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    Benigni überall

    Seit Dienstagvormittag liegt in zahlreichen Sprachen das erste Buch von Papst Franziskus vor. Die Präsentation des Bandes mit dem Titel „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit“, der aus einem Gespräch mit dem italienischen Journalisten Andrea Tornielli hervorgegangen ist, übernahm Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Unterstützung erhielt der Kardinal dabei von dem italienischen Starkomiker, Schauspieler und Filmemacher Roberto Benigni. Die Wahl dieses Co-Moderators mag ungewöhnlich erscheinen – so als hätte einst Hape Kerkeling ein Buch Papst Benedikts XVI. vorgestellt. Doch Franziskus scheint an dem italienischen Komiker Gefallen zu finden. Vor allem von dem letzten großen TV-Event Benignis soll der Papst sehr angetan gewesen sein. So könnte man fast vermuten, dass die Anwesenheit Roberto Benignis eine Idee von Papst Franziskus war.

    Roberto Benigni wird 60
    Der rote Schal hat Symbolwert: Der Komiker und Regisseur Roberto Begnini hatte bereits eine einjährige Bewährungsstrafe ... Foto: dpa

    Seit Dienstagvormittag liegt in zahlreichen Sprachen das erste Buch von Papst Franziskus vor. Die Präsentation des Bandes mit dem Titel „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit“, der aus einem Gespräch mit dem italienischen Journalisten Andrea Tornielli hervorgegangen ist, übernahm Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Unterstützung erhielt der Kardinal dabei von dem italienischen Starkomiker, Schauspieler und Filmemacher Roberto Benigni. Die Wahl dieses Co-Moderators mag ungewöhnlich erscheinen – so als hätte einst Hape Kerkeling ein Buch Papst Benedikts XVI. vorgestellt. Doch Franziskus scheint an dem italienischen Komiker Gefallen zu finden. Vor allem von dem letzten großen TV-Event Benignis soll der Papst sehr angetan gewesen sein. So könnte man fast vermuten, dass die Anwesenheit Roberto Benignis eine Idee von Papst Franziskus war.

    Im Dezember 2014 hatte Roberto Benigni sich an zwei Abenden im italienischen Staatsfernsehen RAI mit den „Zehn Geboten“ auseinandergesetzt. Sehr gut vorbereitet ging Benigni in freier Rede ein Gebot nach dem anderen durch und hauchte den leider aus vielen Köpfen verschwundenen göttlichen Gesetzen wieder Leben ein. Nie verlor der Komiker hierbei den nötigen Ernst des Themas aus den Augen, doch fehlte es auch nicht an seinem ganz eigenen Witz. So habe Gott beim siebten Gebot „Du sollst nicht stehlen“ ganz sicher an die Italiener gedacht, so der Komiker, und dieses Gebot extra für sie aufgenommen. Rund zwanzig Millionen Zuschauer, darunter wohl auch Papst Franziskus, hatten damals die Sendung im Fernsehen verfolgt. Das sind immerhin stolze 38 Prozent. Von Einschaltquoten, wie sie früher am Samstagabend Thomas Gottschalk eingefahren hat, können heute im italienischen Fernseh-Konkurrenzkampf viele Shows nur träumen. Ganz ähnlich hatte der Komiker bereits Dantes „Göttliche Komödie“ 2006 in einem Bühnenprogramm inszeniert und auch damit so große Erfolge gefeiert, dass der Fernsehsender RAI das gesamte Programm in dreizehn Folgen zeigte. Die DVD des Bühnenprogramms brach im Verkauf alle Rekorde. 2012 stellte Benigni mit „Tutto Dante“, „alles Dante“, eine Neuauflage des Bühnenprogramms vor, das er um zwölf neue Gesänge erweitert hatte.

    In Deutschland ist der 1952 in der Toskana geborene Roberto Benigni vor allem durch seinen Oskar-gekrönten Film „La vita e bella“, „Das Leben ist schön“, bekannt geworden. Seine Karriere begann holprig. Oft wurde er zensiert und seine Bühnenprogramme verboten. Immer wieder sorgte Benigni mit öffentlichen Beschimpfungen von Staatsoberhäuptern und Politikern für Furore. Der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi war eines seiner liebsten Opfer, für den er sogar einmal vorgeschlagen hat, einen eigenen Teil der Hölle zu reservieren. Beleidigung der Kirche und Johannes Pauls II. führten in den 1980er Jahren sogar zu einer einjährigen Gefängnisstrafe, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurde.

    In sieben Kategorien nominiert konnte das Film-Team um Benigni 1999 für das „Leben ist schön“ drei der begehrten goldenen Trophäen mit nach Hause nehmen. In der Kategorie bester Hauptdarsteller bekam damals Roberto Benigni für seine Rolle des fürsorglichen Vaters Guido Orefice den Oskar. Er konnte sein Glück kaum fassen und glaubte, den Weg hinauf auf die Bühne, wo die italienische Filmdiva Sofia Loren vor Begeisterung hüpfend schon sehnsüchtig auf ihn wartete, direkt über die Stuhlreihen zurückzulegen. Der Auftritt bei der Oskar-Verleihung, der manchem als typisch italienisch übertrieben vorkam, war legendär. Und mit seinem Film hat Benigni zweifellos Filmgeschichte geschrieben. „La vita e bella“ hat knapp 230 Millionen Dollar eingespielt und gilt bis heute weltweit als erfolgreichster italienischer Film.