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    Begeistert vom Vatikan

    Großes Lob für die Katholische Kirche von Robert Harris (59): Der britische Bestseller-Autor („Vaterland“, „Ghost“) hat im Gespräch mit dem „Catholic Herald“ und anderen internationalen Medien deutlich seine „Bewunderung“ für Papst Franziskus ausgedrückt. Dieser verkörpere, so Harris, „in sich selbst die Widersprüche und Schwierigkeiten“ der Kirche. Sein Gesicht sei „lächelnd und offen und warm“. Er trete als „Außenseiter in der Kirche“ auf, dessen Nähe zu einfachen Menschen ihn berühre.

    Berlinale 2010 - Premiere 'The Ghost Writer'
    Bestseller-Autor Robert Harris. Foto: dpa

    Großes Lob für die Katholische Kirche von Robert Harris (59): Der britische Bestseller-Autor („Vaterland“, „Ghost“) hat im Gespräch mit dem „Catholic Herald“ und anderen internationalen Medien deutlich seine „Bewunderung“ für Papst Franziskus ausgedrückt. Dieser verkörpere, so Harris, „in sich selbst die Widersprüche und Schwierigkeiten“ der Kirche. Sein Gesicht sei „lächelnd und offen und warm“. Er trete als „Außenseiter in der Kirche“ auf, dessen Nähe zu einfachen Menschen ihn berühre.

    Dem Vatikan dankt Harris, der eigenen Angaben nach als Kind nicht getauft wurde, dass man ihm bei der Recherche seines aktuell erschienenen Romans „Konklave“ (Heyne, München) „extrem hilfreich und freundlich“ zur Seite gestanden habe, um die Räumlichkeiten besichtigen zu können, in denen der Roman spielt. Geht es in dem Buch, das in diesen Tagen auch in Deutschland erscheint, doch um die Wahl eines neuen, fiktiven Papstes nach dem Tod des jetzigen Amtsträgers.

    Unter den Kardinälen, die in dem fiktiven Konklave zusammenkommen, so Harris gegenüber der englischen Zeitung „The Guardian“, sei als zentrale Figur auch der Erzbischof von Bagdad. Diese habe mit der Christenverfolgung im Nahen Osten zu tun, die zu den „großen unerzählten Geschichten“ gehöre. „Vor Blair und Bush gab es 1,5 Million Christen, die relativ sicher im Irak lebten. Nun befinden wir uns bei 250 000, die im Belagerungszustand leben.“ Aus Sicht von Harris, der die Haltung eines „einfachen Atheismus“ ablehnt, sei es überraschend, wie wenig Aufmerksamkeit die Medien dem Krieg gegen Christen in der Welt von heute schenken würden.

    Harris, der früher als Journalist und Herausgeber arbeitete und dem britischen Premier Tony Blair nahestand, äußert in den aktuellen Berichten auch seinen Respekt gegenüber dem Wahlverfahren eines Papstes, der „ältesten Wahl in der Welt“ und empfiehlt der Labour-Partei etwas ironisch, zukünftig bei der Wahl ihres Vorsitzenden auf ein solches Verfahren zurückzugreifen: „Parlamentsabgeordnete sollten den Labour-Anführer so wählen wie die Kardinäle den Papst.“

    Die Zukunft der Kirche, so Harris gegenüber dem „Catholic Herald“, hänge davon ab, inwieweit Spannungen, die bislang verborgen geblieben seien, im Informationszeitalter zutage treten würden. Papst Franziskus sei jemand, der Kulturen verbinde, doch es sei überraschend für Harris, wieviel Schmähungen es in der Kirche gebe. In jeder Institution jedoch gebe es zwei Seiten. „Eine Sache, die ich von der Katholischen Kirche gelernt habe, ist, dass man, wie es Kardinal Newman im 19. Jahrhundert gesagt hat, die Lehre soweit verändern kann, wie sie dann nicht im Widerspruch steht zu allem, was vorher war“, so Harris gegenüber dem „Guardian“.

    Anfang der 1990er Jahre gelang Robert Harris mit seinem Roman „Vaterland“ ein großer internationaler Erfolg. Vor zehn Jahren sorgte er mit der Verfilmung seines Romans „Ghost“ durch Roman Polanski für Aufsehen. Im vergangenen Jahr beendete Harris mit dem historischen Thriller „Dictator“ seine Cicero-Trilogie. Im November ist Robert Harris auf Lesereise in Deutschland.