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    Würzburg

    Christa Meves übt scharfe Kritik an Bundesregierung

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sogenannte Konversionstherapien gegen Homosexualität verbieten. In einem Gastkommentar verurteilt die Psychotherapeutin Christa Meves das Vorhaben.

    Autorin Christa Meves
    Christa Meves hat sich unter anderem als Autorin von Erziehungsliteratur einen Namen gemacht. Foto: dpa

    Die bekannte Psychotherapeutin und Autorin Christa Meves kritisiert in einem Gastbeitrag für die „Tagespost“ das geplante Verbot von Konversionstherapien. Wörtlich schreibt die 94-Jährige: „Zurzeit bereitet unser neuer Gesundheitsminister (CDU) ein Gesetz vor, das unter anderem auch zur Folge haben wird, dass mit sich selbst und ihrem Geschlecht unzufriedene Homosexuelle ebenfalls daran gehindert sind, bei Therapeuten, die sich für ihr Anliegen als kompetent ausgewiesen haben, Hilfe zu suchen. Ja, Therapeuten, die hier Sachverstand besitzen, sollen dann sogar neuerdings per Gesetz verboten werden. Es sollen damit also sogar auch Menschen, die mit ihrer bisher empfundenen oder gelebten Homosexualität nicht mehr einverstanden sind, keine Hilfe mehr finden! Therapeuten, die weiterhin auf diesem Gebiet tätig sind, sollen sogar dann – per Gesetz! – nicht nur mit Geldstrafe, sondern mit beruflichen Konsequenzen und weiteren Einschränkungen bestraft werden.“

    Meves kritisiert selektive Politik

    Für Meves stellt sich dabei „die große Frage, wieso es plötzlich in unserer demokratisch geordneten Republik bei einer einzigen Gruppe möglich sein soll, ein einzelnes Therapieverbot auszusprechen. Tausendfach kann sich heute jeder Bundesbürger hierzulande – zu welchem Experten oder Heiler auch immer – begeben und in Bezug auf seine Probleme beraten und zu einer Verhaltensänderung anregen lassen. Wieso kann sich ein Minister anmaßen, hier in einem einzigen Bereich eine Ausnahme machen zu wollen? Kann es in unserer Gesellschaft wirklich rechtsprechende Instanzen geben, die diesem Ansinnen stattgeben? Oder sind wir auch in dieser Hinsicht bereits aus den Fugen der Realität geraten?“

    DT/mee

    Deutliche Kritik von Christa Meves an einem Therapieverbot im Zusammenhang mit Homosexualität – Lesen Sie den ganzen Text in der Ausgabe der „Tagespost“ vom 25. Juli 2019. Kostenlos erhalten Sie diese aktuelle Ausgabe der Zeitung hier.