diskussionen um Restrukturierungspläne und Kürzungen. Schauspieler, Bühnenarbeiter, Autoren und Politiker protestieren gegen die „Zerstückelung“ der alten Filmstadt vor den Toren Roms.

    Einst glanzvolles Symbol der Kino-Nation Italien, beherbergt der Studiokomplex Cinecitta südöstlich von Rom heute wenige Fernsehproduktionen und dient vor allem als Museum. Nun gibt es heftige Diskussionen um Restrukturierungspläne und Kürzungen. Schauspieler, Bühnenarbeiter, Autoren und Politiker protestieren gegen die „Zerstückelung“ der alten Filmstadt vor den Toren Roms.

    Und während die ungewisse Zukunft viel Unruhe bringt, bricht in der Nacht zum Freitag in dem bekannten Studio 5, in dem Fellini gern drehte, ein Feuer aus. Die Flammen greifen Bühnenbilder an, werden aber rasch gelöscht. Sofort kommt das Gerücht in Umlauf, es sei Brandstiftung. Denn die Stimmung in Cinecitta ist aufgeheizt.

    Erneuerungspläne der Geschäftsführung Cinecittas haben einen Streit um die Zukunft der Studios entfacht. Angeblich ist geplant, die Trägergesellschaft in etliche kleinere Unterorganisationen zu zergliedern. Die Angestellten sollen auf sie aufgeteilt werden und fürchten, dabei auf der Strecke zu bleiben. Sie streiken und halten unter Leitung der Gewerkschaften das weitläufige Gelände besetzt.

    In Cinecitta standen Sir Peter Ustinov, Audrey Hepburn und Liz Taylor vor der Kamera. Regisseur Federico Fellini drehte nach seinem Meisterwerk „La Dolce Vita“ ausschließlich in der von ihm geschätzten „Traumfabrik“. Italien war ein großes Filmland und Cinecitta spielte in einer Liga mit Hollywood. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute werden eher TV-Produktionen wie die Comedy-Serie „Un medico in famiglia“ gedreht. Seit Frühjahr 2011 besuchen Touristengruppen das Museum mit Fundstücken aus großen Filmen. Die Kulissen der Produktion „Rome“, eine Nachahmung der antiken Stadt, sind zu besichtigen.

    Von der Ansiedelung etwa eines Luxushotels ist die Rede. Die hunderten Angestellten Cinecittas sehen in den Erneuerungsplänen jedenfalls reine Kommerzialisierung und Kulturabbau.